Axel Düker bei der Interessengemeinschaft Wettmarer Unternehmer

Jens-Christian Kurtze, Vorsitzender des Vereins „Interessengemeinschaft Wettmarer Unternehmer“ mit Bürgermeister Axel Düker. (Foto: Renate Tiffe)

Kritische Fragen und Anregungen für den Bürgermeister

Wettmar (ti). Vor einem Jahr fand der erste Stammtisch statt. Inzwischen hat sich der Verein „Interessengemeinschaft Wettmarer Unternehmer“ gegründet mit etwa 50 Mitgliedern. Die Zahl der Selbständigen in Burgwedels zweitgrößtem Stadtteil ist noch weitaus größer. Zum sechsten Stammtisch war Axel Düker eingeladen - zur Diskussion und als „Input für den Bürgermeister“ wie der Vorsitzende des Vereins Jens-Christian Kurtze sagte.
Meist gehe es in der Politik nur um die ganz großen Firmen in Burgwedel. Dabei fallen die mittelständischen und kleinen Unternehmen sowie die Selbstständigen meist „hinten runter“, es gebe viel Gewerbe in den Stadtteilen mit einer Vielfalt von Arbeitsplätzen, betonte Kurtze. Die Gewerbesteuer, die sie entrichten, trage zu der gesunden Mischung bei, die Burgwedel zu einem guten Standort machen. Deswegen sei ein Gedankenaustausch wichtig.
Düker, der schon mehrere große Firmen besucht hatte, bemerkte, dass eine gute Infrastruktur aus mehr bestehe als aus Gewerbesteuer und Gewerbeflächen. Die Stadt schaffe den Rahmen für eine funktionierende Entwicklung in den Ortschaften. Die glückliche Lage hier falle nicht vom Himmel. Er sei erstaunt, über die vielen unterschiedlichen Dienstleister in Wettmar.
Das Thema Wirtschaftsförderung wurde als erstes von Kurzte angeschnitten. Die Frage, ob es einen Wirtschaftsförderer für die Stadt geben soll, hatte im Wahlkampf eine Rolle gespielt. Mit Dükers ausdrücklichem Werben für den Wirtschaftsförderer der Region („Sie können Herrn Chilla zu sich einladen, nehmen Sie die Region in Anspruch“) mochten die Wettmarer sich nicht zufrieden geben. Es existierten zu viele unterschiedliche Stellen im Rathaus, wenn es um die Ansiedlung von Gewerbe gehe. Soll die Wirtschaftsförderung weiter Chefsache bleiben?
Düker gab zu, dass es noch kein Konzept gebe. Der Bereich werde in den Kommunen sehr unterschiedlich gehandhabt. Zuerst müsse der Bedarf festgestellt werden. Denkbar sei, dass einem Klimaschutzbeauftragten die Energieberatung zugeordnet werde. Notwendig sei die Energieberatung für Privathaushalte, die das örtliche Handwerk stärke. Daraus ergeben sich Synergieeffekte. Die Stadt fördere dies mit einer Anschubfinanzierung von 500 Euro. Düker wiederholte sein eigenes Beispiel aus dem Wahlkampf. Er betrachte dies als klassische Aufgabe der Wirtschaftsförderung.
Eine andere Art der Förderung hatte Michael Springer, der „Holzmichel“, im Sinn, als er die geringen Chancen des örtlichen Handwerks bei der Vergabe von Großaufträgen monierte. Warum können bei den Ausschreibungen die Gewerke nicht aufgeteilt werden, fragte er. Bis zu 25.000 Euro könnten auch die kleinen Firmen hier zum Zuge kommen.
Während Düker sich eine Notiz machte, hatte Springer noch eine andere Bemerkung parat. Die Wettmarer Kirche habe für den Bau ihres Gemeindehauses bei den Unternehmen hier oft um Spenden gebeten. Die Aufträge wurden aber nach außerhalb vergeben. Ein Vorwurf, den Ortsbürgermeister Michael Kranz grade rückte, indem er auf den Geldgeber Landeskirche verwies.
Was die Unternehmer ebenfalls bewegt, brachte Jörg Lieber von der VGH auf den Punkt. Er hielte es für richtig, wenn ein Teil der Gewerbesteuern für die Sanierung der Straßen in Wettmar verwendet werde, meinte er. Dafür gebe es in der Stadt eine Prioritätenliste, die er selbst mit erarbeitet habe, antwortete Düker. Die gebe es schon seit drei Jahren, warf der stellvertretende Ortsbürgermeister Klaus Sommer ein. Passiert sei seitdem nichts.