Bilanz: NABU rettet 420 Amphibien vorm Verkehrstod

500 Meter lang war der Krötenzaun an der Straße zwischen Engensen und Ramlingen. Innerhalb einer Stunde war er abgebaut. (Foto: Horst Hagenberg)

NABU Burgwedel/Isernhagen baute den Krötenzaun ab

ENGENSEN (hhs).Nach einer Stunde war die Arbeit getan am Freitag vergangener Woche: Sieben Mitglieder des NABU Burgwedel und Isernhagen bauten den 500 m langen Krötenzaun an der Straße zwischen Engensen und Ramlingen ab. Seit dem 19. März hatte der Zaun, der die Tiere bei ihrer Wanderung zu ihren Laichgewässern vor dem sicheren Verkehrstod bewahren soll, hier gestanden. In dieser Zeit wurden 388 Erdkröten, 25 Frösche und 7 Molche vor dem Straßentod bewahrt und in ihre Laichgewässer getragen, davon 235 Kröten bereits in der ersten Nacht.
eit dem 31. März fingen sich keine Kröten mehr in den Netzen, die Rückwanderung hatte schon begonnen. Mit dem Fangergebnis ist der NABU Burgwedel und Isernhagen zufrieden. Im vergangenen Jahr wurden ebenfalls 388 Kröten gesichert. Das ist etwa soviel wie bei Beginn der Maßnahme im Jahre 2001, in dem 380 Erdkröten über die Straße getragen wurden. Trotz aller Bemühungen gab es in allen Jahren doch noch tote Erdkröten auf der Straße, die entweder vor dem Zaunbau zu den Laichgewässern wollten oder Lücken im Zaun gefunden hatten.
Das Fangergebnis lässt den Schluss zu, dass der lange und harte Winter dem Bestand an Erdkröten so gut wie gar nicht geschadet hat. Das sei gut so, freuten sich Horst Hagenberg und seine Mitstreiter vom NABU, „denn Kröten tun nur Gutes“, schmunzelte er mit Blick auf die Tatsache, dass jede Kröte in der warmen Jahreszeit gut ein Kilogramm an Insekten und Schnecken vertilgt und damit die Zahl dieser Plagegeister für Mensch, Tier und Gartenpflanzen in Grenzen hält. Kröten sind aus Menschensicht keinesfalls Sympathieträger, sie sind hässlich, plump, bewegen sich langsam, vollkommen ohne den Charme eines Rehkitzes oder eines Kükens, und man sieht sie bei Tage kaum. Da gibt es allenfalls Zufallsbegegnungen mit ihnen draußen, wenn man sie unter einem Stein findet oder unter Holz. Nachts allerdings sind sie aktiv und jagen nach Beute, vollkommen lautlos und unerkannt. Töne oder Geräusche geben sie dabei nicht von sich, über die man wenigstens auf die Anwesenheit dieser Tiere im eigenen Garten schließen könnte. Wenn wir sie finden, wirken sie fremdartig und bedrohlich auf uns, vielleicht sogar ekelig, sicherlich unterbewusst in Erinnerung vieler Märchen: Darin fehlen niemals irgendwelche getrockneten und absonderlichen Bestandteile dieser Tiere in den Zauber- und Hexengetränken, mit denen häufig guten Menschen Böses angetan werden soll.
Dennoch, wer auf eine Kröte trifft, sollte auch immer an das Kilogramm Plagegeister denken, die sie im Laufe eines Sommers vernichtet.