Artenvielfalt in Burgwedel

Unzählige Wege und Entwässerungsgräben mit ihren Feldrainen und Böschungen stellen für viele Insektenarten sehr wichtige Lebensräume dar.

Jäger, Landwirte und Stadt Burgwedel starten ein neues Projekt

BURGWEDEL (r/bs). Das Thema Artenvielfalt beschäftigt in Burgwedel die verschiedensten Akteure. Es gibt zahlreiche Projekte, die sich der Förderung der Artenvielfalt im Besonderen widmen.
Sei es die Aktion „Blühwiese für Insekten“ vom NABU, die Initiative Bienen-Blühstreifen Burgwedel-Isernhagen, dem Biodiversitätsprojekt der Region Hannover oder die verschiedenen Maßnahmen der Stadt, die Artenvielfalt auf den kommunalen Flächen zu erhöhen. Nicht zuletzt hat der Ortsrat von Kleinburgwedel in seiner Sitzung im August den Antraggestellt, eine kommunale Fläche in eine Blumenwiese umzuwandeln.
Ein ganz neues Projekt nimmt in diesen Tagen Gestalt an. Auf Initiative des Leiters des Hegerings Burgwedel, Marcus Polaschegg aus Fuhrberg, werden derzeit an verschiedenen Stellen im Stadtgebiet Wegraine für die Ansaat einer rund 40 verschiedene Arten umfassende Samenmischung vorbereitet.
Im Projekt kooperieren die Jäger des Hegerings mit den Realverbänden und der Stadt Burgwedel. Gemeinsam hatte man im Rahmen des „Runden Tisches Naturschutz und Landwirtschaft in Burgwedel“ Flächen gefunden, die gemeinsam mit geringem Aufwand aufgewertet werden können.
Als Vorbild dienen Flächen in der Fuhrberger Feldmark, die bereits 2018 entsprechend eingesät wurden. Unzählige Wege und Entwässerungsgräben mit ihren Feldrainen und Böschungen stellen für viele Insektenarten sehr wichtige Lebensräume dar. Doch leider, so Marcus Polaschegg, der bei der Landwirtschafts­kammer Landwirte zur Förderung der Artenvielfalt berät, hätten diese gerade durch jahrelanges Mulchen vielerorts ihre Artenvielfalt verloren.
Statt Blütenreichtum fänden sich auf den meisten Streifen nur noch reine Grasbestände, die nur wenigen Arten Lebensraum böten und weder Pollen noch Nektar für Insekten lieferten, so der Hegeringleiter und Initiator des Projektes. Das soll sich nun von Jahr zu Jahr ändern, indem immer mehr Flächen gezielt mit hochwertigen Mischungen heimischer Wildkräuter eingesät werden.
Malte Schubert, Umweltkoordinator der Stadt Burgwedel, unterstützt den kooperativen Projektansatz ausdrücklich und möchte über die bisherigen Anstrengungen hinaus einen Beitrag zur Förderung der Artenvielfalt auf eigenen Flächen leisten. Allein die Stadt Burgwedel steuere Flächen auf acht Standorten bei. Das Projekt erfreue Schubert besonders, da sich hier Landwirtschaft und Naturschutz auf Augenhöhe begegnen und miteinander an demselben Strang ziehen.