Bonbonregen und kräftige Wasserbomben von der „Schwarzen Perle“

Mit einer schwarzen Perle unterwegs: Die Fußballabteilung Alt-Alt des FC Neuwarmbüchen. (Foto: Svenja Steinseifer)
 
Lässt sich chauffieren: Schützenkönigin Maren Becker. (Foto: Svenja Steinseifer)

Fröhliches Dorfgemeinschaftsfest in Neuwarmbüchen mit „karibischer Note“

NEUWARMBÜCHEN (svs). Sie gehört eigentlich in die Karibik. Besetzt von verwegenen Gestalten mit schwarzen Zähnen, spitzen Hüten und Narben schiebt sich die „Black Pearl“ am Ende des Festumzugs langsam durch Neuwarmbüchen. Von den Hobbypiraten gab es an mancher Straßenecke das, was Piraten im Überfluss haben: Eine Ladung Wasser!
„Wir haben etwas sechs Wochen an unserem Festwagen gebastelt, mit acht Mann“, sagt Matthias „Matze“ Weykopf von der Fußballabteilung Alt-Alt des FC Neuwarmbüchen. Sein Motto „immer etwas Neues zum Festumzug des Dorf- und Schützenfestes zu bieten“, hat er mit seiner Idee voll erfüllt: Die vollständig aus Holz gebastelte „Black Pearl“, schwarze Perle, fällt auf. Aufhänger sei der Kinostart des vierten Teils der „Fluch der Karibik“ – Reihe gewesen. Hohe Ansprüche stellen die Fußballer an sich und ihre Festwagen jedes Jahr. Neu soll es sein und ein echter „Hingucker“. Nach fünfzehn Jahren jährlicher Bastelarbeit werde die Ideenfindung „nicht unbedingt einfacher“.
Mit Insgesamt sechs Wagen sorgten der Reitverein und die Sparten des FC Neuwarmbüchen, begleitet vom Spielmannszug „Wenn die Musik kommt aus Wettmar und der Schallmeienkapelle FF Erxleben am vergangenen Samstag in Neuwarmbüchen dafür, dass es kein Wasser sondern Bonbons regnete. Geradezu „häuslich“ richtete sich der MGV „Immergrün“ mit einer offenen Fachwerkkonstruktion auf seinem Wagen ein. Die Sängerinnen des FC Neuwarmbüchens blieben ihrem Namen treu und schmückten ihren Festwagen ganz in „Rosenrot“. Elegant Schwarz hielt es Schützenkönigin Maren Becker im Mercedes-Cabrio.
Gerade erst am vergangenen Freitag befreite der 1. Vorsitzende Hans-Jürgen Rennspieß seine Majestät von den „Ketten des vergangenen Jahres“. „Ich schieße seit 24 Jahren“, verrät die gebürtige Wedemärkerin und Deutsche Meisterin der Juniorenklasse. 102,0 Ringe verhalfen ihr in diesem Jahr zur Königswürde. Gefolgt von Christiane Hinze mit 100,6 Ringen und Sigrid Becker mit 91,0 Ringen. Knapp an der Königswürde vorbei schoss sich Hartmut Westphal mit 101,0 Ringen. Zweiter wurde mit 99,7 Ringen Engelbert Kopowski. Horst Nolte landete mit 97,4 Ringen auf dem dritten Platz.
Als Maren Becker nach Neuwarmbüchen und zum Schützenverein kam, habe sie „auch ziemlich schnell“ die Leitung der Jugendabteilung übernommen. „Nachwuchsschützen sind uns jederzeit herzlich willkommen – wir haben eine Lichtpunktanlage“, betont Becker, denn Nachwuchs sei rar. Dorfkinderkönigin Alicia Walter traf mit dem Lichtpunktgewehr 99 Ringe. Leandra Walter errang mit 87 Ringen den Zweiten und Maximilian Tietz mit 85 Ringen den dritten Platz.
Pünktlich ging es am vergangenen Sonntag zum Scheiben annageln. Regnerisch, aber sehr schön sei es gewesen. „Wir haben uns nicht unterkriegen lassen“, sagt Hans-Jürgen Rennspieß, 1. Vorsitzender des Schützenvereins. Vor allem beim Bürgerkönig Dirk Walter, 129 Teiler, sei der Spaß groß gewesen. „Er war richtig schön aufgeregt, man hat ihm die Freude wirklich angesehen“, sagt Rennspieß. Mit Staunen verfolgten auch Walters Gäste aus den USA den Rummel um die Bürgerkönigsscheibe. Die Festscheibe, gestiftet von Jürgen Lange, ging mit 558 Teilern an Lars Hildebrandt.
Nicht nur Nachwuchs sei für das Vereinsleben wichtig, sondern auch eine rege Beteiligung allgemein. „Es ist ja ein Dorfgemeinschaftsfest“, sagt Uwe Koch. Mit Ponyreiten, Zöpfe flechten, Fahrgeschäften, einem Voltigier-Schnupperkurs und einem bunten Rahmenprogramm wurde für alle etwas geboten. Hans-Jürgen Rennspieß zeigt sich insgesamt zufrieden. Und die Mannschaft der „Black Pearl“ bastelt schon jetzt am Motto für das nächste Jahr.