Baubeginn: Am Wettmarer Weg entsteht Fuhrbergs zweite Biogas-Anlage

Die Erdarbeiten für den Bau der Silage-Wannen laufen auf Hochtouren, denn der Mais muss schnell geerntet und siliert werden. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Anlage soll noch in diesem Jahr Strom und Wärme produzieren

FUHRBERG (hhs). In der Ortschaft Fuhrberg haben am Montag dieser Woche die Bauarbeiten für eine zweite landwirtschaftliche Biogasanlage im Ort begonnen. Daniela und Henning Warnecke, Inhaber des landwirtschaftlichen Betriebs Denken Hof, sind die Bauherrn und investieren etwa 1,5 Millionen Euro in das Projekt. Mit der Anlage wollen sie Strom und Wärme aus Biogas erzeugen. Noch in diesem Jahr soll die Biogas-Anlage ans Netz gehen.
Wer mit offenen Augen in der Gemarkung Fuhrbergs unterwegs war, konnte es erkennen, dass hier die zweite Biogas-Anlage der Ortshaft entsteht: Die Vermesser waren tagelang auf dem Grundstück beschäftigt, Auch die Maisfelder fielen ins Auge, und wer es genau wissen wollte, dem standen Daniela und Henning Warnecke immer offen Rede und Antwort. Mit dem Bau der Anlage wollen sie ihren Betrieb zukunftsfähig erhalten, denn in den kommenden Jahren droht ein Problem: Ein Teil der Produktion, so genannte „Schnapskartoffeln“, wird seit Jahren in der Brennerei zu Alkohol verarbeitet. „In zwei Jahren wird wahrscheinlich das Brandweinmonopol gekippt und damit werden wir diese Einkommensquelle verlieren“, befürchtet der Landwirt. Er habe reagieren müssen und den Übergang des Betriebs zu Sonderkulturen ebenso verworfen wie die Investition in Geflügelmast.
Die Biogas-Anlage entsteht am östlichen Dorfrand Fuhrbergs auf dem Eckgrundstücke Grasbruchweg/Wettmarer Weg. Am Montag wurde zunächst die Waage in Fertigteilen mit einem Tieflader hierher gebracht und unter Einsatz eines großen Krans zusammengeschweißt und in ein dafür vorgesehenes Loch gesetzt. Seitdem verrichtet die Baufirma zunächst Erdarbeiten in großem Umfang. Zunächst sollen die Silos für den kleingehäckselten Mais fertiggestellt werden. „Die Zeit drängt“, erklärte es Henning Warnecke. Der Mais sei ausgewachsen und müsse bald eingelagert werden.
Die Warneckes wollen ihre Anlage im so genannten „Drittel-Mix“ betreiben: Ein Drittel Gülle aus ihrer gleich nebenan liegenden Schweinehaltung, ein Drittel Maissilage und ein weiteres Drittel Silage aus Gras und Zwischenfrüchten. Dafür werden 80 Hektar Mais angebaut und 150 Hektar Gras und Zwischenfrüchte. Wie die Flächen für Gras und Zwischenfrüchte aussehen werden, könne man schon an der Begrünung um seine Maisflächen sehen, so der Landwirt.
Die neue Biogas-Anlage wird 370 kW Strom liefern und etwa 135 kW Wärme. Der Strom werde in das allgemeine Netz eingespeist, so Henning Warnecke. Die Wärme diene zunächst dazu, den Schweinestall zu beheizen und Holz-Hackschnitzel zu trocknen. Er denke allerdings auch darüber nach, zukünftig auch Wohnhäuser in der Nähe der Anlage mit Fernwärme zu versorgen. Die Wärme-Leistung der Anlage reiche für eine ganz Anzahl von Wohnhäusern aus. Mit dem so genannten „Gärrest“ der Anlage, das ist gewissermaßen der Schlamm, der beim Produktionsprozess von Biogas übrig bleibt, werde er seine Äcker düngen. „Der Gärrest wird von einem Fahrzeug aus als Dünger direkt auf den Acker gebracht und dort gleich in den Boden eingearbeitet. Geruchsbelästigungen entstehen dabei nicht“. Außerdem sei die Geruchsbelästigung durch den Gärrest weitaus geringer als bei Gülle, sagt der Landwirt, er stinke halt nicht so stark. Warnecke baut neben den Stoffen für die Biogasanlage auch Kartoffeln für die Fuhrberger Brennerei an und Getreide für seine Schweine. Die Anlage erfülle den höchsten technischen Sicherheitsstandard, weil sie im Wasserschutzgebiet liege. Das Blockheizkraftwerke verfüge über einen Aktivkohlefilter und alle Behälter seien Gas- und Geruchs dicht.