Amtliche Feststellung „Wolf“

Insgesamt 13 seiner Heidschnucken hatte Friedhelm Stein Anfang März tot auf seiner Waldwiese zwischen Engensen und Schillerslage aufgefunden. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Keine Entschädigung für gerissene Heidschnucken

BURGWEDEL (bs). Insgesamt 13 seiner Heidschnucken hatte Friedhelm Stein Anfang März tot auf seiner Waldwiese zwischen Engensen und Schillerslage aufgefunden. Zusätzlich fehlte von zwei Lämmern jede Spur und zwei weitere Tiere waren so schwer verletzt , dass sie kurze Zeit später eingeschläfert werden mussten.
Die Vermutung, die Tiere seien einem Wolf zum Opfer gefallen, ist nun bestätigt worden. In dem offiziellen Schreiben des Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten und Naturschutz (NLWKN) an den Schafzüchter heißt es wörtlich: „Nach Auswertung aller verfügbaren Informationen konnte im Sinne der Richtlinie Wolf mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Wolf als Verursacher festgestellt werden. Abschließend wird daher die amtliche Feststellung „Wolf“ getroffen.“
Diese wissenschaftliche Bestätigung nützt Friedhelm Stein wenig. Neben dem entsetzlichen Anblick seiner gerissenen Schafe und dem damit verbundenen Leid des Schafzüchters, wird es auch keine finanzielle Entschädigung geben. Seine Tiere seien nicht den Vorgaben der Richtlinie Wolf entsprechend geschützt gewesen, begründet der Landesbetrieb seine Entscheidung.
Nach den Vorgaben der Richtlinie Wolf sollen zum Schutz von Schafen und Ziegen vor Wölfen entweder elektrisch geladene Nutzgeflecht- oder Litzenzäune mit einer Mindesthöhe von 90 cm oder Festzäune aus Knotengeflecht oder Maschendraht mit einer Mindesthöhe von 120 cm und zusätzlichem Untergrabeschutz zur Herstellung eines wolfsabweisenden Grundschutzes errichtet werden.
Selbst wenn Friedhelm Stein nun auf dem Naturgrund diese empfohlenen Maßnahmen umsetzen möchte, kann er nicht auf beratende Unterstützung hoffen. Eine Vorortberatung in seinem speziellen Fall sei aufgrund der angespannten Personalsituation leider nicht möglich, heißt es seitens des NLWKN abschließend.