Brandstiftung nicht Ursache des Feuers in Isernhagener Druckerei

Polizeikommissar-Anwärter Julian Hanne, links, und Polizeioberkommissar Andreas Leipziger untersuchen noch einmal den Bereich der Halle, in dem der Brand, wie sie vermuten, ausgebrochen ist. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Brandermittler: Feuer entwickelte Temperaturen bis 1.200 °C

ISERNHAGEN HB (hhs). Als Ursache des Brands in einer Druckerei in der Eisenstraße im Gewerbegebiet Isernhagen HB am Donnerstag vergangenen Woche liege in keinem Fall Brandstiftung vor. Das erklärten die beiden Brandermittler der Polizeidirektion Hannover im Gespräch mit den Burgwedeler Nachrichten am Vormittag. Die Brandermittlung vor Ort sei vorerst abgeschlossen. Nun werde man die vorgefundenen Spuren auswerten. Anfang kommender Woche soll schließlich ein Ermittlungsergebnis formuliert werden.

Bei dem Brand am Donnerstag vergangener Woche war eine Lagerhalle, in der sich auch eine Druckerei, befand vollkommen ausgebrannt. Der Brand war gegen 16.15 Uhr ausgebrochen, insgesamt 170 Feuerwehrleute aus allen Ortsteilen Isernhagens sowie aus den Nachbarkommunen Burgwedel und Langenhagen und Kräfte des THW waren bis in die Nacht hinein im Einsatz, ehe sie den Brand vollständig löschen konnten. Die dicken schwarzen Rauchwolken sollen bis Hannover zu sehen gewesen sein.
Am Freitagmorgen nahmen die Brandermittler der Polizeidirektion Hannover ihre Arbeit auf. Bis gestern haben sie keinerlei Hinweise auf Brandstiftung vorgefunden. Einen Zusammenhang mit anderen Brandstiftungen in der Gemeinde Isernhagen könne man nicht feststellen, erklärte Polizei Oberkommissar Andreas Leipziger gestern Mittag gegenüber dieser Zeitung. Der Brand sei im Bereich der Druckmaschinen ausgebrochen (nordwestliche Ecke der Halle zu Individual Automobile Kia). Das Feuer habe dort im unteren Bereich Temperaturen von mehr als 600 °C erreicht. Das sei so heiß, dass sogar dünnere Aluminiumprofile zu Tropfen zusammengeschmolzen seien. Die zweistöckigen Metallkonstruktionen der Regale im Lager sind offenbar von unten so heiß geworden, dass sie in leichter Drehung zusammengesunken sind, so Leipziger weiter.
Im oberen Bereich des Nordgiebels der Halle schätzte er die Temperaturen auf 1.200 °C. „Man kann das sehr gut an der Betondecke dort oben sehen“, erklärte der Brandermittler. „Diese hängt jetzt nach dem Brand durch. das ist ein Anzeichen dafür, dass die Stahlarmierung im Beton zu schmelzen begonnen hat. Hier herrscht akute Einsturzgefahr“.
In den kommenden Tagen sollen nun die vorgefundenen Spuren ausgewertet werden. Man müsse noch genau ermitteln, welche Dinge sich an welcher Stelle im Lager befunden haben bei Ausbruch des Feuers, um die Entwicklung der hohen Temperaturen nachvollziehen zu können.
In der Halle herrscht augenscheinlich Totalschaden. Sie ist abgesperrt und darf nicht betreten werden, wegen der Einsturzgefahr. Bei dem Brand sind die Firmen und Geschäfte im vorderen Bereich des Gebäudes mit einem blauen Auge beinahe unbeschadet davon gekommen. Nur die Versorgung mit Strom und Telefon ist noch nicht wieder hergestellt. Der Wirt des vietnamesischen Restaurants hofft, dass er seine Gäste ab Donnerstag wieder bewirten kann. Dann, so sagte er gegenüber den Burgwedeler Nachrichten, habe man ihm zugesagt, dass alles wieder laufe. Auch die anderen Firmen im vorderen Gebäudebereich hoffen auf den Donnerstag dieser Woche. Hans-Heinrich Redeke, Inhaber von Redeke-Pumpen, ist zuversichtlich. Nach seiner Kenntnis sollen die neuen Stromzähler im Schaltraum schon installiert ein. Der Elektriker habe versichert, dass spätestens am Donnerstag alles wieder in Ordnung sei, sofern sich nicht noch herausstelle, dass die Hausanschlüsse im Boden von der großen Hitzeentwicklung in Mitleidenschaft gezogen worden sind. „Wir haben alle gesehen, wie abhängig wir vom Strom geworden sind, keine Schreibmaschine, kein Computer, kein Telefon, nicht einmal die Kaffeemaschine funktioniert und zur Toilette konnten wir auch nicht gehen“.