Allen Leserinnen und Lesern ein fröhliches Osterfest

Erwischt! (Foto: Jens Kamm)

„Vom Eise befreit sind Strom und Bäche...“

BURGWEDEL (hhs). Ostern ist das Fest der Christenheit, das im Laufe der Jahre an 33 Kalendertagen: vom 22. März, einen Tag nach Frühlingsanfang, bis zum 25. April, stattfinden kann. Das hat seine Ursache: Im Konzil von Nicäa legte die Katholische Kirche 325 n.Chr. fest, Ostern wird immer auf dem ersten Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond gefeiert. Bei dieser Regelung ist es auch geblieben nach dem Wechsel auf den heute noch geltenden gregorianischen Kalender. Diese Terminierung entsprach derjenigen des Passahfestes in Israel. Und in diesem Jahr wird sich dieser Ostertermin voll bewähren. Die Wetterprognosen sind so gut für das kommende Wochenende, wie es besser nicht geht: Blanke Sonne vor blauem Himmel mit Temperaturen um 23°C!
Ostern ist das älteste christliche Fest, die Gedenkfeier zum Tode und zur Auferstehung Jesu Christi. In kein anderes christliches Fest sind so viele vorchristliche, zum Teil magische Symbole eingegangen, wie eben in die Ostersymbolik.
Ostereier, Oster-Eierbäume, Osterlämmer, -küken und -gössel, Osterspaziergang und Osterfeuer, die Reihe der Ostersymbole und Osterbräuche ließe sich mühelos fortsetzen, und so unterschiedlich sie sämtlich sind, so haben sie doch alle einiges gemeinsam: Frühlingserwachen, neue Hoffnung, Ende der Finsternis, Ende der Fastenzeit, das Leben geht fröhlich weiter. Es geht um Hoffnung und Erlösung.
Äußeres Zeichen dafür: Wir holen uns Ostersträuße in die eigenen vier Wände. Zunächst noch blüten- und blattlos treiben sie dann schnell und beginnen zu blühen. So war das fast immer in den vergangenen Jahren, aber nicht in diesem. Es war jetzt kurz vor dem Fest gar nicht so einfach, etwas in freier Natur zu finden, dass sich noch im Knospenstadium befand. Die Kirschen verblühen gerade, die Weidenkätzchen ebenso und die Kastanien stehen schon voll im Laub: Frühlingserwachen in den eigenen vier Wänden gewissermaßen im Zeitraffer, das ist in diesem Jahr nicht mehr drin. Draußen pulsiert das Leben schon, also raus an die frische Luft zum Osterspaziergang: „Vom Eise befreit sind Strom und Bäche, durch des Frühlings holden, belebenden Blick, im Tale grünet Hoffnungsglück...“.
Kein anderes Symbol als das Ei ermöglicht es so eindrucksvoll, das Wunder neu entstehenden Lebens zu erleben. Zurecht schmücken wir Haus und Garten mit diesem Symbol, ein besseres gibt es kaum. Im Zusammenhang mit der Bedeutung des Eis in der Ostersymbolik hielt es auch Einzug in die Kirchen, insbesondere in die orthodoxe Kirche: Das Ei galt nicht nur als erlaubte Fastenspeise, es war mit den Begriffen Fruchtbarkeit und Auferstehung belegt. Kein orthodoxes Brautpaar würde sich auch heute noch das Jawort geben, befände sich in dem Kronleuchter über dem Altar kein Straußenei!
Etwas aus dem Ruder läuft das alles aber, wenn im Volkstum zwei Symbole miteinander verbunden werden wie zum Beispiel bei Osterhase und Osterei. Der Osterhase bringt die Ostereier ähnlich wie der Weihnachtsmann in einer Nacht- und Nebelaktion, im Wesentlichen zur Freude der Kinder. Obendrein versteckt er sie in Nestern, eine bei Hasen eigentlich vollkommen artfremde Verhaltensweise. Kaum jemand hat den Osterhasen je bei seinem Tun beobachtet, aber dennoch wissen alle, wie er aussieht: Karierte Latzhose mit Trägern, buntes Hemd und mit Kiepe auf dem Rücken. Eltern heizen ihre Kinder am Ostersamstag regelrecht an auf den Osterhasen, aber: Es gibt ihn nicht! Oder vielleicht doch...?