Alles weg: 30 Freiwillige sammeln Müll in Wettmar

„Starke Beute“ am Ende der Müllsammelaktion: Die fleißigen Helfer haben ein kleines Lager mit abgefahrenen Reifen zum Sammelpunkt gebracht. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Autoreifen und jede Menge Renovierungsreste aus der Natur entfernt

WETTMAR (hhs). Es war schaurig kalt am vergangenen Samstagmorgen. Um 9.00 Uhr hatte der Heimatverein für das Kirchspiel Engensen, Thönse. Wettmar zu seiner alljährlichen Müllsammelaktion aufgerufen. Gerd Brenneke, der Vorsitzende, war ein wenig überrascht, dass unter diesen Bedingungen die stolze Anzahl von 30 Freiwilligen sich vor dem Feuerwehrgerätehaus eingefunden hatte. Schnell waren acht Teams mit jeweils einem Fahrzeug und Hänger gebildet, die Mülltüten und die Greifzangen wurden verteilt, und dann ging es los zur Säuberung der Ortschaft und insbesondere des Ortsrandes, wo eine Menge achtlos, aber auch bewusst dort illegal abgelegter Müll auf die fleißigen Helfer wartete.
Müllsammelaktionen in den Ortschaften sind immer konzertierte Aktionen und werden im Wesentlichen von den Vereinen getragen. So natürlich auch in Wettmar. Die Freiwillige Feuerwehr dort stellte mit elf Männern das größte Kontingent am vergangenen Samstag. Und meistens sitzt auch der Abfallentsorger der Region Hannover, aha, mit im Boot. Dieser stellt entweder einen Container zur Verfügung oder die Müllbeutel und übernimmt später die Abfuhr des eingesammelten Mülls kostenlos. In diesem Jahr hatte aha noch etwas draufgelegt: Unter allen Ortschaften der Region Hannover, die in diesem Frühjahr Müllsammelaktionen durchführen, wird eine blaue Bank verlost, für einen ganz besonderen Platz in den Dörfern. Dazu wird noch eine Grillparty im Wert von 250 Euro unter den Teilnehmern verlost.
Dazu müssen die Organisatoren der Sammelaktion aber eine stichhaltige Begründung vorweisen, warum die Bank ausgerechnet bei ihnen den richtigen Standort einnehmen soll. Gerd Brenneke sieht dieser mit einiger Gelassenheit entgegen. „Wenn wir einen Standort vorschlagen, der einen guten Blick auf die gerettete Mühle bietet, dann wird das wohl klappen“, schmunzelte er.
Unterdessen waren die Teams zu ihren Einsatzbereichen gefahren und dort ging es nun dem Müll an den Kragen. Jede Menge Bonbonpapier, Papiertaschentücher, was viele der Müllsammler besonders ärgerte. Benutzte Taschentücher einzusammeln ist nun wirklich eine unappetitliche Betätigung und muss nicht sein, zumal sich rund um Wettmar auch Abfallbehälter extra dafür befinden. Werden die Taschentücher weggeworfen, dann verrotten sie erst nach gut zwei Jahren, solange bleiben sie den Spaziergängern als Schandfleck in der freien Landschaft erhalten.
Und es scheint auch eine bekannt Unsitte weiter zu entwickeln: Immer häufiger entsorgen „liebe Mitmenschen“ den Abfall von Wohnungssanierungen an den schönen stillen Örtlichkeiten in freier Natur. Tapeten- und Teppichbodenreste, Kleinmöbel, vieles schon in blauen Säcken, findet sich und natürlich Folien und leere Farbeimer. Ins Auge stachen aber die vielen alten Autoreifen, die sich am Ende beim Sammelpunkt an der Feuerwehr fanden. Eine Gruppe erzählte, sie habe „ein kleines Lager mit vollkommen abgefahrenen Schlappen gefunden“. Alles wanderte auf die Anhänger und wird nun weiter von aha entsorgt.
Am Ende kamen knapp 30 prall gefüllte große Abfallsäcke zusammen. „Das hat sich gelohnt“, so Gerd Brenneke. Die fleißigen Helferinnen und Helfer konnten stolz sein auf das Ergebnis ihrer Arbeit. Zum Schluss gab es im Feuerwehrhaus für alle Teilnehmer eine heiße Mahlzeit und wärmende Getränke.