Bäcker-Innung freut sich über „den besten Ausbildungsjahrgang seit vielen Jahren“

Gruppenbild: Maria Haase, Jessica Ridder, Dominik Fröhling, Andrej Neistedt, „Opa Leberecht“, die gute Seele in der Ausbildung, Steven Kruse und Denis Waigoni. (Foto: Hans Hermann Schröder)
 
Christian Maaßen, Innungsmeister der Bäcker-Innung Burgdorf, stehend, hielt eine kurze Laudatio auf „Opa Leberecht“, links am Tisch sitzend, der es immer gut gemeint hat mit den Prüflingen. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Innungsmeister spricht Bäcker und Bäckerei-Fachverkäuferinnen frei

BURGDORF (hhs). Am Montag dieser Woche begann der Reigen der Freisprechungen der in der Kreishandwerkerschaft Burgdorf zusammen geschlossenen Innungen. Den Beginn machten die Bäcker und die Fleischer, wie seit vielen Jahren gemeinsam im so genannten Lehrrestaurant der Berufsbildenden Schulen Burgdorf-Lehrte. Drei Jahre Lehre hatten die Damen und Herren hinter sich, an den letzten Tagen obendrein ihre mündliche Prüfung. Das hat alles etwas von einer Gerichtsverhandlung unter Ausschluss der Öffentlichkeit: In der Prüfung müssen die Auszubildenden Farbe bekennen, die Wahrheit sagen, ob sie etwas können oder nicht, und wenn ja, wie gut. In der Freisprechung, allein der Begriff erinnert irgendwie an Justiz, erhalten sie ihren Gesellenbrief, gewissermaßen das Urteil darüber, ob sie sich Bäcker, oder eben Fleischer nennen dürfen.
Das Lehrrestaurant war beinahe bis auf den letzten Platz gefüllt, als es los ging mit der Rede des Leiters der BBS Wilfried Klaus. Die Gäste hätten die Bedeutung dieses Anlasses wohl erkannt, sagte er, und drückten ihre Wertschätzung allein schon durch überdurchschnittliche Anwesenheit aus. Stolze Eltern waren dort, und ebenso stolze Meister, die in den vergangenen drei Jahren ihren Beruf an den Nachwuchs weitergegeben haben. Klaus zitierte den Freiherrn von Knigge: „Wenn man mit einem Kaufmann nicht zufrieden war, soll man nicht ohne Not wechseln, denn der Kaufmann würde den, den er gut kennt, wohl bedienen“, sagte er. Das gelte auch für die nun erfolgreichen Prüflinge. „Sie haben die Sozialkompetenz dazu“, fuhr er fort. In Bezug auf die Veränderungen im Nahrungsmittelgewerbe riet er: „Für Sie ist es wichtig, dass das Handwerk in beiden Branchen vertreten ist. Sie stehen als ausgebildete Bäcker und Fleischer dafür gerade, dass gute Qualität auf den Warentisch kommt. Ihre Ausbildung war sicherlich stressig, aber sie haben die Grundlagen für einen erfolgreichen Abschluss in den vergangenen drei Jahren erarbeitet. Wer ein Handwerk erlernt, gründet seine Zukunft auf die Hand, lernt es von der Pike auf. Ihr Gesellenbrief ist die Basis für ihr berufliches Leben. Aber es werden Veränderungen kommen und weitere Prüfungen. Von nun an müssen Sie sich selbst auf die Zukunft einstellen. Sie haben, was die Betriebe von Ihnen erwarten“, schloss der Schulleiter und gab den Gesellen schmunzelnd noch einen Rat: „Gott hat die Nüsse geschaffen, aber er knackt sie nicht für uns“.

Innungsmeister Christian Maßen zitierte seine Frau, die in den vergangenen Jahren die neuen Auszubildenden immer mit dem gleichen Spruch beurteilt habe: „Da haben sich wieder durchgeknallte, früh pubertierende Jugendliche für den Bäckerberuf entschieden“. Die Arbeit mit der Hand biete eine sichere Zukunft, fuhr Maßen fort. Nach drei Jahren Ausbildung stünden nun erwachsene Menschen vor ihm. Sie müssten sich alle darauf einstellen, dass sie mehrmals den Betrieb wechseln werden. „Jeder neue Betrieb fordert uns aufs Neue heraus, sagte Maßen. „Ich wünsche Euch alles Gute und bedenkt immer, dass der erste Beruf nicht immer der einzige sein muss“.
Bevor es die Berufsschulzeugnisse und die Gesellenbriefe für die Prüflinge gab, verabschiedete Maßen noch „Opa Leberecht“, Lehrer an der BBS, der seit Jahrzehnten an den Prüfungen beteiligt ist. Der liebevolle Titel „Opa“ stünde anstelle des Vornamens und sei ein Zeichen für die Gutherzigkeit des ausscheidenden Lehrers, auch in den Augen der Schüler.. Leberecht habe jedesmal nach den Prüfungen erklärt, diese sei die beste seit vielen Jahren gewesen. Dafür gab es Blumen von der Innung und einen GOP-Gutschein. Dann ging es an die Verteilung der Gesellenbriefe und Zeugnisse, und schließlich zum Gruppenfoto. Anschließend kam Opa Leberecht und sagte: „Lassen Sie sich nichts erzählen, diese Prüfung jetzt war wirklich die beste seit vielen Jahren“.
Über folgende erfolgreiche Bäcker und Fachverkäuferinnen freut sich die Bäcker-Innung Burgdorf: Gesellen: Dominik Fröhling aus Lehrte-Aligse aus dem Lehrbetrieb Christian Maaßen, Lehrte, Steven Kruse aus Hohenhameln aus dem Lehrbetrieb Marco Klöpper in Lehrte-Ahlten, Andrej Neistedt aus Burgdorf vom Lehrbetrieb Storchenbäckerei in Uetze-Hänigsen, Denis Waigoni aus Langenhagen vom Lehrbetrieb Backstube Jasiek in Isernhagen.
Bäckerei Fachverkäuferinnen: Maria Haase aus Halle aus dem Lehrbetrieb Backstube Jasiek, Isernhagen und Jessica Ridder aus Burgdorf aus dem Lehrbetrieb Steinecke in Mariental.