Bürgerbeteiligung zu Südlink wird sehr ernst genommen

Die Bundesnetzagentur hatte mit Tobias Brandt (links), und Christian Koch (rechts) zwei hochkarätige Spezialisten nach Großburgwedel geschickt. In der Mitte Moderator Conrad von Meding. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Bundesnetzagentur rechnet mit Verfahrensbeginn im September

GROSSBURGWEDEL (hhs). Zwei Fragenkomplexe dominierten die Informationsveranstaltung am Mittwochabend, zu der das Bürgerforum Burgwedel und die Stadt die Bundesnetzagentur eingeladen hatte. Der erste Komplex drehte sich um die Chancen der Burgwedeler Betroffenen, die vorgestellte Trasse noch verändern zu können. Der Zweite hatte die Frage der Neutralität der Bundesnetzagentur zum Inhalt. Die Agentur hatte hochkarätige Mitarbeiter in die Aula der Grundschule geschickt, die beiden Referatsleiter Tobias Brand und Christian Koch. Tobias Brandt stellte zunächst die Bundesnetzagentur kurz vor und erläuterte dann das gegenwärtig laufende Verfahren.
Etwa 120 Interessierte waren gekommen. Bürgermeister Axel Düker und der Vorsitzendes des Bürgerforums Burgwedel, Prof. Ernst-Otto Thiesing begrüßten die Gäste. Die Veranstaltung sei das Resultat einer guten Zusammenarbeit von Bürgerforum und Stadt Burgwedel. Bislang habe es keine zufriedenstellenden Antworten von TenneT zu den Fragen der besorgten Bürger gegeben. Im Gegenteil, TenneT hatte schriftlich ausgeführt, zum gegenwärtigen Zeitpunkt wolle man keine Antworten geben. „Dann macht es auch keinen Sinn, TenneT zu uns einzuladen. Ein Schaulaufen der Meister brauchen wir hier nicht“. Applaus vom Auditorium.
Die Bundesnetzagentur sei eine Behörde mit rund 150 Mitarbeitern, so Tobias Brandt einleitend. Sie sei die Behörde, die das gesamte Verfahren um Planung und Bau der Stromtrasse Südlink führe und schließlich auch prüfe. Das Personal verfüge über geballte Kompetenz, vom E-Techniker über den Geografen bis zum Raumplaner. Erfahrungen seien in allen Fachbereichen vorhanden.
Ziel des gesamten Verfahrens sei, die Versorgungssicherheit mit Strom angesichts der Energiewende ab 2022 sicher zustellen. Das politische Ziel laute, das ganze Verfahren in einer Hand zu bündeln.
Das Verfahren laufe in fünf Stufen ab, von denen die ersten drei gelaufen sind. Das waren die Feststellung des Strombedarfs, die Festlegung des Bedarfs und die jährliche Überprüfung, in den nun folgenden Stufen kommen die Festlegung des Trassenverlaufs und die Bundesfachplanung, die mit der Planfeststellung des Trassenverlaufs ende. In diesen beiden letzten Stufen seien mehrere Gelegenheiten der Bürgerbeteiligung vorgesehen, auf deren korrekte Durchführung die Bundesnetzagentur in jedem Fall achten werde.
Der formale Prozess beginne zwingend mit dem Antrag für einen Vorzugskorridor, den TenneT als Netzbetreiber nach seiner Einschätzung Ende September stellen werde. „In diesem Antrag müssen sich zwingend Alternativen finden“, so Tobias Brandt. „Der Plural bei „Alternativen“ ist ausdrücklich gewollt“. Brandt verdeutlichte eindringlich, dass die Bundesnetzagentur die Pläne für Südlink und damit auch die Einwendungen der Bürger fair prüfen werde. „Die Bürgerbeteiligung wird trotz der zeitlich sehr engen Zielsetzungen des Projektes in keinem Falle angetastet“, versprach Brandt.
Im zweiten Teil der Runde versuchten die beiden Vertreter der Bundesnetzagentur, eine Menge konkreter Sorgen und Ängste bei den Betroffenen auszuräumen. TenneT könne keinesfalls machen, was es wolle, darauf werde die Bundesnetzagentur schon schauen. TenneT werde als nächstes eine Karte mit den sogenannten Raumwiderständen vorlegen müssen, auf der dann eine Trasse entschieden werde, die möglichst geringe Raumwiderstände berühre. Wenn der Antrag von TenneT auf Ausweisung eines Vorzugskorridors bei der Bundesnetzagentur vorliege, werde dieser sofort und ungeprüft von der Bundesnetzagentur veröffentlicht. Ein Bürgerservice ist eingerichtet worden unter 0800 638 9 638 und unter info@netzausbau.de.