Arielle und Co. laden zum Schwimmen ein

Geany Behre vollendet die rosa Schnecke mit Sprühfarbe. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Bunt statt weiß - Freibad Großburgwedel hat eine Graffiti-Fassade mit Wassermotiven

GROSSBURGWEDEL (bgp). Wer dieser Tage an der Sportanlage Auf der Ramhorst um die Kurve kommt, wird mit bunten Motiven auf der Fassade des Freibadgebäudes überrascht. Wie bei einer Fata Morgana entsteht der Eindruck, das Wasserbecken sei schon am Ende der Straße zu sehen. Ein näherer Blick klärt auf, was die Sinne der Betrachter verwirrt: Eine farbenfrohe Wasserwelt. Sie ist das Ergebnis eines Graffiti-Projektes der Stadt Burgwedel. Gemeinsam mit den Künstlern Philipp von Zitzewitz und Moritz Hartzendorf bannte eine Jugendgruppe die Motive mit Sprühfarben auf die weiße Wand. Unterstützung hatten sie dabei von Kristaps Ozols aus Lettland, der zurzeit bei den beiden Künstlern zu Gast ist.
Wasserschildkröten und Fische schwimmen auf wasserblauem Hintergrund, die Meerjungfrau Arielle lächelt den Gästen entgegen. Ein Hai fletscht die Zähne, während der kleine Clownfisch Nemo sich näher heranwagt. Die farbenfrohen Motive erfreuen nicht nur Badegäste, sondern sind weithin für jeden zu sehen, der in Richtung Schulzentrum und zum Fußball- oder Tennisplatz unterwegs ist.
Die Gruppe der Nachwuchskünstler besteht aus rund 15 Kindern und Jugendlichen. Sie hatten sich seit Anfang März wöchentlich mit dem Diplomkünstler von Zitzewitz getroffen, um am Computer eine Entwurfscollage zu erstellen, die anschließend weithin sichtbar umgesetzt wurde. Mit Sprühfarben und Atemschutzmasken bewaffnet sprayte die Gruppe vor Ostern ihren Traum einer Unterwasserwelt im Megaformat.
Zwei der Sprayer sind schon „alte Hasen“: Phoebe Behre (13) und ihre zehnjährige Schwester Geany waren bereits im letzten Jahr an einem vergleichbaren Projekt in Wettmar beteiligt. Dort hatte eine Jugendgruppe die Fassade mit farbigen Sportmotiven gestaltet. Die beiden haben nun am Freibad wieder eifrig mitgearbeitet, auch der zwölfjährige Elias Schaal bringt schon Erfahrung mit. Er hatte ein Praktikum bei Philipp von Zitzewitz absolviert und beteiligt sich nun an dem aktuellen Projekt. „Das macht richtig Spaß“, sagt er und sprayt mit ruhiger geübter Hand das Auge einer Meerjungfrau auf die Wand.
„Dieses Projekt ist eine runde Sache“, sagt von Zitzewitz zufrieden. Die Motivwelt sei jedoch noch anspruchsvoller als in Wettmar gewesen, da die vielen Fenster in der Freibadfassade mit bedacht werden mussten. Ihn freue es, dass dieses Graffito „präsent ist, weil sehr viele Leute vorbeikommen“. In der Gruppe habe die Arbeit sehr viel Freude gemacht, betont der Künstler mit Blick auf pädagogische Aspekte: „Ein paar von ihnen sind richtig aufgeblüht“. Am Mittwoch wurde das Kunstwerk nun vollendet und lädt zur Saisoneröffnung am 1. Mai mit seinen farbenfrohen Motiven zum Schwimmen und Relaxen ein.