Damit der Weihnachtsbaum lange schön bleibt

Ein Prachtexemplar von Nobilistanne. Sie hält bei Zimmertemperatur lange durch, wenn man sie regelmäßig gießt. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Nadelbäume benötigen bei Zimmertemperatur reichlich Wasser

BURGWEDEL (hhs). Der Weihnachtsbaum ist feste Tradition in Deutschland, in beinahe jeder Wohnung findet sich so ein Prachtstück zum Fest, wer das Glück hat, ein Eigenheim zu besitzen, hat meistens neben dem einen Exemplar drinnen auch noch den ein oder anderen Weihnachtsbaum draußen, ein idyllisches Bild nun, wenn die Lichterketten und Kugeln in Dämmerung und Dunkelheit beschneit ihr ganz eigenes Licht verbreiten. Immer zu Beginn dieses „jahresendzeitlichen“ Trachtens nach dem richtigen Weihnachtsbaum steht die Frage der Auswahl.
Für Weihnachtsbäume in der Wohnung werden überwiegend Fichten, Tannen und Kiefern genommen. Der grundsätzliche Unterschied ist: Fichten und Tannen wachsen kegelförmig, Kiefern eher unregelmäßig, häufig sind ihre Zweige im Jugendstadium leicht nach oben gebogen, so dass der Baum eher rund/oval wirkt. Kiefern halten ihre Nadeln noch am Holz, auch wenn der Baum schon durchgetrocknet ist. Fichten verlieren ihre Nadeln schnell bei Trockenheit. Das ist immer unangenehm, denn diese sind spitz wie Stecknadeln. Hier ist auch die Gefahr nicht zu unterschätzen, in so eine trockene Nadel hineinzutreten, ferner können Kinder durch Unachtsamkeit schmerzhafte Augenverletzungen erleiden. Tannen haben runde Nadeln, das ist ihr Vorteil und schließt die oben genannten negativen Begleiterscheinungen weitgehend aus. Zudem bleiben die Nadeln lange fest am Baum sitzen. Bei allen drei Arten muss man aber bedenken: Wenn der Baum wieder aus der Wohnung hinaus muss, dann „rehrt“ er wie man in Norddeutschland den Vorgang des großflächigen Nadelns nennt. Man wundert sich immer wieder, wieviele Nadeln man findet, wenn man den Baum durch eine Tür zwängt. Das kann man umgehen, indem man den Baum mit einer Gartenschere entastet und die Äste übereinander legt. Ist alles darauf, gelingt der Transport weitgehend ohne Nadeln auf dem Boden.
Mit richtiger Behandlung kann man den Vorgang des Trocknens des Weihnachtsbaums hinauszögern. Hierzu einige Tipps: Beim Baumkauf darauf achten, dass man das untere Ende in jedem Fall um zehn bis 15 Zentimeter kürzen kann. Wer zum Händler geht, muss damit rechnen, dass das Prachtstück für die eigenen vier Wände schon eine gute Woche zuvor geschlagen wurde. Kürzt man den Baum ein, dann ist er an der Schnittstelle noch gut feucht. Zunächst aber die Lagerung: Bis zum Aufstellen Fichte, Tanne oder Kiefer draußen an der frischen Luft lagern, das Transportnetz entfernen, damit sich die Zweige wieder in ihre natürliche Position begeben können. Wenn draußen der Frost seine kalte Herrschaft angetreten hat, dann muss der Baum etwa zwei Tage zuvor in einen kühlen beinahe frostfreien Raum gelagert werden, damit er sich akklimatisieren kann an die Wohnzimmertemperatur. Am Tag des Aufstellens den Baum kürzen, dann in den Ständer damit. Hier sorgt nun ein Ständer mit Wasserreservoir dafür, dass der Baum nicht vorzeitig trocken und damit unansehnlich wird.
Wer kleine Kinder oder Hunde zu Hause hat, sollte überlegen, den Baum standsicher zu machen. Eine bewährte Methode ist die Befestigung an der Zimmerdecke: Ein Schraubhaken in die Decke und den Weihnachtsbaum dann mit Draht oder starkem Band oben befestigen. Wer sich anstelle von Lichterketten für Kerzen entscheidet, stelle immer einen Eimer Löschwasser neben den Baum. Der Nachteil von allen Nadelbäumen ist, das sie bei Trockenheit sehr schnell lichterloh zu brennen beginnen und Kerzen sind nun einmal „offenes Feuer“. Brennt der Baum, dann sofort mit dem Wasser zu löschen versuchen. Hier haben sich auch Gartenspritzen bewährt. Es kommt immer billiger, ein paar Bahnen Tapeten nach dem Fest zu bezahlen, als einen Feuerwehreinsatz. Auch immer darauf achten, dass nahe am Baum keine Gardinen in Gefahr geraten können.
Viele Mitbürgerinnen und Mitbürger entscheiden sich beim Weihnachtsbaumkauf für eine Topfpflanze. Die meisten haben dabei die Idee, diesen im nächsten Frühjahr im Garten auszupflanzen. Dabei sollte man bedenken: Mit den beiden beliebtesten Tannenarten, Nordmanns- und Nobilistanne, gehen die Erfolgsschancen gegen Null. Diese Arten schieben sehr lange Wurzeln, die vor dem Eintopfen gekürzt werden müssen. Beim Kauf kann man nicht sehen, ob noch Saugwurzeln im Topf sind. Fichten und Kiefern bilden die Saugwurzeln um den Stamm, hier sind die Erfolgsaussichten höher. Stehen die Bäume im Haus, dann müssen sie kräftig gegossen und regelmäßig mit Wasser besprüht werden, sonst vertrocknen sie.
Vertrocknen ist auch die häufigste Ursache für das vorzeitige Absterben der eingetopften Weihnachtsbäume draußen. Der Topf steht meistens übererdig und friert bei Minustemperaturen vollkommen durch. Die Wurzeln bekommen kein Wasser mehr, der Baum wird zunächst obererdig trocken und schließlich auch im Wurzelbereich. Hier muss man also für Frostschutz sorgen, entweder mit Isolationsmaterial oder mit einem geschützten kühlen Standort. Sobald es gegen Null Grad mit der Temperatur geht, die Pflanze gießen, oder am besten gleich einpflanzen, sobald der Boden frostfrei ist.