Bläserkreis St. Marcus Wettmar überzeugte mit Jubiläumskonzert

Am Sonntag feierte der Bläserkreis St. Marcus Wettmar sein 30-jähriges Bestehen vor beinahe „vollem Haus“. (Foto: Hans Hermann Schröder)
 
Landesposaunenwart Henning Herzog, links, überreichte die Ehrennadel an Dieter Weigel, den Gründer und ersten Chorleiter des Bläserkreises. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Musikalischer Bogen über 400 Jahre Kirchenmusik

WETTMAR (hhs). „Zwischen vorgestern und jetzt“, war das Konzert des Bläserkreises St. Marcus Wettmar zu seinem 30-jährigen Jubiläum überschrieben. Diesen besonderen musikalischen Event wollten sich knapp hundert Wettmarer nicht entgehen lassen, und sie hatten recht: Unter der Leitung von Rolf Lührs gelang es den Musikerinnen und Musikern eindrucksvoll, einen Bogen zu schlagen über 400 Jahre Kirchenmusik. Rolf Lührs moderierte die Stücke an, dort, wo es notwendig war, setzte er auf kurze aber sympathische Weise erklärende Akzente. Die Besucher dankten es nach jedem Stück mit großem Beifall. Der Bläserkreis sei eigentlich schon 44 Jahre alt, führte er aus. Da aber der Gründer des Bläserchores Dieter Weigel 14 Jahre im Ausland war, habe der Bläserkreis während dieser Zeit geruht, sagte er.
Der Bläserkreis begrüßte seine Gäste zunächst musikalisch mit einem Instrumentalstück von Johann Hermann Schein. Dieser Komponist aus dem frühen 17. Jahrhundert gilt als einer der wichtigsten Wegbereiter der Kantate und Begründer des weltlichen Liedes in Deutschland. „Musik bewegt die, die Musik machen und die, die Musik hören“, brachte Rolf Lührs die Bedeutung und Wirkung von Musik auf den Punkt. Der Bläserkreis habe sich vorgenommen, in diesem Konzert die Entwicklung der Bläsermusik darzustellen. Es folgten dann Werke von Bach und Händel und bis in die Gegenwart wurde der Bogen weiter geführt zu Dieter Wendel, Richard Roblee, Ralf Grössler und Michael Schütz.
Die Wettmarer Bläser hatten sich einige Verstärkung besorgt für diesen Anlass. Darunter befand sich auch Henning Herzog, der Landesposaunenwart der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover für den Bezirk Hannover. Herzog nutzte die Gelegenheit zu einer kurzen Laudatio des Bläserkreises St. Marcus Wettmar. Er erinnerte an das Gründungsjahr 1981: Damals sei der erste PC in den Handel gekommen und die Friedensbewegung habe sich auf ihrem Höhepunkt befunden. Zum ersten Mal seien mehr als 100.000 Menschen mobilisiert worden zur Friedensdemo in Bonn. Man habe sich inzwischen an das alles gewöhnt, fuhr er fort, auch an den Bläserkreis Wettmar, der zu einem ganz festen Bestandteil des Gemeindelebens in der Ortschaft gewachsen sei. Dann ehrte er die Musikerinnen und Musiker mit Ehrennadeln des Posaunenwerks und das war schon beeindruckend: Viele Mitglieder sind weitaus länger als 30 Jahre bei der Musik geblieben oder hatten schon vorher in anderen Bläserkreisen musiziert: Heinrich Kohlrust, Uwe Görke, Christa Dittmar, Claudia Koschitzki und schließlich Dieter Weigel, der Gründer und erster Chorleiter des Bläserkreises war. Alle 17 Mitglieder des Bläserkreises Wettmar erhielten diese Auszeichnung durch den Landesposaunenwart, „als Ausdruck der Wertschätzung Ihrer Arbeit hier“, wie er es ausdrückte.
Als Rolf Lührs die Besucher im zweiten Teil dann aufforderte, mit zu singen, geriet das Jubiläum beinahe zu einem Gottesdienst, in dem die Gemeinde inbrünstig mit sang zum Lobe Gottes. Das war der krönende Abschluss eines Jubiläumskonzerts, bei dem die Musiker nicht nur ihr hohes Können und ein breit gefächertes Repertoire bewiesen, sondern auch den Funken der Begeisterung für Musik auf die Besucher überspringen ließen. Alles gemeinsam ist die hohe Kunst.