Brand im Schützenhaus Wettmar war nur eine Übung

Dichter Qualm drang aus der Tür des Schützenhauses, vor der sich die Atemschutzegeräteträger auf den Einsatz vorbereiteten. (Foto: Renate Tiffe)

Alle Burgwedeler Wehren waren mit 125 Kräften im Einsatz

WETTMAR (ti). Die Sirenen schrillten am Mittwoch um 19.11 Uhr. „Explosion im Schützenhaus Wettmar“ hieß es in der Einsatzmeldung für alle sieben Burgwedeler Feuerwehren. Im Gebäude, aus dem Qualm aufstieg, sollten sich etwa 15 Personen befinden. Das Feuer habe sich im KK-Stand entzündet, wo drei Personen mit der Reinigung beschäftigt waren, wurde bekannt gegeben. Den Einsatz leitete der stellvertretende Ortsbrandmeister aus Wettmar, Ingo Bähre.
Es war klar, dass es vor allem um die Rettung von Menschenleben gehen musste. Binnen fünf Minuten war das erste Feuerwehrfahrzeug aus Wettmar am Brandort. Die anderen Wehren folgten in kürzester Zeit. 125 Feuerwehrmänner und Frauen kamen zum Einsatz und 15 Fahrzeuge.
Gefragt waren vor allem die Atemschutzgeräteträger, die von mehreren Seiten ins Gebäude gelangen mussten. Jeweils als Trupp von zwei Leuten drangen sie in gebückter Haltung durch die Eingänge, während draußen der nächste Trupp bereit stand. Atemschutzgeräteträger können sich nur kurz im Innenbereich aufhalten und werden vom Atemschutzgerätewagen aus überwacht. 10 Trupps standen im Austausch bereit.
Um 19.22 Uhr hieß es dann auch „Wasser marsch“ aus drei Rohren. Vier Wasserentnahmestellen standen zur Verfügung und drei Tanklöschfahrzeuge.
Zu der Zeit waren Polizei und Notarzt schon zur Stelle und das DRK mit mehreren Einsatzwagen. Jeweils zwei Feuerwehrleute geleiteten oder trugen nach und nach die hustenden „Verletzten“ aus dem Haus an die Straße zur „Patientenablage“, wo der Notarzt die Behandlung anordnete. 10 Verletzte
und zwei Tote wurden am Ende gemeldet. Gegen 20.30 Uhr löste sich die gespenstische Szenerie am Schützenhaus auf.
Vermutlich hat sich der Adrenalinspiegel der meisten Einsatzkräfte etwas gesenkt, als sie erkannten, dass es sich um eine Übung handelte. Korrekt und schnell musste trotzdem gehandelt werden. Am Ende trafen sich alle im Schützenhaus, wo sie von Stadtbrandmeister Friedhelm Leisenberg begrüßt wurden. Bürgermeister Dr. Hendrik Hoppenstedt hatte den Einsatz mit angeschaut und die Leiterin des Ordnungsamtes, Andrea Stroker, sowie der scheidende und der künftige Abschnittsleiter Heinz-Jürgen Krüger und Horst Holderith aus Neuwarmbüchen. Die Einsatzübung, die in der Regel einmal im Jahr stattfindet, werde zum Lernen veranstaltet und gebe einen Überblick, über die Einsatzbereitschaft der Stadtfeuerwehr, sagte Leisenberg. „Hast Du gut gemacht“, lobte er Ingo Bähre. Eine Manöverkritik erfolgt später wenn die gesammelten Daten beisammen sind.
Der Schützenvereinsvorsitzende Joachim Schluckebier-Risse hatte die Übung mit Interesse und augenscheinlich ohne große Besorgnis verfolgt. Seine Vereinsmitglieder hatten als Komparsen gedient. Die Gewehre und die Munition waren sicher in der Waffenkammer gelagert und waren nicht Gegenstand der Übung gewesen.