Aktion zum Schulbeginn: „Kleine Füße - sicherer Schulweg“

Ein kurzer, kleiner Ausflug der 1. Klasse der Grundschule Wettmar am Dienstag: Signalgelbe kleine Fußabdrücke sollen die Erstklässler sprayen. (Foto: Hans Hermann Schröder)
 
Polizeikommissarin Antje Schneider zeigt den Kindern, wie man mit einer Schablone umgeht, während Klassenlehrerin Silke Reitmann auf den Verkehr achtet. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Erstklässler sprayten gelbe Fußstapfen auf Gehweg

WETTMAR (hhs). Vor Kurzem war Einschulung im Lande Niedersachsen, wie jedes Jahr, wenn die Sommerferien zu Ende gegangen sind. Zahlreiche Erstklässler drücken nun in der Grundschule Wettmar die Bank. Sie freuen sich morgens, dass sie zur Schule gehen können, und sie freuen sich, wenn sie mittags zurück nach Hause dürfen. Das ist nicht ganz ungefährlich für die kleinen Menschen, denn sobald sie morgens das Haus oder mittags die Schule verlassen haben, sind sie Verkehrsteilnehmer, und zwar die schwächsten von allen. Sie kennen zwar ihren Schulweg, aber sie müssen auf dessen Gefahrenpunkte sensibilisiert werden. Ein kleiner, erster Teil dieser Sensibilisierung fand am Dienstag dieser Woche morgens um 9.00 Uhr statt.
Antje Schneider, Kommissarin des Polizeikommissariats Großburgwedel und Kontaktbeamtin, hatte sich angemeldet, mit einer Spraydose gelber Farbe, um gemeinsam mit den Kindern an einem Gefahrenpunkt, der Ampel an der Hauptstraße, gelbe kleine Fußstapfen auf das Pflaster zu sprühen.
„Wir wollen damit erreichen, dass die Kinder, die an dieser Stelle die Hauptstraße überqueren müssen, den Überweg trotz Ampel als Gefahrenpunkt erkennen“, erklärte sie die Aktion in Kürze. 21 Mädchen und Jungen ordentlich in Zweierreihen Hand in Hand machten sich gemeinsam mit Antje Schneider und Klassenlehrerin Silke Reitmann auf den Weg zur Ampel. Die Klassenlehrerin hatte die Aktion schon im Unterricht etwas vorbereitet: „Warum müssen wir an einer Ampel immer ganz vorsichtig sein?“ fragte sie die Kinder, und prompt kamen die Antworten: „Weil die Autofahrer manchmal nicht aufpassen oder weil sie zu spät bremsen“, antwortete ein Mädchen. „Weil die uns zu spät gesehen haben“, fügte ein anderes hinzu. „Sollt ihr denn gleich loslaufen, wenn Euch die Ampel grün zeigt“, folgte die nächste Frage. „Nein, wir müssen erst Schauen, ob das Auto wirklich hält“. Und ein Auto hält eben erst, wenn sich keines der Räder mehr bewegt.
Dann begann Kommissarin Schneider die Aktion: Sie legte eine Schablone auf das Pflaster, schüttelte die Spraydose richtig auf, und schnell war auf dem Gehweg ein kleiner gelber Fußstapfen entstanden. Tretet dort bitte nicht drauf, sonst habt Ihr gelbe Farbe an der Schuhen“, riet sie, und begab sich an den nächsten Abdruck. Dann waren die Kinder dran, und ruckzuck waren die Fußabdrücke fertig.
Wie es ausschaut, werden diese neuen gelben Fußabdrücke etwa ein Jahr lang halten. Zumindest waren am Dienstagvormittag die Abdrücke, die im vergangenen Jahr gesprüht wurden, noch schemenhaft zu erkennen. „Die Kinder gehen meistens nicht allein und voll konzentriert auf Verkehrsgefahren ihren Schulweg. Da wird erzählt, gealbert und herumgetobt“, erinnerte Klassenlehrerin Silke Reitmann. Die Abdrücke sollen die Gefahren bei den Erstklässlern in Erinnerung bringen, fährt sie fort in der Hoffnung, dass an dieser Stelle niemals etwas geschehen wird.
Das erfordert allerdings auch eine Sensibilisierung der Kraftfahrerinnen und Kraftfahrer. Die Hauptverkehrsader in Wettmar heißt auch so: Hauptstraße. Sie ist an zwei Stellen etwas verkehrsberuhigt, an der Einmündung Schulstraße befindet sich die Ampel, die jetzt mit den gelben Abdrücken versehen wurde. Der Fahrbahnverlauf ist hier schnurgerade und scheint vollkommen übersichtlich. Das ist er aber nur solange, bis irgendwo vor der Lichtzeichenanlage ein Fahrzeug parkt oder hält. Der Hinweis auf die Grundschule, die etwas weiter hinten an der Schulstraße liegt, befindet sich direkt an deren Einmündung. Hier sollte man vielleicht einmal überlegen, ob es im Sinne der Gefahrenabwehr noch mehr Möglichkeiten gibt, für mehr Sicherheit an dieser Stelle zu sorgen.
Diese Aktion namens „Kleine Füße-sicherer Schulweg“ wird seit einigen Jahren immer kurz nach der Einschulung durchgeführt. Sie wird vom ADAC Niedersachsen/Sachsen Anhalt, der Landesverkehrswacht, den Gemeinde-Unfallversicherungsverbänden und den Niedersächsischen Ministerien für Inneres, Wirtschaft und Kultur gefördert. Sie richtet sich in einem ersten Schritt an die Eltern mit der Bitte, ihren Kindern zu zeigen, wie sie sich im Straßenverkehr sicher bewegen können. Sie sollen angeleitet werden, auf die anderen Verkehrsteilnehmer zu achten und immer mit Fehlern der anderen zu rechnen.
Der zweite Schritt wendet sich an die Kraftfahrer und ist in neun knappen Regeln formuliert: Seien Sie immer in Bremsbereitschaft, Fahren Sie langsam an Zebrastreifen heran und halten Sie rechtzeitig, rechnen Sie stets mit unbedachtem Verhalten der Kinder. Bedenken Sie bei allen Lenk- und Abbiegemanövern den „toten Winkel“ der Außenspiegel. Sie sollten langsam, defensiv und vorsichtig Fahren. Vergessen Sie nie den Blick über die Schulter. Fahren Sie in der Nähe von Schulen, Haltestellen und in Wohngebieten noch aufmerksamer. Achtung, hinter parkenden Autos könnten Kinder spielen!