Das Freibad bleibt geschlossen

„Allein der Eingangsbereich ist schon nicht geeignet, um die geforderten Hygieneauflagen zu erfüllen“, erklärte Bürgermeister Axel Düker (Foto: Bettina Garms-Polatschek)
 
Die gähnende Leere im Freibad Großburgwedel soll zügig durch Baufahrzeuge abgelöst werden. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Stadt sieht Corona-Hygienekonzept als „nicht umsetzbar“ an

GROSSBURGWEDEL (bgp). Schwimm- und Badebegeisterte müssen ihre ohnehin schon aufgeschobene Freude auf das nächste Jahr verlegen: Das Burgwedeler Freibad bleibt im Sommer 2020 geschlossen.
Das hat der Verwaltungsausschuss in seiner nicht öffentlichen Sitzung am Montagabend mehrheitlich entschieden. Als Begründung führte Bürgermeister Axel Düker an: „Wir machen zu, weil das Hygienekonzept nicht umsetzbar ist.“ Probleme sehen die Verantwortlichen auch in den hohen Kosten, die aufgrund der Corona-Pandemie durch Sicherheitsdienste, Sachkosten und zusätzliche Reinigung entstünden.
Kämmerer Christian Möhring machte dazu eine Rechnung auf: „Rund 106.000 Euro Mehrkosten würden bei Öffnung des Bades unter Einhaltung der Infektionsschutzregeln anfallen.“ Zusätzlich rechnet die Verwaltung mit 50 Prozent Mindereinnahmen an Eintrittsgeldern gegenüber der Vorjahressaison.
Trotz Mehrheitsbeschluss tut sich ein großer Teil der Gruppe SPD/WEB/Die Partei schwer, die bittere Pille für Bürgerinnen und Bürger zu schlucken: „In diesen Zeiten ist es mehr denn je notwendig, schrittweise zur Normalität zurückzufinden“, unterstreicht Ratsherr Joachim Rödiger (SPD).
So sehe die Parteien-Gruppe bei Älteren sowie Kindern und Jugendlichen eine zusätzliche Einschränkung in ohnehin schon sehr begrenzten Freizeitaktivitäten. Rödiger bemängelte, dass eher Wege gesucht worden seien, das Bad zu schließen als es zu öffnen. Er sehe darin ein falsches Signal für die Menschen. Düker und Möhring kritisierten die oftmals kurzfristigen Vorgaben des Landes, die bei aller Flexibilität nicht zu leisten seien: „Was Freitag entschieden wurde, können wir nicht gleich am Montag umsetzen.“
„Letztendlich steht der Betreiber eines Bades - und damit die Stadt Burgwedel für das Freibad Großburgwedel - in der Verantwortung, alles zu tun, dass bei einer Öffnung des Freibades unter Einhaltung der gesetzlichen und hygienischen Vorgaben eine Infektion der Nutzerinnen und des eingesetzten Personals verhindert wird“, erklärte der Bürgermeister. Das sehe die Mehrheit im Verwaltungsausschuss unter den räumlichen Gegebenheiten des Burgwedeler Freibades als nicht gegeben. Düker verteidigte die Entscheidung: „Allein der Eingangsbereich ist schon nicht geeignet, um die geforderten Hygieneauflagen zu erfüllen.“
Immerhin stellt die Stadt Burgwedel den Badegästen eine positive Perspektive für die Saisoneröffnung 2021 in Aussicht. So soll die Zeit bis dahin genutzt werden, um die ohnehin fällige Sanierung in Angriff zu nehmen. Ratsherr Michael Kranz (CDU) begrüßt diesen Schritt: „Die Sanierung muss voran gehen, das ist die logische Folge aus der Situation.“ „Die wichtigste Maßnahme ist die Erneuerung der Sprunganlage mit Herrichtung des Sprungbeckens“, erläutert Düker.
16 Wochen werden dafür von den Fachleuten veranschlagt. Das Becken ist im Bereich der Sprunganlage am Übergang zum Schwimmerbereich in einem zu steilen Winkel gebaut und entspricht nicht mehr den aktuellen Sicherheitsanforderungen. Der Winkel muss dort verflacht und der Sprungturm ersetzt werden, da unter anderem auch der Aufbau des Geländers nicht mehr normgerecht ist. Kernbohrungen am Beckenboden des Sprungbereichs sind bereits erfolgt, das Ergebnis der Untergrundsondierung steht noch aus.
Ebenfalls erneuert werden sollen die Beckenumrandung und die Durchschreitbecken. Die Liegeflächen werden barrierefrei gestaltet und der Eingangsbereich optimiert. Die Stadt Burgwedel will mit den ersten Vorbereitungsarbeiten sofort starten. „Politik und Verwaltung der Stadt Burgwedel war bei der Beschlussfassung durchaus bewusst, dass die Nutzung des Freibades in den Sommermonaten vielen fehlen wird. Die Schließung ermöglicht eine Erneuerung des Bades um letztendlich allen Besuchern in 2021 ein verschönertes Freibad präsentieren zu können“, heißt es in der offiziellen Verlautbarung.