Altes Gerät und Blütenflor - beim „Tag des Heimatvereins“ gab es viel zu sehen

Margrit Forstreuter-Künstel mit Kindern an der Butterschleuder. (Foto: Renate Tiffe)

Heimatverein für das Kirchspiel Engensen-Thönse-Wettmar öffnete seine Türen für die breite Öffentlichkeit

WETTMAR (ti). Schon seit Anfang der 2000er Jahre öffnet der Heimatverein für das Kirchspiel Engensen-Thönse-Wettmar einmal im Jahr seine Türen für die breite Öffentlichkeit. Jetzt wird selbstbewusst zu einem „Tag des Heimatvereins“ eingeladen - mit einem Programm, dem das Interesse des Publikums von vornherein sicher ist. Das schöne Herbstwetter tat ein übriges für ein buntes Leben auf dem Hof der Heimatdiele.
Auch wenn der Mühlenumbau jetzt abgeschlossen ist, blieb dem neuen Wahrzeichen von Wettmar die heimliche Hauptrolle vorbehalten. Zwar wehte nicht einmal ein laues Lüftchen, so dass die Mühle nicht im Betrieb vorgeführt werden konnte. Eine Besichtigung wurde trotzdem angeboten, inklusive einer beschaulichen Planwagenfahrt die im halbstündigen Rhythmus zum Mühlenstandort „Auf der Horst“ führte. Nicht zu übersehen waren auch zwei Mühlenmodelle aus Ramlingen und Kleinburgwedel, die einiges gemeinsam haben mit der Wettmarer Mühle. Eigner Cord Schnibben aus Bissendorf hatte es sich zudem nicht nehmen lassen, nach der Grützmühle zu schauen, die er dem Verein als Dauerleihgabe überlassen hat, und von der ein Spanplattenmodell die Kinder animierte, einmal das „Mühlrad“ zu drehen.
Überhaupt die Kinder. Auffallend viele sorgten für Trubel auf dem Hof. Nicht zuletzt standen sie Schlange, um bei Margrit Forstreuter-Künstler einmal an der Butterschleuder zu drehen. Die fertige Butter war 100-gramm-weise gleich mitzunehmen, ebenso wie frischgebackene Brote in allen Variationen. Im Hinblick auf die Mühle gehöre Brot nun einmal zu einer Ausstellung des Heimatvereins, meinte Gerd Brenneke, der Vorsitzende.
Viele der Besucher ließen es sich an den Tischen mitten auf dem Hof wohl sein. Viele drängte es aber auch, die alten Gerätschaften zu sehen, die früher einmal auf den Bauernhöfen rundum ihre Dienste getan haben. Der Heimatverein verfügt mittlerweile über eine ansehnliche Sammlung davon – ganz abgesehen von den größeren Maschinen, der Dreschmaschine und dem Ackerwagen, die normalerweise unter der Remise ihren Platz haben. Dort ist übrigens auch die Handspritze von 1891 der Wettmarer Feuerwehr untergebracht, die sich, wie zu sehen, gar nicht in so schlechtem Zustand befindet.
Auch dem Bauerngarten am Hof wurde viel Aufmerksamkeit geschenkt. Alexander Bock und sein Team hatten diesmal als Thema die besonderen Dahlienzüchtungen vorbereitet. Die Theorie dazu wurde am Stand davor geliefert. Schöner war es die herbstliche Blütenpracht der Dahlien im Garten zu bewundern und dabei gleich noch einige Kräuter kennenzulernen, die dort mit Liebe gepflegt werden. An der Remisenmauer zeigte sich zudem die „Gräfin von Paris“ als Spalierbaum von ihrer besten Seite, nämlich mit schönen gelben Birnenfrüchten. Nebenbei gesagt: der Bauerngarten könnte noch gut einige helfende Hände gebrauchen. Wer Interesse hat, sollte sich beim Heimatverein melden.