Blitz-Bilanz in Fuhrberg: 474 Verstöße in einer Woche

Eine schlüssige Erklärung dafür, dass die Messanlage an der Mellendorfer Straße in Fuhrberg allein 274 Tempoüberschreitungen gemessen hat, gibt es nicht. Die Anlage ist gut sichtbar und befindet sich nahe am Ortszentrum. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Beide Messanlagen arbeiten seit einer Woche problemlos

FUHRBERG (hhs). Noch vor Ostern waren die beiden Messanlagen in der Ortschaft Fuhrberg in Betrieb genommen worden. Sie sollten in erster Linie für mehr Ruhe sorgen nachts, wenn ab 22.00 Uhr auf der L 310 innerhalb der Ortschaft Tempo 30 gilt.
Geradezu begierig wartete man auf erste Erfolgsmeldungen im Ort. Doch die Stadt Burgwedel hatte ganz andere Probleme mit den Anlagen: Die beiden modernen Säulen litten unter „Kinderkrankheiten“, die ihnen ausgetrieben werden mussten. Zu Beginn der Messungen blitzten sie nur sechs Stunden, aber schon diese Mini-Bilanz konnte sich sehen lassen: 90 Kraftfahrer waren innerhalb des relativ kurzen Zeitraums geblitzt worden. Nun haben beide Anlagen eine Woche lang problemlos funktioniert: 474 Kraftfahrer müssen nun mit Post von der Region Hannover rechnen.
Die Schwachstellen der neuen Anlagen seien nun ausgemerzt, erklärte Andrea Stroker, die Leiterin des Ordnungsamtes der Stadt Burgwedel auf Anfrage der Burgwedeler Nachrichten. Es habe in der ersten Zeit Probleme sowohl mit Hard- als auch mit Software gegeben. Das sei nun behoben und in der vergangenen Woche habe es keinerlei Ausfälle mehr gegeben. In der Zeit vom 18. bis 26. April seien 200 Kraftfahrer von der Anlage an der Celler Straße, also aus Richtung Celle kommend gut 300 Meter hinter dem Ortseingang geblitzt worden. Die Anlage an der Mellendorfer Straße habe bei 274 Kraftfahrer bei einer Geschwindigkeitsübertretung dokumentiert.
Beide Anlagen seien täglich 24 Stunden in Betrieb gewesen. Die Umschaltung auf die unterschiedlichen Messbereiche Tempo 50 von morgens 6.00 bis abends 22.00 Uhr und nachts auf Tempo 30 sei vollkommen problemlos gelaufen. Der weitaus größere Teil der Verstöße geschehe nach den bisherigen Ergebnissen nachts während des Tempo 30-Gebotes. „Große Ausreißer nach oben haben wir bisher noch nicht feststellen können“, erläuterte Andrea Stroker die vorliegenden Ergebnisse.
„Aber es sind für den Zeitraum der Tempo-30-Begrenzung einige Kraftfahrer erfasst worden, die im Bereich um 70 km/h geblitzt wurden“. Und bei diesem Ergebnis droht den Fahrern nicht nur Bußgeld und Punkte in der so genannten Verkehrssünderkartei in Flensburg sondern auch Fahrverbot.
Das Hauptziel allerdings ist erreicht: Die nächtliche Lärmbelästigung ist in der Ortschaft ist deutlich gesunken.
Die Zahl „474“ Geschwindigkeitsüberschreitungen sieht beim ersten Hinschauen riesig aus. Bedenkt man, dass in diesen sieben Tagen etwa 80.000 Fahrzeuge an den Anlagen vorbei gefahren sind, dann ist nur etwa jedes 170. Fahrzeug zu schnell gefahren, das sind etwa 0,6%.