Bald neue Oberschule mit oder ohne gymnasiales Angebot?

Haupt- und Realschule werden bald in der neuen „Oberschule“ aufgehen, entweder mit oder ohne gymnasiales Angebot. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Weiterentwicklung der Schulstruktur nimmt Gestalt an

BURGWEDEL (hhs). Die Weiterentwicklung der Schulstruktur in der Stadt Burgwedel nimmt jetzt konkrete Gestalt an. Zur Erinnerung: Im vergangenen Jahr hatte die Verwaltung dem Schulausschuss vor dem Hintergrund der Entwicklung der Schülerzahlen insbesondere im Bereich der Hauptschule Burgwedel, der Wanderbewegung zu anderen Schulstandorten und der Ausweitung der Durchlässigkeit zwischen den Schulformen ein Konzept zur zukunftsfähigen Weiterentwicklung des vorhandenen Schulangebots vorgelegt. Das Konzept, dass unter dem Arbeitstitel „Stadtschule“ eine Zusammenfassung von Real- und Hauptschule vorsah und starke Attraktivität beinhaltete, hatte die Erhaltung des Schulstandortes Burgwedel auf der damaligen Erlasslage zum Ziel.

Unterdessen zeichnen sich wesentliche Veränderung in der Niedersächsischen Schulgesetzgebung ab: Am 8. Dezember vergangenen Jahres wurde im Landtag das Gesetz zur Neuordnung der Schulstruktur in Niedersachsen eingebracht, Der Landtag wird dieses im März beschließen. Mit dem Wirksamwerden der Veränderungen im Niedersächsischen Schulgesetz wird die neue Schulform „Oberschule“ die zusammengefassten Haupt- und Realschulen ersetzen ebenso die Kooperativen Gesamtschulen. Nach den Neuregelungen können dann zwei Organisationsformen bzw. Profile an den Oberschulen eingerichtet werden: Einmal als Oberschule ohne gymnasiales Angebot. (Dieses Profil ist mindestens zweizügig mit mindestens 52 Schülerinnen/Schülern pro Jahrgang). Zum anderen als Oberschule mit gymnasialen Angebot (Mindestens dreizügig mit mindestens 79 Schülerinnen/Schüler pro Jahrgang. Die Oberschule kann als offene Ganztagsschule oder teilweise gebundene Ganztagsschule geführt werden und erhält eine halbe Stelle für eine sozialpädagogische Fachkraft zur Unterstützung der Lehrkräfte bei der Durchführung berufsorientierender und berufsbildender Maßnahmen sowie der Wahrnehmung des Erziehungsauftrages.
Die Stadtverwaltung Burgwedel habe nun sofort reagiert auf diese Veränderungen des Schulgesetzes und in einer Vorlage für die politischen Gremien einen neutralen Entwurf für mögliche Veränderungen in der Schullandschaft Burgwedels vorzulegen, sagte Bürgermeister Dr. Hendrik Hoppenstedt gestern vor der Presse. Zunächst habe der Schulausschuss die bestehenden Veränderungsmöglichkeiten zu diskutieren und eine deutliche Empfehlung gegenüber dem Stadtrat auszusprechen. „Der Stadtrat hat schließlich zu entscheiden: Wollen wir die Oberschule oder nicht? Und wenn er sich dafür ausspricht, dann geht es im zweiten Schritt noch um das Wie“.
Am Donnerstagabend habe er mit den Elternvertretern der Schulen Burgwedels die neuen Möglichkeiten erörtert. Etwa 100 seien anwesend gewesen. „Die Diskussion ist ausgesprochen sachorientiert verlaufen und die Elternvertreter haben sich sehr aktiv in die Diskussion eingebracht. Es ist von allen auch sehr positiv aufgenommen worden, dass wir sie an dem Abwägungsprozess beteiligt haben. Die meisten waren von dem neuen Modell „Oberschule“ sehr angetan““, sagte Hoppenstedt in der Nachschau. Der Schulausschuss werde sich mit der Verwaltungsvorlage in seiner nächsten Sitzung am 20. Januar befassen. Die Empfehlung werde dann in der darauffolgenden Sitzung Mitte Februar fallen. „Wir werden in jedem Fall zuvor noch Gespräche mit Haupt- und Realschule sowie mit dem Gymnasium führen, bevor der Ausschuss entscheidet. Alles wird weiterhin vollkommen ergebnisoffen und mit einem Höchstmaß an Transparenz diskutiert werden“, sagte Dr. Hendrik Hoppenstedt abschließend.