„Das ist ein Dauerbrenner“

150 Kinder legten beim TSG-Zeltlager ihr Sportabzeichen ab: Lennart (10) beim Weitsprung. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)
 
Die großen Bälle sind bei den Wasserspielen besonders beliebt. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

280 Kinder erlebten drei spannende Tag beim 30. TSG-Zeltlager

GROSSBURGWEDEL (bgp). Jugendpfleger und TSG-Vorsitzender Uli Appel liefert augenzwinkernd eine knappe Zusammenfassung des großen Zeltlagers, das zum Ferienauftakt im Freibad Großburgwedel stattgefunden hatte: „Es ist nichts passiert!“
Aus Sicht der Veranstalter eine positive Nachricht im Hinblick auf kleine Verletzungen und Unfälle. Viel passiert ist allerdings für die Kinder und Jugendlichen: Sie hatten drei Tage lang Spiel, Spaß und jede Menge Aktionen in und um das große Becken im Freibad. Schon am ersten Ferientag schlugen sie ihre Zelte auf dem Gelände auf, packten Schlafsäcke, Isomatten oder Luftmatratzen auf den Boden und richteten sich in ihrer Stoffbehausung gemütlich ein.
„Die Zeltstadt ist kleiner geworden“, stellt Betreuer Roman Kaste fest. Die Zahl der Kinder sei in etwa gleich geblieben, doch sie richteten sich meist in größeren Zelten zusammen ein, daher gebe es weniger kleine Zelte aber mehr Gemeinschaft.
In der Zeit von der Quartiereinrichtung am Donnerstag ab 18.00 Uhr bis zum Abschiedsfest mit den Eltern am Sonnabend um 11.00 Uhr gab es jede Menge Abwechslung. Nachtwanderung, Kino und Ballspiele standen ebenso auf dem Programm wie Wasseraktionen und jede Menge „Futteraufnahme“.
Davon mussten die 54 ehrenamtlichen Betreuerinnen und Betreuer Massen herbeischaffen. Gemüse und Obst wurden von morgens bis abends geschnippelt und für die Kinder bereitgestellt. Diese griffen beherzt zu und leerten ständig die Teller. Natürlich gab es auch Waffeln und Grillwürstchen, doch gesunde Ernährung wird beim TSG-Zeltlager groß geschrieben.
Die Mitbringsel mancher Kinder sorgten bei Uli Appel bisweilen für Irritation: „Zwei hatten eine große Reisetasche mit Süßigkeiten und 6 Liter Eistee dabei.“ Da habe er sich schon gewundert, warum die Eltern so etwas mitgegeben hätten, schließlich enthalte das extrem viel Zucker.
Die Kinder hätten wegen der Ameisen um Lagerung im Kühlwagen gebeten, am Ende des Zeltlagers hätten sie die Tasche jedoch unberührt wieder mitgenommen. „Ich habe mich darüber gefreut, dass die Kinder die Sachen offenbar nicht brauchten, weil sie genügend anderes Essbares gefunden hatten“, so Appel.
Einer echten Herausforderung stellten sich Jana Heinrich und Franziska Siekmann. Als Abschlussprojekt des Freiwilligen Sozialen Jahres bei der TSG ermöglichten sie 150 Kindern die Abnahme des Sportabzeichens. „Ich habe größten Respekt, dass sie diese Mammutaufgabe bewältigt haben“, betonte Appel und richtete seinen Dank auch an Katrin Leschke, die am Beckenrand unermüdlich die Schwimmzeiten für die 25-Meter-Strecke abgenommen hatte.
Betreuer Stefan Müller, der nebenbei noch kleine Fußballer trainiert, berichtete, dass ein Kind aus der Mannschaft beim Zeltlager „eben schnell den Freischwimmer“ gemacht habe. Kinder, die noch kein Bronzeabzeichen haben, müssen eine gelbe Badekappe tragen und dürfen sich nur im Nichtschwimmerbereich aufhalten.
Der Junge konnte eigentlich schon schwimmen, hatte aber noch nicht das Abzeichen. Der Schwimmmeister habe kurzerhand die Aufsicht übernommen, sodass der Junge am Ende ganz glücklich die Badekappe gegen das bestandene Bronzeabzeichen eintauschen konnte.
Damit wurde deutlich, dass Sicherheit für das Organisationsteam ganz oben auf der Agenda steht. „Die Zusammenarbeit mit den Vereinen und den Schwimmmeistern funktioniert super“, lobt Uli Appel. Sobald der öffentliche Badebetrieb beendet ist, übernehmen die DLRG-qualifizierten Betreuer vom Schwimmverein und der TSG die Bewachung des Beckens rund um die Uhr. Unterstützung bekommen sie dabei von einem Schwimmmeister der Stadt Burgwedel.
Ereignisreich wird auch das 31. TSG Zeltlager im nächsten Jahr sein. „Der Regionssportbund Hannover feiert 2020 sein 75-jähriges Jubiläum“, erzählt Uli Appel. In diesem Rahmen werden regionsweit 75 Veranstaltungen angeboten. „Wir sind mit dem TSG-Zeltlager dabei!“, freut er sich schon auf den „Dauerbrenner“, der immer wieder „zeitgemäß“ an die Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen angepasst worden sei.
So schließt das Zeltlager seit Jahren die Lücke zwischen erstem Ferientag und dem Beginn der Ferienbetreuung durch die Stadt Burgwedel. Auf den letzten Schultag vor den Sommerferien habe man den Beginn des Zeltlagers allerdings nicht ausweiten wollen, berichtet der leitende Jugendpfleger: „Die meisten möchten dann mit ihren Kindern den Abschluss des Schuljahres feiern und etwas unternehmen.“