„Bullen“ für die Großen und Ponys für die Kleinen

Michael Gross oben auf: Über vier Minuten kann er dem Bullen trotzen. (Foto: Svenja Steinseifer)
 
Um Schnelligkeit und Kraft geht es beim „Bungee-Run“. Marcel Käsler an der 100-Meter-Marke. (Foto: Svenja Steinseifer)

Vergnügliches Vatertagsturnier des FC Neuwarmbüchen

NEUWARMBÜCHEN (svs). „Hey Micha, beißen!“ Und Micha beißt. Sein Ziel: oben bleiben, möglichst lange. Sein Gegner: ein tobender elektronischer Bulle. Er bockt und buckelt aber Micha lässt sich nicht lumpen. Über vier Minuten sitzt er fest im Sattel, dann wird er abgeworfen und von seinen Teamkameraden mit Hochrufen in Empfang genommen. „Das ist eine echte Konditionsfrage“, sagt Michael Gross nach seinem Ritt, „zum Schluss werden die Arme ganz schön lahm.“ Vier Minuten sind eine gute Zeit. „Einige sind schon nach zehn Sekunden herunter gefallen“, verrät Werner Wolff, der am Bedienpult des Bullen steht.
„Bullriding“ ist eines von insgesamt neun Spielen die sich das „Himmelfahrtskommando“ für das diesjährige Vatertagsturnier des FC Neuwarmbüchen ausgedacht hat. Seit Anfang des Jahres tüfteln der „FC Nüchtern“ und die „DON (Damen ohne Namen)“ an den sportlichen Feinheiten, beschaffen Preise für die Tombola und organisieren das Catering. Aus dem früher reinen Fußballturnier ist schon lange ein beliebter Familientag und eine wichtige Tradition geworden. Als „Spiel ohne Grenzen“, beschreibt Organisator und Spartenleiter der Volleyball-Abteilung Thomas Hopf das Turnier, bei dem es vor allem um Spaß gehe. Während die „Großen“ Völkerball spielen oder zu sechst einen Wassereimer durch einen Hindernisparcours balancieren, lassen sich die „Kleinen“ schminken, reiten auf Ponys oder toben sich auf der Hüpfburg aus. „Volleyball“, „Fußball 1.Herren“, „Feuerwehr Neuwarmbüchen“, „An den Stangen“, „Fußball Alt-Alt“, „Becks Brothers“, „SGR Fußball 2. Herren“ und „Immergrün und Rosenrot“ stellen dieses Jahr als Team ihre Sportlichkeit und ihr Geschick unter Beweis. „Einfach hingehen und Fun haben“, damit trifft Volker Drescher den Nagel auf den Kopf.
Er und sein Team „An den Stangen“ stehen beim „Bungee-Run“ und unterstützen Mitstreiter Dirk Böker. Angeleint und bewaffnet mit einem kleinen Klettkissen wartet der Hannover Indians Fan auf seinen Einsatz. Es gilt, das Kissen möglichst weit vorne auf der Mittelbande zu platzieren. Tückisch dabei ist das an einem Hüftgürtel befestigte straffe Gummiseil. Je weiter sich Dirk Böker nach vorne kämpft, desto stärker reißt es ihn wieder zurück. Los geht´s, Böker gibt Volldampf. Die Fangemeinde auch. Mit Schwung landet das Kissen auf der Bande. Und der Akteur der Länge nach auf dem Bauch – mit Schwung. Lachend startet er seinen zweiten Versuch. „Das ist schon ein komisches Gefühl“, sagt er, „anfangs merkt man überhaupt nix, aber dann…rums“. Sein Gegner ist Marcel Käsler vom Team „SGR“. 100 Meter schafft er. „So anstrengend ist das gar nicht“, stellt er fest, „aber auf jeden Fall macht es einen höllischen Spaß!“ Das ist der Grund warum Volker Drescher schon seit vielen Jahren und gern dabei ist. „Das Schöne daran ist – mittlerweile ist es so eine Art „Generationsübergabe“ geworden. Unsere Kinder stellen jetzt ihre eigene Mannschaft.“
„Der Zusammenhalt hier ist sehr stark, das finden wir toll“, betont das Ehepaar Kutzner aus Isernhagen FB. Sie sitzen am Spielfeldrand und genießen bei einem Kaffee den Trubel drum herum. „Wir kommen seit vielen Jahren, immer nach dem Gottesdienst.“ Auf die Frage, warum haben sie eine klare Antwort: „Na wegen der Stimmung, der Atmosphäre!“ Dass die Stimmung gut ist, zeigt sich auch beim „Sahneschlagen“. Mit einem Tupper-Shaker müssen die Teams innerhalb möglichst kurzer Zeit durch kräftiges Schütteln einen Becher Sahne schlagen. Der witzige Clou: Ob die Sahne fest genug ist, wird über den Köpfen der Spieler prompt getestet.
Es gehe hier nicht ums gewinnen, sondern vielmehr darum die Tradition mit Spaß fortzusetzen. „Dieses Jahr hat die Feuerwehr Neuwarmbüchen das Rennen gemacht“, erklärt Hopf, „also werden sie nächstes Jahr Ausrichter sein.“ Eine Tradition, die seit 1985 ankommt. Auch bei Dirk Böker, der seit über 25 Jahren mit Herz dabei ist. „Es macht eben süchtig!“