Brasilien-Uganda-Hilfe steht jetzt unter neuer Führung

Antonia Heinrich hat den Vorsitz jetzt von Konrad Gut übernommen. (Foto: Renate Tiffe)

Antonia Heinrich übernimmt den Vorsitz von Konrad Gut

GROSSBURGWEDEL (ti). Sein Name war wie kein anderer mit dem Verein verbunden, der vor 17 Jahren in der katholischen St. Paulus-Kirchengemeinde gegründet wurde, um Hilfe zu leisten und Projekte zu unterstützen in Brasilien und in Afrika. Jetzt trat Konrad Gut nicht mehr zur Wahl an. Seine Nachfolge übernahm Antonia Heinrich.
Die volle Million an Hilfsgeldern aufzubringen, ist Konrad Gut nicht ganz gelungen. Aber der Verein, der 41 Mitglieder zählt, hat viel geleistet. 912.000 Euro sind aufgebracht worden. Sie wurden in Projekte gesteckt, mit denen in Nordbrasilien Wasserleitungen gebaut, ein Slumviertel saniert und eine Berufschule mit Lernmaterialien ausgestattet wurden. In Nairobi, der Hauptstadt Kenias, unterstützt die Brasilien-Uganda-Hilfe ein Programm für Selbsthilfegruppen von Flüchtlingen aus den Krisengebieten Burundi, dem Kongo und Ruanda. In Kampala/Uganda läuft ein Patenschaftsprojekt für Aids-Waisen.
Konrad Gut hatte bereits vor zwei Jahren angekündigt, dass er seine Vorstandstätigkeit mit 75 Jahren aufgeben wolle. Das Alter hat er jetzt erreicht. Er selbst verabschiedete sich unprätentiös, wie er auch sein Amt ausgeübt hatte. Er habe die Arbeit gern gemacht, sagte er, und werde seine Erfahrungen auf Nachfrage weitergeben. Er habe bis an die Grenzen seiner Kräfte nach seinem persönlichen Leitsatz gewirkt, dem abgewandelten Ausspruch von Martin Luther King „I have a dream“, hob seine Nachfolgerin hervor. Er habe tausenden von Menschen geholfen. Sein Tun reichte von A bis Z. Ein ganzes Alphabet hatte der Verein zusammengestellt, um seine Tätigkeiten aufzuzählen, hob seine Nachfolgerin hervor. Ihrem Vorschlag, Konrad Gut zum Ehrenvorsitzenden zu ernennen, folgten alle Mitglieder spontan.
Antonia Heinrich hat sich schon seit Jahren im Verein engagiert und Gut auf seinen Reisen begleitet. Sie wurde einstimmig zur Vorsitzenden gewählt. Ihr zur Seite stehen Pfarrer Hubert Schulz als Stellvertreter und Andrea Garbe als Schatzmeisterin. Sie wurden in ihren Ämtern bestätigt.
Die neue Vorsitzende gab einen Überblick über die derzeitigen Aktivitäten des Vereins. Die Arbeit in Brasilien gehe weiter. Bei dem Flüchtlingsprojekt in Nairobi solle der Schwerpunkt auf alleinstehende Jugendliche gesetzt werden. Ausführlich befasste sich Antonia Heinrich mit dem Patenschaftsprojekt in Kampala. 170 Kinder und Jugendliche werden dort betreut. Der Anteil der an Aids infizierten Mädchen ist dort fünfmal höher als der von Jungen. Angedacht ist eine besondere Schulung, um die Mädchen zu stabilisieren. Das Projekt braucht Geld. 11 Jugendliche sind HIV-positiv und bedürfen besonderer Unterstützung bei der Ernährung und beim Transport. Für die Kinder, die keine Familien haben, wurde im September die Gründung eines Clubs angestoßen. Er soll zu einem Netzwerk führen, das u.a. bei der Berufsausbildung behilflich sein kann.