Bewegende Aufführung in der Ludwig-Harms.Kirche

Beeindruckende Aufführung des Jugendchors in der Fuhrberger Ludwig-Harms-Kirche. (Foto: Fritz Wöhler)

Jugendchor „Kitty - Gegen das Vergessen“

FUHRBERG (r/bs). Am vergangenen Sonntag bot der Jugendchor der Ludwig-Harms-Kirchengemeinde in Fuhrberg ein Musikerlebnis der besonderen Art: Er hatte zu einem Musical eingeladen: „Kitty - Gegen das Vergessen“. Jeder Besucher wusste, was ihn erwartete, Nachdenklichkeit, Betroffenheit, Selbstreflektion und Erschütterung. Es ging um die Geschichte der Anne Frank.
Ein Moment des Innehaltens, der Stille senkte sich über die Besucher, als der letzte Ton des Musicals „Kitty – Gegen das Vergessen“ verklungen war. Die Darstellung des Jugendchors, der in der Fuhrberger Ludwig-Harms-Kirche das in Musik umgesetzte Tagebuch der Anne Frank präsentiert, geriet beeindruckend und hatte alle Besucher ganz in ihren Bann gezogen, man konnte in der Ludwig-Harms-Kirche eine Stecknadel fallen hören. Ein alle Besucher bewegender Moment. Der Jugendchor Fuhrberg hatte das in Musik umgesetzte Tagebuch der Anne Frank in so einfühlender und dennoch nachdrücklicher Weise vorgetragen, dass die Besucher noch lange nach der Aufführung emotional stark ergiffen waren.
Monatelang hatten die Sänger mit ihrem Leiter Andreas Schröder an diesem Stück gearbeitet. Sie hatten das Buch gelesen, Bergen-Belsen besucht und sich intensiv mit dem Thema der Judenverfolgung auseinandergesetzt. Das Tagebuch der Anne Frank gehört heute mit zur Schullektüre, ist also weitgehend allen Besuchern bekannt gewesen. Die immer stärker werdende Bedrohung, die Angst und die Beklemmung dieser acht Menschen, versteckt auf engstem Raum, bis hin zum Verrat. Das alles hat der Jugendchor auf einzigartige Weise musikalisch umgesetzt. Ergreifend die letzte Szene: Der Vater Anne Franks, der einzig Überlebende, verliest die Namen und Todesorte der sieben Umgekommenen. Die Beklemmung aller in der Kirche war spürbar geworden.
Musikalisch und schauspielerisch war es eine ganz große Leistung des Chores und seines ausgesprochen engagierten Leiters. Der Chor wurde von einer fünfköpfigen Band  mit Klavier, Schlagzeug, Bassgitarre, Saxophon und Querflöte begleitet.
Anschließend ging ein Korb mit Steinen durch die Reihen, die, einem jüdischen Brauch folgend, zusammen mit brennenden Teelichtern an der Stele neben der Kirche niedergelegt wurden. Eine ergreifende Veranstaltung gegen das Vergessen beinahe auf den Tag genau 65 nach dem Endes des Krieges.