Auch die zweite Pilzexkursion des NABU war ein Erfolg

Dr. Rita Lüder, 2. von links, hat die Pilzausbeute geordnet und beginnt nun den Teilnehmern die Unterscheidungsmerkmale zu erklären. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Teilnehmer fanden mehr als 30 Pilzarten im Sprillgehege

BURGWEDEL (hhs). Herbstzeit ist Erntezeit, und kaum eine Ernte bereitet soviel Spaß, wie bei blauem Himmel, Sonnenschein und angenehmen Temperaturen in einem Laubmischwald den Speisepilzen nach zu stellen. Die Roteichen des Sprillgeheges zwischen Großburgwedel und Fuhrberg verzaubern mit ihren prächtigen Verfärbungen die Welt, wer aber den Blick vom Himmel zum Waldboden lenkt, wird eine Menge sprießender Pilze finden. Doch welcher gehört in den Korb und später in die Pfanne, und welche sollte man besser an ihrem Ort stehen lassen? Die Pilzexkursion des NABU Burgwedel ging dieser Frage nach und hatte dazu die Expertin in allen Fragen rund um Pilze, Dr. Rita Lüder eingeladen. Am Montag, bei der nunmehr zweiten Exkursion in diesem Jahr, fanden sich noch einmal 20 Interessenten ein.
Einfach nur so in den Wald gehen mit den Interessenten und sich einen bunten schönen Nachmittag machen und so ganz nebenbei ein paar Pilze sammeln, das ist nicht Rita Lüders Ding. Die promovierte Biologin und mit Zusatzqualifikation ausgebildete Pilzberaterin hatte zunächst an zwei Abendterminen für die theoretischen Grundlagen gesorgt, alles was hilft, Pilze richtig einzuordnen.
„Das ist die Grundlage dafür, sie später draußen auch richtig bestimmen zu können“, sagte sie. Diese Veranstaltung gehört seit vier Jahren zum Herbstprogramm des NABU Burgwedel und erfreut sich von Jahr zu Jahr steigenden Zuspruchs. Nur wer sich gemeinsam mit der Biologin diese theoretischen Kenntnisse angeeignet hatte, durfte dann auch mit in den Wald.
Draußen begann die Pirsch auf Steinpilz, Maronen & Co vom Parkplatz aus. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer verteilten sich im grüppchenweise Wald und nach etwa eineinhalb Stunden kamen sie mit beeindruckend vielfältiger Beute zurück. Diese landete auf einem Tapeziertisch und wurde von der Pilzberaterin dort geordnet und mit Namenskarten versehen.
So gute 30 verschiedene Pilzarten fanden sich, und das war natürlich eine gute Möglichkeit, die Unterscheidungsmerkmale zu zeigen und auf Verwechselungsgefahren hin zu weisen. Besonders hohen Gebrauchswert wies auch die Diskussion um den Begriff „Ungenießbarkeit“ auf. Jeder weiß, dass es tödlich giftige Pilze gibt. Die Gruppe der Knollenblätterpilze steht dafür und ist bekannt. Daneben gibt es andere Pilze wie Gallenröhrling oder Stinkmorchel, die ungenießbar sind, weil von sich aus widerlich schmecken oder stinken. Sie sind allerdings nicht giftig. Ungenießbar können aber auch alle Speisepilze sein, wenn sie nicht mehr frisch sind. Hat der Fäulnisprozess begonnen, zersetzt sich das Pilzgewebe in Eiweißverbindungen, die durchaus gefährlich werden können, wenn man sie verzehrt. Schwere, einer Vergiftung ähnliche Krankheiten können die Folge sein. Das sei dann allerdings eine Lebensmittelvergiftung und von der Sache her keine Pilzvergiftung, erläuterte Dr. Lüder den Unterschied. Das könne auch den Pilzkäufer in einem Supermarkt treffen, wenn dort die Ware nicht gekühlt oder zu lange gelagert werde.