Bestandsaufnahme per Rad

ADFC und Ortsrat besichtigten das Radwegenetz in Kleinburgwedel auf einer sonntäglichen Fahrradtour.
 
Die Sanierung des Wirtschaftsweges zwischen Klein- und Großburgwedel in Verlängerung der Gartenstraße würde laut ADFC eine attraktive Fahrradverbindung schaffen.

ADFC und Ortsrat besichtigen sieben „Brennpunkte“ im Kleinburgwedeler Radwegenetz

KLEINBURGWEDEL (bgp). In jedem Jahr nimmt der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) das Radwegenetz in den Burgwedeler Ortschaften unter die Lupe und macht auf Missstände aufmerksam. Zur Bestandsaufnahme in Kleinburgwedel trafen sich die ADFC-Vertreter mit dem vollzähligen Ortsrat am Sonnabendnachmittag zu einer Fahrradtour am Feuerwehrhaus. Harald Rietz vom Bauamt der Stadt Burgwedel kam als zuständiger Mitarbeiter für den Fahrradverkehr dazu. ADFC-Sprecher Dr. Steffen Timmann präsentierte den Teilnehmern anhand einer Karte sieben Schwachstellen, die der Verein im Radwegenetz rund um den Ort ausgemacht hatte.

Auf Wunsch einer Einwohnerin wurde ein weiterer Punkt angefahren, der sich am Ortseingang der Kreisstraße 118 von Großburgwedel nach Kleinburgwedel befindet. Eine Verkehrsinsel sorge durch die Beschilderung beim Links abbiegen von Großburgwedel kommend in die Straße „Neues Land“ für eine Sichtbehinderung, so die Kleinburgwedelerin. Ohnehin erfordere der Verkehrspunkt erhöhte Aufmerksamkeit, da die zulässige Höchstgeschwindigkeit zwischen den beiden Ortschaften auf rund 600 Metern Länge 100 Stundenkilometer betrage und leider nicht 70, bestätigte Ortsbürgermeister Jürgen Schodder. Das habe sich besonders nach einem schweren Unfall gezeigt, bei dem ein Auto und ein Motorrad kollidiert seien. Kritisch bewertet wurde an der Stelle auch die Querung für Fahrradfahrer, die aus Richtung Großburgwedel kurz hinter dem Kleinburgwedeler Ortseingangsschild über die Insel mit Wartezone auf den rechts liegenden Fahrradschutzstreifen wechseln müssen. Erst in diesem Jahr war die Fahrbahn nach einer umfassenden Sanierung durch die Region Hannover freigegeben worden, eine rote Markierung der Fahrradschutzstreifen ist bisher noch nicht erfolgt, soll aber nachgebessert werden.

Drei „Brennpunkte“ stellte Timmann seitens des ADFC besonders in den Vordergrund. In der Verlängerung der Kleinburgwedeler Gartenstraße befindet sich parallel zur K118 ein Wirtschaftsweg, der in Richtung Großburgwedel in eine asphaltierte Nebenstraße mündet, die bis zum Schützenplatz führt. Für den Radverkehr ist der Weg nur bedingt geeignet, da dort viele Schlaglöcher und sandige Stellen sind. Die Befestigung des Weges würde eine ideale Radverbindung zwischen den beiden Orten bilden, so Timmann. Da ein Teil der Großburgwedeler Grundschulkinder ohnehin dem Schulbezirk Kleinburgwedel zugeordnet sei, könnten die älteren Kinder relativ gefahrlos mit dem Fahrrad über diese Strecke zur Kleinburgwedeler Grundschule gelangen.

Zahlreiche Mängel aufgelistet - Rote Markierung der Fahrradschutzstreifen wird noch erfolgen

Bei den Beteiligten herrschte Einigkeit darüber, dass der Weg saniert werden muss. Die Art des Belages richte sich jedoch nach den Kosten und der anschließenden Nutzung des Weges durch Landwirte, die mit schweren Fahrzeugen zu ihren Flächen gelangen müssten, hielten die Teilnehmer fest. Außerdem werde der Weg später auch von Bewohnern des dort geplanten Neubaugebietes genutzt werden, erklärte Schodder.

Auf der Radstrecke an der Bahnhofstraße machten die Experten gleich mehrere Schwachstellen aus. Zwar sei der Weg gut beleuchtet, aber doch sehr schmal und uneben. Zweimal müssten die Radfahrer die Bahnhofstraße queren, die zudem an einem Abschnitt mit Kopfsteinpflaster ausgeführt ist, das bei Regen und Verschmutzung durch den Busverkehr sehr rutschig werden kann. Die Fahrt auf der Strecke am alten Bahnhofsgebäude entlang gleicht einem Hindernislauf mit Unebenheiten und Fahrradbügeln, die umfahren werden müssen. Ein Ausbau des parallel verlaufenden Wirtschaftsweges unterhalb der Bahnhofstraße könnte nach Meinung des ADFC Abhilfe schaffen, da er direkt vor dem großen Fahrradstellplatz am Bahnhof endet. Der Vorschlag traf durchaus auf Zustimmung bei den politischen Vertretern, die jedoch hohe Kosten zu bedenken gaben.

Auf der Mängelliste steht außerdem die Autobahnbrücke am Würmseeweg. Dort ist gar kein Radweg vorhanden, die Strecke wegen des Kopfsteinpflasters schlecht befahrbar. Die Überquerung der Landesstraße 381 zwischen Reiterhof und Tempelweg ist ein weiterer Gefahrenpunkt. Timmann regte beim Kleinburgwedeler Ortsrat auch an, die Siedlung Heidewinkel besser anzubinden und einen Radweg zwischen Kleinburgwedel und Thönse an der K146 entlang zu bauen. Die Vorschläge liegen dem Ortsrat nun zur Beratung vor.