Baumbestattungen bald möglich

Annette Hahne (links) und Beate Meyer-Bothling zwischen den jungen Bäumen, unter denen zukünftig Särge und Urnen bestattet werden können. (Foto: Andrea Hesse)
 
Der große silberne Container steht zukünftig nicht mehr zur Verfügung. Stattdessen werden alle Abfälle in verschiedene Behälter sortiert. Handkarren helfen beim Transport. (Foto: Andrea Hesse)

Neues Konzept sorgt für eine ökologische Aufwertung des Friedhofes Fuhrberg

FUHRBERG (r/lo). Heimische Eichen und Birken sind bereits auf dem Friedhof in Fuhrberg gepflanzt, ab 2021 gibt es dort dann die Möglichkeit für eine Baumbestattung. Der Friedhofsausschuss der Ludwig-Harms-Kirchengemeinde in Fuhrberg hat in den zurückliegenden Monaten ein Konzept für den Kirchenfriedhof im Ort entwickelt. „Der Bedarf an pflegeleichten Grabstätten und der Wunsch nach neuen Bestattungsformen werden kontinuierlich größer“, sagen Beate Meyer-Bothling und Annette Hahne vom Friedhofsausschuss. „Wir wollen diesen Wünschen gerne nachkommen.“
Nach Beratungsgesprächen mit dem „Grünen Hahn“, dem Umweltmanagement der hannoverschen Landeskirche, ließ der Friedhofsausschuss zunächst heimische Bäume auf den großen freien Rasenflächen des Fuhrberger Friedhofes pflanzen. In wenigen Wochen, mit Beginn der Vegetationsperiode, wird sich zeigen, ob alle jungen Bäume angegangen sind und austreiben. Schon im nächsten Jahr können dann Särge und Urnen unter Bäumen bestattet werden.
Um den Friedhof naturnäher zu gestalten, plant die Kirchengemeinde darüber hinaus, pflegeleichte Hecken mit heimischen Sträuchern anzulegen, um Insekten und Vögeln Lebensraum zu bieten. „Um unseren Friedhof ökologisch aufzuwerten, möchten wir gerne wegkommen von geharkten Flächen und der klassischen Wechselbepflanzung“, berichten  Hahne und Meyer-Bothling weiter. Sie wünschen sich einen Wandel hin zu einer insektenfreundlichen Bepflanzung mit Stauden und planen für ein weiteres, bislang ungenutztes Rasenstück die Anlage einer Heidefläche und eines Bienenzaunes.
Ein weiteres Anliegen ist das überarbeitete Müllkonzept: Bis Ende 2019 wurden die auf dem Fuhrberger Friedhof anfallenden Abfälle nicht getrennt, sondern gesammelt in einem großen Container vom Abfallentsorger aha abgeholt. „Dieser Container hat uns in jedem Jahr mehrere tausend Euro gekostet“, berichtet Meyer-Bothling. Mittlerweile wurde der Müllsammelplatz am östlichen Rand des Friedhofes umgerüstet. Dort steht jetzt ein grüner Container für Restmüll, ein schwarz-gelber Container für Kunststoffe und eine Fläche zur Ablage von Grünabfällen zur Verfügung. Die bislang auf dem Friedhof verteilten schwarzen Maurerkübel zur Entsorgung von Abfällen aller Art gibt es nicht mehr.
„Wir bitten die Nutzerinnen und Nutzer unseres Friedhofes sehr herzlich, alle Abfälle selbst zum Müllsammelplatz zu bringen und in den jeweiligen Behälter zu werfen“, betont Hahne. An verschiedenen Stellen des Friedhofes stehen dazu Handkarren bereit, mit denen Abfälle leicht transportiert werden können – nur ein Einkaufswagen-Chip ist dafür erforderlich. Auch Grabsteine, die abgeräumt werden müssen, müssen zukünftig von den Verantwortlich selbst oder von beauftragten Steinmetzbetrieben abgeholt werden.
Um alle Nutzer des Fuhrberger Friedhofes über das veränderte Konzept zu informieren, wird in nächster Zeit ein Schaukasten mit allen wichtigen Informationen an der Friedhofskapelle angebracht. Der Friedhofsausschuss ist zuversichtlich, dass die Menschen in Fuhrberg die ökologische Aufwertung und die Sparbemühungen der Kirchengemeinde auf ihrem Friedhof unterstützen werden.