Ambulanter Hospizdienst eröffnet ein Trauercafé

Angelika Beck, Robert Schoenevaart und Ute Rodehorst, die Koordinatorin des Ambulanten Hospizdienstes, informierten über das künftige Trauercafé. (Foto: Renate Tiffe)

Treffen an jedem ersten Dienstag im Monat nachmittags

Grossburgwedel (ti). Seit 2006 begleitet eine Gruppe von Ehrenamtlichen Sterbende und ihre Angehörigen im Ambulanten Hospizdienst Burgwedel- Isernhagen-Wedemark. Mit den Jahren hat sich herausgestellt, dass auch nach dem Todesfall eine Betreuung der Hinterbliebenen wünschenswert ist. Dafür öffnet ab 6. September an jedem ersten Dienstag im Monat das Trauercafé seine Tür im Mitteldorf 3 in Großburgwedel.
„In der Situation der Trauer tut es gut, einen Treffpunkt zu haben, einfach da zu sein, sich miteinander auszutauschen oder das Gesprächsangebot von geschulten Mitarbeitern anzunehmen“, bietet der Hospizdienst seine Unterstützung an. Angelika Beck, Robert Schoenevaart und Christine Sparkuhle, bisher schon in der Sterbebegleitung tätig, haben sich durch eine besondere Ausbildung auf ihre neue Aufgabe vorbereitet: „Wir wollen die Menschen nach dem Todesfall nicht allein lassen. Sie sollen sich hier angenommen fühlen“. Gerade nach langer Pflege fallen Angehörige oft in ein ganz tiefes Loch. Die große Leere mache es schwer, in den Alltag zurückzufinden, sagt Angelika Beck. Sich neu zu orientieren erfordere viel Kraft und werde von der Umwelt nicht selten ignoriert, besonders wenn der Todesfall schon länger zurückliegt, ergänzt Ute Rodehorst, die Koordinatorin im Ambulanten Hospizdienst. Das könne zur sozialen Isolation führen.
Was brauchen Trauernde, was kann ihnen mitgegeben werden? Können nur Menschen, die selbst einen Trauerfall erlebt haben, Trauernde trösten? Fragen, mit denen die Trauerbegleiter sich auseinander zu setzen haben. Es gibt schon viele Erfahrungen in offenen Gruppen, berichtet Schoenevaart. In Burgwedel sei die Resonanz abzuwarten. Das Gesprächsangebot könne auch an anderen Tagen oder am Wochenende gemacht werden, auch häufiger als einmal im Monat, wenn sich ein Bedarf zeigt. Auch das persönliche Einzelgespräch ist möglich, wenn die Gruppe nicht ausgehalten wird. „Wir wissen, dass wir uns manchmal auch ein Stück zurücknehmen, die Menschen da abholen müssen, wo sie stehen, einfach nur zuhören und nichts sagen“, so Frau Beck. Es sei aber auch wichtig, nach Alltäglichem zu fragen, evtl. nach Unterstützung zu sehen. Es gebe so viele Hilfen, die sich vernetzen lassen.
Das Trauercafé findet statt in den Räumlichkeiten des Ambulanten Hospizdienstes, zu erreichen über den Seiteneingang im ersten Stock des alten Küsterhauses, nahe der St. Petri Kirche. In der freundlichen Atmosphäre der neueingerichteten Räume werden Kaffee und Tee und Kuchen gereicht. Als Zeit ist 15.30 bis 17.00 Uhr vorgesehen. Willkommen ist jeder, unabhängig von Konfession und Herkunft. Der Dienst ist kostenlos. In Arztpraxen und Apotheken sowie an anderen Orten liegen Flyer aus, die nähere Auskunft geben.