„Das Chaos zähmen“: Werke von Katja Wunderling

Die Künstlerin Katja Wunderling im angeregten Gespräch mit Ausstellungsbesuchern. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Kunstverein eröffnete ungewöhnliche Ausstellung im Rathaus

GROSSBURGWEDEL (hhs). Am späten Samstagnachmittag hat der Kunstverein Burgwedel/Isernhagen die Ausstellung „Schwarzer Löcher, textile Objektkunst - Assemblagen“ im Rathaus Großburgwedel eröffnet.
Ungewöhnliche Kost bietet die Künstlerin Katja Wunderling in ihren Werken. So verwunderte es auch nicht, dass der stellvertretende Bürgermeister der Stadt Burgwedel und studierter Naturwissenschaftler Heinz Visel zunächst erst einmal klar stellte: „Schwarzer Löcher sind die Überreste toter Sterne und in ihrem Innern ist die Schwerkraft so stark, dass selbst das Licht nicht aus ihnen hinaus dringt“. Deshalb erscheinen sie eben als schwarze Löcher. Und diese wolle die Künstlerin sichtbar machen.
Stephan Rautenkranz, der Vorsitzende des Kunstvereins, ging einen Schritt weiter: Die Werke ähnelten Radierungen oder Stahlstichen. In ihnen könne man sich verlieren, Sternenbilder entdecken und selbst im Kosmos versinken. Spannend sei es, das Material zu entdecken: In der Fläche Stoffe aus natürlichem Material, darauf natürliche Objekte, Samen, Mistelzweige, Tannenadeln, Judastaler, in der Natur gebe es keine Ordnung, Katja Wunderling versuche sie aber zu schaffen.
„Das Chaos zähmen“, brachte Rautenkranz es auf den Punkt. „Sie will eine neue Ordnung schaffen. Ihre Bildstrukturen entstehen nicht aus Linien sondern aus Objekten, zum Beispiel filigranen Samen. Katja Wunderlings neue Ordnung versetzt den Betrachter in die Lage, einen neuen assoziativen Raum zu erschließen“.
Damit ließ es Rautenkranz gut sein und forderte die leider wenigen Gäste der Eröffnung auf, sich auf die Werke einzulassen, diese gewissermaßen zu entdecken.
Das tat der Eröffnung gut, die Besucher verteilten sich vor den Werken und entdeckten neue Welten und ein unglaubliches kreatives Potential der Künstlerin, in der Natur vorgefundenes Material als Objekt der Kunst zu benutzen und daraus ungewöhnliche Kraftfelder zu entwickeln zwischen Kunst und Geist auf der einen und Natur und Material auf der anderen Seite. Die Arbeiten fordern zur Assoziation geradezu heraus und setzen starke positive Reaktionen im affektiven Bereich frei. Die Ausstellung „Schwarze Löcher“ ist noch bis zum 29. Februar im Rathaus Großburgwedel, Fuhrberger Straße 4, während der Dienstzeit der Verwaltung zu bewundern.