Alarm für „Alten Löschbezirk“: Vier Wehren proben Ernstfall

Gegen Ende der Übung waren die Menschen aus dem Gebäude gerettet, alle Feuer gelöscht und der Dauerregen ließ auch etwas nach. (Foto: Hans Hermann Schröder)
 
Die Atemschutz-Geräte-Träger der Ortswehr Thönse waren die ersten, die das Gebäude nach Mensch und Tier absuchten. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Strömender Regen konnte den reibungslosen Ablauf nicht behindern

THÖNSE (hhs). Am vergangenen Freitag stand sie wieder auf dem Programm, die Einsatzübung des so genannten „Alten Löschbezirks“. Das ist ein Relikt aus vergangenen Jahren, als die Feuerwehren noch nicht in den heutigen Kommunen ihre Einsatzstrukturen fanden, sondern in den Dörfern. Damals war die Zusammenarbeit in den Großschadenslagen in Löschbezirken geregelt. Einer dieser bestand aus den vier Dörfern Engensen, Ramlingen, Thönse und Wettmar. Als diese Löschbezirke durch die neuen Strukturen auf Gemeindeebene ersetzt wurden, beschlossen diese vier Ortswehren, einmal im Jahr die Zusammenarbeit, wie sie sich über lange Jahrzehnte bewährt hatte, gemeinsam zu üben. Die alten Kontakte blieben erhalten, man kennt sich gut, verlässt sich aufeinander und geht mit aller Ernsthaftigkeit in die Übung.
So auch am Freitagabend, als die Alarmierung zu einem Einsatz nach Thönse rief. Hier hatte der Ortsbrandmeister Rüdiger Klose die Schadenslage formuliert: Ein Strohballenbrand in unmittelbarer Nähe einer Gerätehalle, die auch als Stall genutzt wird, habe diese in Brand gesetzt. Im Gebäude befinde sich Vieh, landwirtschaftliche Geräte und Heu. Der Landwirt habe mit zwei Helfern versucht, Tiere und Gerät zu bergen, sei dabei unter einer aufgebockten Maschine eingeklemmt. Das Feuer habe bereits den angrenzenden Wald und die davor liegenden Strohballen erreicht. Drei Personen werden im Gebäude vermutet.
Zunächst erreichte die Ortswehr Thönse den Ort des Geschehens mit zwei Fahrzeugen. Die Kameraden mussten den Gebäudebrand bekämpfen. Unterdessen hatte die Engenser Wehr für die Wasserversorgung gesorgt. Dann stand die Menschen- und Tierrettung an, unter Atemschutz. Hierbei unterstützten auch die anderen drei Wehren mit jeweils einer Atemschutz-Geräteträger-Gruppe. Im weiteren Verlauf hatte die Ortswehr Ramlingen Wasser von Engensen zu übernehmen und an die Thönser weiter zu leiten. Ein Ramlinger Tanklöschfahrzeug übernahm die Brandbekämpfung an Wald und Strohballen. Die Ortswehr Wettmar hatte eine andere Aufgabe. Sie mussten die Ballen am brennenden Gebäude löschen und dabei eine lange Wegstrecke von einem Löschbrunnen überwinden.
Das scheint lang erzählt und kompliziert, gelang aber alles vollkommen problemlos. Wie die Rädchen zwei Zahnräder griffen alle Aktionen der vier Wehren ineinander, als würden alle gemeinsam ihren Übungsdienst verrichten. „Das ist auch Sinn der Sache“, freute sich Ortsbrandmeister Rüdiger Klose darauf angesprochen. Schnell waren Mensch und Tier aus dem brennenden Gebäude gerettet, die Strohballen gelöscht und der Wald gesichert, nach einer Stunde galt die Schadenslage als behoben. Endgültig Schluss war eine weitere Stunde später, als alle Schläuche eingerollt und das Gerät wieder auf den Einsatzfahrzeugen verstaut war.
Einziger Wermutstropfen an diesem Abend war der strömende Regen, der alles durchnässte und keine Anstalten machte, irgendwann zu enden. Die zu dieser Übung eingeladenen Alterskameraden waren allesamt mit Schirm gekommen, ebenso die vielen Zuschauer. „Im Ernstfall hätte sich jeder gefreut über das Wetter“, unkte einer von ihnen, „aber jetzt zu unserer Traditionsübung wäre es trocken schöner gewesen“. Allerdings war der Einsatz noch nicht beendet. Es folgte noch eine Dienstbesprechung, in der alle teilnehmenden Feuerwehrkameraden noch einmal das Einsatzgeschehen in aller Ausführlichkeit Revue passieren ließen, bei duftendem Rinderbraten und den dazugehörigen Getränken...