Alter Kachelofen ziert die Diele im alten Teil des Amtshofs

Sie setzten dem Ofen die Krone auf: v.l.: Ortsbürgermeister Rolf Fortmüller, Malermeister Manfred Döpke, Ofensetzer Josef Kròl, Ulrich Meyer und Horst Koriath von der vhs-Hannover Land. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Ulrich Meyer hat den Ofen vor dem Abrissbagger gerrettet

GROSSBURGWEDEL (hhs). Am Donnerstag vergangener Woche hatte Großburgwedels Ortsbürgermeister Rolf Fortmüller zu einem ganz besonderen Termin geladen: Auf der Diele im VHS-Bereich des Amtshofs stellt Josef Kròl, ein Ofensetzer der Burgdorfer Spezialfirma „Clou & Classic“ einen großen grünen Kachelofen wieder auf. Dieser Ofen hat irgendwie großes Glück gehabt, denn beinahe wäre er dem Abrissbagger zum Opfer gefallen, wenn nicht Ulrich Meyer daran gegangen wäre, ihn davor zu schützen.
Der Ofen ist etwa 160 Jahre alt und hat den Großteil dieser Zeit in der Wohnstube von Heinz Döpke gestanden, auf dessen Hof an der Heinrich-Wöhler-Straße 6. Heinz Döpke hatte dort ein zurückgezogenes Leben geführt. Er verstarb und das weitgehend baufällige Hofensemble ist unterdessen von den Erben neu bebaut worden. „Als der Abrissbagger kam, blutete mir das Herz“, erläuterte Ulrich Meyer, der in direkter Nachbarschaft zu dem Hofgebäude seit vielen Jahren lebt und zu Heinz Döpke lockeren Kontakt gepflegt hatte. „Schon wieder drohte ein Stück Heimat für immerzu verschwinden. Da habe ich gefragt, ob ich den alten Kachelofen abbauen durfte. Die neuen Besitzer hatten nichts dagegen und dann bin ich 2012 an die Arbeit gegangen“. Drei Tage hatte er Zeit dazu. Während er den Ofen in der guten Stube abtrug, arbeitete der Bagger schon am anderen Ende des Hauses und riss die Fassade ab.
Die Einzelteile landeten zunächst in Ulrich Meyer Garage. Dann mietete er eigens für den zerlegten Ofen eine andere Garage, in der der Kachelofen bis vor wenigen Wochen verblieb. Unterdessen hatte Meyer mit Ortsbürgermeister Fortmüller über einen sinnvollen Ort für den Wiederaufbau gesprochen. Man entschied sich für die Diele des alten Teils des Amtshofes, wo jetzt auch Ofensetzer Kròl ans Werk gegangen ist.
Allerdings mussten die Einzelteile zuvor noch einer Schönheitskur unterzogen werden. Neben der Grundreinigung sorgten zwei Spezialisten aus Großburgwedel für perfekte Arbeit: Jörg Wessarges hat alle Metallteile in seinem Betrieb kostenlos sandstrahlen lassen, für den neuenAnstrich sorgte anschließend Malermeister Manfred Döpke.
„Clou & Classic hat uns auch einen absoluten Sonderpreis gemacht“, freute sich der Ortsbürgermeister. „Aber wir können noch finanzielle Unterstützung für das Projekt gut gebrauchen“, so Fortmüller weiter. Der Ortsrat habe zwar beschlossen, ungedeckte Kosten zu tragen, wer aber etwas spenden möchte, wende sich an Ortsbürgermeister Rolf Fortmüller unter 05139-6117.
Ein zünftiges Anbrennen wird es allerdings nicht geben. „Es wäre zu teuer gekommen, wenn wir allen Brandschutzvorgaben nachgekommen wären, die es für so ein Projekt in einem öffentlichen Raum einzuhalten gilt“, bedauerte Rolf Fortmüller. „Zumal es dort auch keinen Schornstein mehr gibt!“ Deswegen hat Ofensetzer Kròl den Ofen zugemauert, aus Sicherheitsgründen, damit niemand in dem Ofen einen Holzscheit zum Brennen bringen kann.