Bockwindmühle in Wettmar – die Hauswände sind gesetzt

Ein großer und ein kleiner Kran waren notwendig, um die Wände einzupassen (Foto: Renate Tiffe)

Richtfest wird voraussichtlich im September gefeiert

WETTMAR (ti). Wieder ein Baufortschritt bei der Umsetzung der Wettmarer Bockwindmühle: die Hauswände sind gesetzt. Im August soll es weitergehen. Mit dem Richtfest wird im September gerechnet. Dann wird der zweite Bauabschnitt bald beendet sein. Die Flügel, die zum dritten Bauabschnitt gehören, werden sich allerdings erst im nächsten Jahr drehen.
Am Tag vorher war bereits der sogenannte Absackboden, die untere Plattform aufgesetzt worden und der Hammer auf der Spitze des Hausbaums montiert. Gut lesbar von der Steertseite her ist die Inschrift auf dem Hammer, die Auskunft gibt über den Wiederaufbau der Mühle 1798 und darunter über das Entstehungsjahr 1584. Die neuesten dendrologischen Untersuchungen, die der Heimatverein durchführen ließ, besagen, dass das Holz für den Hausbaum, den zentralen Teil der Mühle, 1581 gefällt wurde.
Aufgebaut wurden nun die vier Wände des Mühlenhauses mit der Windwand und der etwas höheren Steertwand gegenüber. An letzterer wird im August der Steert befestigt werden, mit dem die Mühle in den Wind gedreht wird. Der Wind, der an diesem Tag über die Anhöhe „Auf der Horst“ wehte – unten im Dorf kaum wahrnehmbar – ließ ahnen, dass es wohl an Windkraft an dieser Stelle, 60 Meter über dem Meeresspiegel, kaum fehlen wird.
Der Mühlenbauer Rüdiger Hagen, der das Wettmarer Projekt fachlich begleitet, war den ganzen Tag anwesend. Er zeigte sich angetan von dem zügigen Aufbau und der Präzision, mit der die Ersatzstücke in die noch vorhandenen Teile der Mühle eingefügt wurden. Eine Spezialholzbaufirma aus der Altmark, die Firma Blümner aus Bismarck, hatte den Auftrag übernommen. Sie wird jetzt an ihrem Standort die Kammräder in Arbeit nehmen, die abgesägt worden waren, als die Mühle zu Wohnbauzwecken umgebaut wurde. Zusammen mit der Flügelwelle sind sie Teil der Mechanik, die für den Antrieb sorgen wird.
Ebenfalls in Arbeit genommen, noch auf dem alten Platz am Mühlenweg, wird jetzt die Haube der Mühle. Das Dach wird neu verschalt und mit einer Teerabdeckung versehen. Wenn die Kammräder fertig sind, soll die Haube aufgesetzt werden. Dann soll Richtfest gefeiert werden. Gerd Brenneke, der Vorsitzende des Heimatvereins für das Kirchspiel Engensen-Thönse-Wettmar gibt als Termin den 2. September an.
Im September/Oktober sollen danach die Hauswände komplett verschalt und die Mechanik eingesetzt werden. In diesem Zustand wird die Mühle in den Winter gehen. Mit den Flügeln komplettiert werden soll sie erst im nächsten Jahr, wenn die bereits vorhandenen Lärchenstämme getrocknet sind. Bis dahin hofft der Heimatverein, dass noch weitere Spendengelder fließen.
Wie die Mühle nach Fertigstellung aussehen wird, darüber gibt ein Schild Auskunft, das vor kurzem auf dem Gelände installiert wurde. Auch weitere Informationen über die Geschichte der Wettmarer Bockwindmühle und die Finanzierung des EU-geförderten Projekts sind der Tafel zu entnehmen.