Burgwedeler Realschüler backen für den guten Zweck: 1.000 Brötchen für Ludza

Der Verkauf der Brötchen florierte an dem Montagmorgen und ließ diese Hilfsaktion für das lettische Ludza zu einem großen Erfolg werden. (Foto: Hans Hermann Schröder)
 
Tim und Claudius (rechts) transportierten die Brötchen zum Gymnasium über den Schulhof, das auch seine Unterstützung des Hilfsprojektes zugesagt hatte. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Aktion unterstützt Hilfsaktion für Stadt in Lettland/Hilfsprojekt wird fortgesetzt

GROSSBURGWEDEL (hhs). Die Aktion begann schon am letzten Sonntag vor den Osterferien für die Schülerinnen und -schüler der Realschule Großburgwedel: Sonntagarbeit war angesagt in der Großburgwedeler Filiale der Bäckerei Mövenpick. Die Klasse 5R3 trat an zum „Brötchenbacken“. In einer gemeinsamen Aktion zwischen dem Backwarenhersteller, der Realschule und einer Hilfsorganisation aus Bad Bodenteich, die sich der Unterstützung sozialer Projekte in der lettischen Stadt Ludza verschrieben hat. Die Backwaren, die an diesem Sonntagvormittag in der Backstube bei Mövenpick im Von-Alten-Karree vorproduziert wurden, sollten dann am Montag im Schulzentrum an die Mitschülerinnen und Schüler verkauft werden.
Diese Aktion war zustande gekommen über eine Menge privater Kontakte und familiärer Verbindungen: Schon vor sechs Jahren hat die Stadt Bad Bodenteich ganz bewusst nach einer Partnerstadt in den neuen EU-Staaten des Baltikums gesucht und sich für Ludza entschieden. Die kleine 16.000 Einwohnerstadt liegt weit ab von der Ostsee, 400 Kilometer von der lettischen Metropole Riga entfernt an der weißrussischen Grenze. Diese kurze Lagebeschreibung macht schon glaubhaft, dass dort die Moderne noch nicht Einzug gehalten hat.
1.600 Kilometer ist Ludza von Bad Bodenteich entfernt, wo sich schnell nach einigen eindringlichen Besuchsreisen, eine Hilfsorganisation gründete, die die lettische Partnerstadt mit medizinischem Gerät, Kleidung, Spielzeug, Musikinstrumenten und Hilfsgütern zu versorgen begann. Treibende Kräfte sind Rolf Simon und Harro Blunk gewesen, die beide am Montag beim Brötchenverkauf auf dem Sachulhof anwesend waren. Blunks Tochter Annika ist Lehrerin an der Realschule Burgwedel, daher die Verbindung zum Bad in der Ostheide.
Über eine weitere persönliche Verbindung zur Bäckerei Mövenpick und der Sparkasse Hannover kam nun das Hilfsprojekt in Gang. Sparkasse, Volksbank, der REWE-Markt, die Polizei die Seniorenheime Lindenriek und Rockahr unterstützten das Projekt finanziell oder nahmen am Montagmorgen dann Brötchen für ihren Bedarf ab. Etwa 1.000 Backwaren entstanden an diesem Sonntagmorgen, vom Rosinen- bis zum Pizzabrötchen war alles dabei.
Am Montag schließlich stand der Verkauf im Schulzentrum auf dem Programm, in den beiden großen Pausen. Die Kinder waren mit Feuereifer bei der Sache. Die meisten von ihnen hatten die Bäckerhauben auf dem Kopf, sie sorgten für den Service, als die geladenen Sponsoren erschienen und das klappte alles prima, niemals gab es Engpässe beim Nachschub von Gebäck und Kaffee. Große Kritik mussten sie auch nicht fürchten, denn ihre handgemachten Produkte stießen bei allen, die sie genossen hatten, auf großes Lob. Und das größte Lob stand am Schluss fest, als beinahe auch die letzten Brötchen noch verkauft wurden.
Beeindruckend war dabei auch, wie die Schülerinnen und Schüler mit ihren Backwaren umgingen. Das war für die nicht irgendetwas nur zum Essen, man merkte, das hatten sie selbst gemacht und so genossen sie es ganz anders als vielleicht gewohnt. Immerhin haben die Mädchen und Jungen auf diese Weise gleich zwei Lernziele erreicht: Einblick in das Berufsfeld Bäckerhandwerk und soziales Engagement für andere Menschen. Dieses will die Realschule Burgwedel im Mai noch vertiefen. Zu einer Projektwoche zum Thema Lettland haben sich mehr als 30 Schülerinnen und Schüler angemeldet. Mövenpick ist wieder mit dabei, wenn es ums Backen geht. Die Erzeugnisse sollen dann anschließend in den drei Regionskrankenhäusern verkauft werden und der Erlös soll später auch dem Hilfsprojekt für Ludza zugute kommen.