Campus Isernhagen wächst

Die neue Vierfeld-Sporthalle mit Tribüne soll im Mai 2020 fertig sein (v. l.): Marcus Goetzke, Adrian Heinrich, Joost Götze, Torsten Hartmann (Amt für Gebäudewirtschaft), Nicole Jürgensen und Arpad Bogya.
 
Feuer und Flamme für das "Herzensprojekt" Campus Isernhagen: Marcus Goetzke (l.) erläutert Arpad Bogya den Fortgang der Bauarbeiten.

Der Rohbau ist größtenteils geschlossen – Abschluss der Gebäude-Außenhülle voraussichtlich im Januar

ALTWARMBÜCHEN (bgp). Die Arbeiten am größten gemeindlichen Projekt in Isernhagen schreiten voran. Mit einem Rundgang stellten die Bauleiter des ausführenden Unternehmens Züblin und Vertreter der Fachämter den Stand der Arbeiten auf dem Campus Isernhagen vor.

„Wir wollen zeigen, wie man sich fühlt, wenn man durch den Haupteingang das neue Gebäude betritt“, eröffnete Joost Götze vom Amt für Gebäudewirtschaft und Liegenschaften die Runde durch den Rohbau. Gemeindebürgermeister Arpad Bogya und die erste Gemeinderätin Nicole Jürgensen ebenso wie Silvia Voltmer vom Amt für Jugend, Bildung und Sport und Nicole Erhardt als Projektkoordinatorin Campus bekamen unter fachlicher Führung ein Bild vom Fortgang auf der Großbaustelle. Am Eingang befindet sich der „Marktplatz“ als zentrale Drehachse und Verbindungselement der Bestands- und Neubaukomplexe. Dort können die Schüler sich treffen und die verschiedenen Gebäudeteile erreichen. Im zweiten Obergeschoss wird außerdem eine geschlossene Brücke gebaut, die den Neubau mit dem Bestand verbindet. Auf dieser Etage wird später die IGS verortet sein.

Mensa für Veranstaltungen nutzbar

„Das ist ja Wahnsinn“, staunte der sichtlich beeindruckte Bürgermeister beim Anblick der Mensa mit einer Deckenhöhe von rund acht Metern und einer Galerie im Obergeschoss, an die ein Terrassenbereich mit Außenplätzen angegliedert werden soll. Ein großes Lager im „Premiumbereich“ der Mensa lässt Stühle und Tische verschwinden, wenn Platz für Veranstaltungen benötigt wird. 300 Personen können gleichzeitig in der Mensa verköstigt werden, über die Mittagszeit verteilt werden es jedoch weitaus mehr sein.
Noch ist überall der rohe Beton zu sehen, doch die Gruppe erahnt schon, wie das Gebäude später aussehen wird. An der gigantischen Fensterfront der Mensa ist die Verglasung noch nicht angebracht. „Wir rechnen Anfang Januar mit dem Einbau der großen Glaselemente“, erläutert Züblin-Bauleiter Adrian Heinrich. Schließlich könne man diese „nicht einfach im Baumarkt“ kaufen, sagt er verschmitzt. Die Galerie über dem Speisesaal sei bautechnisch und statisch wesentlich aufwändiger als die übrigen Gebäudeteile, so Heinrich. In großen Bereichen hätten Unterzüge angebracht werden müssen, um stabile Verbindungen zu schaffen. Sein Kollege Marcus Goetzke nickt bestätigend. Der Polier hat gemeinsam mit Heinrich die Bauleitung inne. Beide hätten schon große Projekte betreut, doch dieses sei für sie „eine Herzensangelegenheit“, erklärt Goetzke lächelnd. Er lebe vor Ort und ein Grund sei schon sein Sohn, der zurzeit die 6. Klasse in Isernhagen besucht. Später werde sich dieser auch auf dem neuen Campus aufhalten, freut sich der stolze Vater. Ihm gefalle der Gedanke, dass die Schülerinnen und Schüler ein so schönes Gebäude bekämen.

Neuer Jugendtreff und Vierfeld-Sporthalle

Brandneu wird auch der Jugendtreff gestaltet. Er ist Bestandteil des neuen Traktes und über einen separaten Eingang erreichbar. Der angegliederte Sporthallen- und Schulbereich sei zwar direkt von den Räumen des Jugendtreffs aus erreichbar, intern jedoch nur für autorisierte Personen zugänglich, erklärt Silvia Voltmer. Alle übrigen Nutzer müssten über den normalen Außeneingang gehen, Schüler erreichten die Hallen auch durch das Schulgebäude. Der Sporttrakt ist mit einer Vierfeld-Halle und einer großen Tribüne ausgestattet, Umkleiden, Vereinsräume und Platz für Veranstaltungen mit Catering sind ebenfalls vorgesehen. „Die umliegenden Kommunen helfen uns sehr, die fehlenden Hallenplätze zu kompensieren“, lobt Voltmer auch im Hinblick auf den Vereinssport. Der TUS Altwarmbüchen unterstütze ebenfalls, wo es nur möglich sei. Die auswärtigen Vereine freuten sich schon sehr darauf, in der neuen Halle ihre Punktspiele zu machen.
Das vorübergehend knappe Angebot inspirierte Gemeinde und Schule sogar zur Gründung einer „Fahrrad AG“, für die eigens 50 Fahrräder angeschafft wurden. So könnten die Schülerinnen und Schüler mit dem Fahrrad zum Sportunterricht in der Halle des TuS an der Seestraße fahren. „Das geht wesentlich schneller als mit dem Bus und die Schüler finden das gut“, betont Nicole Erhardt. „Nebenbei wird ihnen auch noch beigebracht, die Räder zu reparieren und zu warten“, freut sich Silvia Voltmer über den praktischen Nutzen dieser kreativen Kompensationsstrategie.

Gesamtfertigstellung im Juli 2020

„Laut Planung soll im Januar die Gebäudehülle komplett verschlossen sein“, so die Fachleute. Schon im Mai 2020 rechnet die Gemeinde mit dem Abschluss der Arbeiten an der Sporthalle, das Schulgebäude soll Ende Juni fertig sein. Die Gesamtfertigstellung und Übergabe des komplett barrierefreien Gebäudes erfolgt nach der Bauzeit von 21 Monaten aller Voraussicht nach am 20. Juli 2020. Wer sich für die Bauarbeiten interessiert, braucht nicht unbedingt den Campus am Helleweg zu besuchen: Die Bilder der Baustellenkamera auf www.isernhagen.de/Campus zeigen, was dort so passiert.