Beim Schützenumzug am Sonntag stellte sich die „Fuhrberger Spritzengruppe“ der Öffentlichkeit vor

Zum ersten Mal seit ihrer Gründung im vergangenen Jahr stellte sich die Fuhrberger Spritzengruppe in voller Montur vor. (Foto: Hans Hermann Schröder)
 
Platzkonzert auf dem Festzelt mit dem Fanfarenzug Thönse. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Festzelt und Vergnügungspark waren gut besucht

FUHRBERG (hhs). Am Samstag erhielten die Majestäten, mit Ausnahme des Schützenkönigs, dann ihre Scheiben. Wie in vielen Jahren zuvor war allgemeines Treffen in der Dorfmitte, mit Feuerwehrmusikzug, einem Fanfarenzug aus Mehrum bei Peine, und dann ging es los zu Mike Neddermeyer nur knapp 200 Meter vom Treffpunkt entfernt. Sein Vater Heiner Neddermeyer leitete den Musikzug, und kaum war der erste Marsch gespielt, war man schon am Ziel. Das „Drum Corps Blue Eagles Mehrum“ hatte man gerade seinen ersten Titel intoniert. Kräftig gestärkt ging es dann weiter, bis alle Scheiben zu ihrem Bestimmungsort gebracht waren. Mit der Rückkehr zum Schützenplatz, startete dann der Kindernachmittag. Bis 18.00 Uhr sorgte ein buntes Programm a mit vielen Überraschungen und Darbietungen des Tanz-Sport-Clubs für unterhaltsame Stunden. Am Abend begeisterte ein DJ insbesondere die jüngeren Gäste auf dem Zelt. Großer Festball bis in den frühen Morgen mit Discoklängen, das könnte das Erfolgsmodell für eine gesicherte Zukunft der Schützenfeste sein. Es fanden sich zwar auch Stimmen, die diese Entwicklung eher kritisch betrachteten und die Gemütlichkeit früherer Schützenfeste vermissten, die Altersgruppe der Schützengeneration „unterhalb der Vierziger“ war aber des Lobes voll und zufrieden.
Der Schützenfestsonntag gehört dem Schützenkönig: Die Feierlichkeiten begannen um 11.00 Uhr mit dem Zeltgottesdienst, der schon mehr Besucher als in diesem Jahr verzeichnen konnte. Im Anschluss hatten die Majestäten zur Königsvesper geladen, es gab Deftiges, Sülze mit Bratkartoffeln und als Alternative zur Sülze natürlich auch Matjes.
Viel Zeit konnten sich die Besucher dabei nicht lassen, denn am „Königstag“ geht es in Fuhrberg Schlag auf Schlag: Um 13.30 Uhr begann die Begrüßung der auswärtigen Vereine und der ortsansässigen Vereine und Verbände. Für den musikalischen Rahmen der Begrüßung und des sich anschließenden Umzuges sorgten wieder der Feuerwehrmusikzug Fuhrberg/Kleinburgwedel und das Fanfarencorps aus Mehrum. Nun auch wieder vor Ort der Fanfarenzug Thönse, seit vielen Jahren gern gesehener Gast beim Fuhrberger Schützenfest. Die Thönser waren am Samstag zum ersten Mal seit Jahren wegen eines anderen Termins verhindert.
Los ging es um 14.00 Uhr zu Schützenkönig Kay Neuhaus in der Mecklenburger Straße. Schützenchef Segger hatte diesem schon am Samstag einen ganz besonderen Orden übergeben: „Nie wieder Vize“, war darauf zu lesen in Anspielung der Tatsache, dass Neuhaus nach einigen Versuchen als Vizekönig in diesem Jahr nun zum ersten Mal den Königstitel errungen hat. Seine Frau Nicole wurde Kaiserin in diesem Jahr. Der Zuge der Marschierenden war lang: Inmitten der drei Musikgruppen unter anderem auch wieder dabei die Vorderladerschützen des Schützenvereins Kleinburgwedel, eine Abordnung des Schützenvereins Großburgwedel, der MGV Liederkranz Fuhrberg, die Soldatenkameradschaft, die Kindertagesstätte, die Jugendwehr und natürlich der TSC.

Neu im Gesamtbild des Umzuges war in diesem Jahr eine ganz besondere Gruppe, die sich der Geschichte der Feuerwehrtechnik der ortsansässigen Wehr verschrieben hat: Die Fuhrberger Spritzengruppe. Diese Gruppe hat sich zu einem richtigen Hingucker entwickelt. Die Idee geht zurück auf den Feuerwehrkameraden Marc Otte. Dieser hatte die Existenz einer alten Handdruckpumpe aus den Anfängen der Fuhrberger Wehr zum Anlass genommen, eine historische Löschgruppe ins Leben zu rufen. Er musste seine Kameraden nicht lange bitten, ihn dabei zu unterstützen. Schließlich wissen alle um den hohen Spaßfaktor, der sich üblicherweise in Historischen Löschzügen entwickelt. Die Gründung soll am 28. Dezember 2009 um genau 19.08 Uhr stattgefunden haben. Der Name ist eine Reminiszenz an die Gründungszeit der Ortswehr, als es neben einem Hauptmann auch einen Steiger und einen Spritzenmann gab. Inzwischen ist die Handruckpumpe wieder einsatzbereit und die Männer um Marc Otte, immerhin weitere 14, darunter ein Teil des Ortskommandos, haben auch schon gewaltige Fortschritte in Bezug auf ihre persönliche Ausrüstung gemacht: Ein Einsatzfeuerwehrfahrrad ist schon vorhanden, dass von Ralf Eichmann gelenkt wird. „Kettenfahrzeuge sind eigentlich nur der Bundeswehr vorbehalten“, flachste ein Kamerad darüber, als er das schmucke mehr als 50 Jahre alte Fahrrad anschaute. Selbst die Uniformen sind vorhanden und auch die Helme, aber über diese spezielle Geschichte werden die Burgwedeler Nachrichten zu einem späteren Zeitpunkt berichten.

Nach einer guten Stunde kamen alle wieder zurück zum Festplatz. Dort auf dem Festzelt untermauerten die Schützendamen wieder ihren Ruf, dass sie nicht nur gut schießen können, sondern auch am Backherd ihre Frau stehen: Ein Kuchenbüfett der besonderen Klasse erwartete die Gäste mit außergewöhnlichen Torten und Kuchen in großer Zahl. Die drei Musikzüge gaben während der Kaffeetafel noch ein Platzkonzert, während sich draußen der Festplatz gut füllte. Die Sonne ließ sich blicken und es war beinahe kuschelig warm in Fuhrberg für gut zwei Stunden. Bratwurst, Steaks und Pommes fanden ihre Freunde, die Karussells waren gut ausgelastet und die Schießbude auch. „Gestern hätte ich am Liebsten einen Glühwein im Angebot gehabt, heute trinke ich ein kühles Helles“, prostete ein Schützenbruder seinem Vereinskollegen zu.
Zum Abschluss des Schützenfestes beginnt immer das Gurkenfest, eine Fuhrberger Spezialität, auf die Insider sich jedes Jahr wieder besonders freuen. Man lernt lernt dabei, Gurkensaft auf ganz spezielle Weise zu genießen. Eine Scheibe gibt es auch für die Teilnahme daran. Im vergangenen Jahr hatte Sabine Brüning diese Scheibe gewonnen. Seit Montag steht es fest: Christiane Brillowski löst sie als Gurkenkönigin in diesem Jahr ab.