Das Bewährte erhalten und weitergehen mit der Zeit

Bürgermeister Dr. Hendrik Hoppenstedt mit Elke Coordes, der Leiterin der Seniorenbegegnungsstätte Burgwedel. (Foto: Renate Tiffe)
 
Am Kuchenbüfett stellte sich die Gruppe vom „Interkulturellen Frauenfrühstück“ vor. (Foto: Renate Tiffe)

Seniorenbegegnungsstätte in Großburgwedel besteht 20 Jahre

GROSSBURGWEDEL (ti). Im August 1992 war die Seniorenbegegnungsstätte im hergerichteten Haus an der Gartenstraße nach einem Probelauf eröffnet worden. Aus Anlass ihres 20-jährigen Bestehens wurde am vergangenen Freitag zu einem „Tag der offenen Tür“ eingeladen. Er bescherte Burgwedels renommierter Einrichtung ein übervolles Haus. Wetterbedingt musste das gesamte Programm im Innenbereich stattfinden, was der Hochgestimmtheit der Akteure wie auch der vielen Gäste keinen Abbruch tat.
Eine „wundervolle Einrichtung“, die einmalig im Bereich der Region Hannover sei, nannte Bürgermeister Dr. Hendrik Hoppenstedt das Haus. Zwei Komponenten hätten ihm zur heutigen Bedeutung verholfen: Das waren einmal die Immobilie und die erfolgreiche Leitung von Margret Brill und zum anderen das ehrenamtliche Engagement der Nutzerinnen und Nutzer der Begegnungsstätte. Mehr als 60 Angebote gibt es derzeit.
Hoppenstedt ging auf die zunehmende Zahl alter Menschen bei voraussichtlich stabiler Bevölkerungszahl ein, sprach die derzeitigen Defizite in der Wohnsituation an („wir sind kräftig am Überlegen“) und riet, die Dialogbereitschaft aus der Wohnwinkel-Zeit wieder zu beleben. „Machen sie alle so engagiert weiter“, rief er den erwartungsvoll Versammelten in der Sporthalle zu.
Tatsächlich verfügt die Stadt Burgwedel in Zeiten des demographischen Wandels mit der Seniorenbegegnungsstätte über einen wichtigen Impulsgeber für zukünftige Entwicklungen, um den andere Kommunen sie beneiden dürften. Fortschrittlich zeigte sich die damalige Gemeinde auch schon vor 20 Jahren, als sie von der damals klassischen „Altenbetreuung“ abging – einmal im Monat Kaffee und Kuchen sowie gelegentliche Ausflugsfahrten – und die Grundlage für die vielfältigen eigenen Aktivitäten der Senioren schuf. Eine kluge Entscheidung war auch die Öffnung des Hauses für die Vereine und Verbände in der Stadt.
Bewährtes und Vertrautes fortzusetzen, aber mit der Zeit zu gehen in Bezug auf die Notwendigkeiten des demographischen Wandels, diesen Anspruch hatte Elke Coordes in ihrer Begrüßungsansprache hervorgehoben. Anfang vergangenen Jahres hatte sie zusammen mit Elisabeth Geib-Kayser die Führung des Hauses übernommen. Die Thematik der Pflege zu erweitern, wird derzeit als wichtige Aufgabe angenommen. Wert gelegt wird auch auf eine weitere Vernetzung im Ort. Das Ziel, jüngere Senioren für die Einrichtung zu interessieren, sozusagen für Nachwuchs zu sorgen, könnte sich so wie von selbst ergeben. Ihr liege auch viel an generationsübergreifenden Aktivitäten, betonte Elke Coordes gegenüber den „Burgwedeler Nachrichten“. Sie wünschte sich mehr gemeinsame Tätigkeiten und Unternehmungen.
Wo könnte so etwas besser zustande kommen als bei Festen oder gemeinsamen Veranstaltungen wie diesem „Tag der offenen Tür“? Die Kinder und Jugendlichen von „Kunst und Kultur für Kinder“ bewegten sich ganz selbstverständlich im Haus. Sozusagen als Geschenk hatten sie unter der Leitung von Regina Gresbrand eine „richtige“ Oper eingeübt. Die „Entführung aus dem Serail“ begeisterte mit wunderschönen Bühnenbildern und den Solisten Joshiko Hirschfeld-Ikeshiro als Zofe Blonde und dem Verwandlungskünstler Stephan Eisfeld als Mohr Osmin.
Und dann war es Zeit für die Präsentation der vielen Aktivitäten im Haus. Unter anderer waren der Förderverein Senioren-Hilfe, die Initiative „Kleine Hilfen“ und der „Treffpunkt Zeitung“ ebenso mit Ständen vertreten, wie die AWO und der Nähtreff des Hausfrauenbundes, welcher nebenbei auch einen Eis-Stand betrieb. Unberührt vom Trubel ringsum hatte sich die Schachrunde zusammengetan und, dass „Geschichte ein weites Feld“ ist, davon überzeugte der Geschichtskreis. Zwischen allen versuchte Margret Brill ihre „Runde zu machen“. Der Computer-Club warb mit einem Monitor vor seinem Raum und gleich am Eingang hatte sich die Herzsport-Gruppe der TSG postiert. Für Speis und Trank war bestens gesorgt. Am Kuchenbüfett stellte sich die Gruppe vom „Interkulturellen Frauenfrühstück“ vor. Überall wurden die Gelegenheiten zu persönlichen Treffen und Gesprächen genutzt. „War ´ne schöne Zeit damals“, meinte Mechthild Dangendorf gegenüber ihren Gesprächspartnerinnen. Aber sie sei doch froh, nicht mehr mit verantwortlich zu sein.