Das Rathaus Isernhagen zum Anfassen

Christiane Hinze (r.) und Schulleiterin Christina Bielefeld (l.) begrüßten ingesamt rund 25 Schüler zur Eröffnung der Kommunalpolitischen Tage.
 
Hans Moritz (l.) und Hannes lösten die Quizaufgaben, die in der App gestellt wurden.

Achtklässler des Gymnasiums Isernhagen erkunden Kommunalpolitik und Verwaltung

ISERNHAGEN (bgp). Die Flure des Rathauses waren von den jungen Stimmen der rund 25 Achtklässler erfüllt, die zur Eröffnung ihrer Ausstellung „Die Gemeinde und ich“ im strategischen Herzstück Isernhagens waren. Die Schülerinnen und Schüler des achten Jahrgangs am örtlichen Gymnasium hatten gemeinsam mit den Lehrkräften im Fach Politik Informationen über die Gemeinde zusammengetragen. Anlass dazu waren die einmal jährlich stattfindenden „Kommunalpolitischen Tage“, deren Arbeitsergebnisse im Rathaus präsentiert wurden. Dieser praktische Teil der politischen Bildung in einer Kooperation des Gymnasiums mit der Gemeinde Isernhagen fand bereits zum 15. Mal statt.
„Wir freuen uns, dass ihr in dieser Woche wieder die ‘Invasion im Rathaus‘ macht“, begrüßte die zweite Stellvertretende Bürgermeisterin Christiane Hinze die wissbegierige Klasse 8c. Diese war als erste von vier Klassen in Sachen Kommunalpolitik unterwegs. Hinze erklärte den Schülern das Anliegen der Rathausmitarbeiter und Kommunalpolitiker: „Wir möchten von euch, dass ihr kennenlernt, wie unsere Gemeinde funktioniert und wir möchten euch kennenlernen.“ Erstere gewährten in ihren Büros Einblick in die Verwaltungspraxis, indem sie den Jugendlichen erklärten, was in den Abteilungen alles so passiert. Vollstreckung, Planung, Jugendpflege, Flüchtlingsunterbringung und Betreuung oder Bürgerbüro waren nur einige der vielen Bereiche, deren Mitarbeiter Rede und Antwort standen. Auch die Kommunalpolitiker waren mit von der Partie. Vertreter der Fraktionen oder Gruppen kamen ins Rathaus, um in 15-minütigen Gesprächen auf die Jugendlichen einzugehen. „Wir sind nicht die Politiker, die ihr aus dem Fernsehen kennt, sondern Menschen wie du und ich“, betonte Hinze und ermunterte sie: „Löchert uns mit Fragen.“
Die Schülerinnen und Schüler stellten jedoch nicht nur Fragen, sie beantworteten auch welche. Auf den professionell gestalteten Plakaten in zeitgemäßem Layout fanden sich bei gründlichem Lesen die Antworten darauf, wie viele Einwohner die Gemeinde Isernhagen hat und dass der Bürgermeister in Niedersachsen nach acht Jahren neu oder wieder zu wählen ist. Abwechslungsreich und phantasievoll wurden die Themen aufbereitet, so auch der Punkt „Jugendparlament“. Bisher gibt es keines in der Gemeinde Isernhagen. Die Schülerinnen und Schüler setzten sich jedoch ausführlich mit dem Thema auseinander und machten deutlich, dass es ihnen nicht nur um Vorteile für junge Menschen, sondern um das Gemeinwohl geht. „Mahnwache gegen Rechtsextremismus“ oder „Umweltschutz in der Gemeinde und Verkehrssicherheit der Straßen“ waren einige der Bereiche, die sie auf der Agenda eines Jugendparlamentes gerne sehen würden, wenn es das denn gäbe.
„Ein Jugendparlament in unserer Gemeinde wäre sinnvoll, weil man dort lernen kann, wie Politik funktioniert, wie man richtig diskutiert und seine Meinung einbringt, was alles im Alltag helfen könnte“, heißt es auf dem Plakat zum Thema. So sprechen sich die jungen Menschen dafür aus, im nächsten Ferienprogramm ein politisches Camp für eine Woche einzuführen. Dort solle man schauen, ob es genug Interessierte gibt, damit „sich ein Jugendparlament überhaupt lohnt“, regten die Achtklässler an. Eine Schülerin bekundete schon Interesse, war sich aber noch nicht ganz sicher: „Ich würde mir das lieber erst einmal anschauen, könnte mir aber schon vorstellen, in einem Jugendparlament mitzumachen, wenn es das hier gibt“, sagt sie.