Aktion „Rote Hand“ an der IGS

Gemeinschaftsaktion der Sechstklässler an der IGS. (Foto: IGS Burgwedel)

Bürgermeisterin Ortrud Wendt zu Gast

Burgwedel (r/gg). Die geschätzte Zahl der Kindersoldaten weltweit
liegt bei 250.000. IGS-Schüler aus dem sechsten Jahrgang haben sich mit der Thematik beschäftigt. Mit der „Aktion Rote Hand“ wird an das Kinderrecht „Schutz in bewaffneten
Konflikten“ der Kinderrechtskonvention erinnert und ein Zeichen gegen die Rekrutierung
von minderjährigen Kindersoldaten gesetzt. Diese Aktion erfährt bundesweit als auch
international viel Aufmerksamkeit. Auch an der IGS Burgwedel haben rund 60
Schüler sowie Lehrer und der Schulleiter, Gerhard Schinze-Gerber, eine rote
Hand für die Einhaltung aller Kinderrechte gesetzt. Um die politischen Forderungen
weiterleiten zu können, wurde Bürgermeisterin Ortrud Wendt in die IGS eingeladen.
Hierdurch hatten die Kinder des sechsten Jahrgangs die Chance, Ortrud Wendt kennenzulernen und ihre Fragen und Forderungen an sie weiterzuleiten. Im Rahmen eines Interviews, das von Jari Homeyer (6a), Nalin Toluk (6b) sowie Lia-Sophie Wolf (6c) geführt wurde, konnten vielschichtige Fragen gestellt und besprochen werden. Diese reichten von
Interessensfragen über die Kindheitswünsche sowie der Berufswahl von Ortrud Wendt bis zu
Fragen politischer Natur. Vor allem die Forderung nach Veränderungen wurde von den
Schülern deutlich gemacht und nach Gründen für die Missstände gesucht. „Armut ist
das elementarste Problem“, sagte Ortrud Wendt. Um Kinder des Globalen Südens
besser schützen zu können, müssen westliche Länder nicht nur Entwicklungshilfen
anbieten, auch sei es wichtig, dass jedes Individuum den eigenen Konsum hinterfragt und,
wenn möglich, nachhaltige und somit faire Produkte bevorzugt. Deswegen betonte Ortrud
Wendt: „Ich finde die Aktion klasse. Nur durch solche Aktionen kann man auf Missstände
aufmerksam machen.“ Die roten Handabdrücke und politischen Forderungen werde sie an
einen befreundeten Politiker aus Berlin weiterleiten, damit die Hände weiterwandern
können.
Aber nicht nur die Schüler durften Fragen stellen. Auch Ortrud Wendt zeigte
große Neugier am vergangenen Homeschooling und fragte die Schüler nach ihren
persönlichen Erfahrungen in dieser besonderen Zeit. Durch mehrere Wortmeldungen
wurde deutlich: Die Schüler haben durch die Homeschooling-Phase das Recht auf
Bildung schätzen gelernt. „Ich finde Unterricht in der Schule viel besser als
Videokonferenzen“ verdeutlicht Dilan Ahmad (6b). Dennoch fand sie die Homeschooling-Zeit aufschlussreich: „Einige meiner Lehrer haben mich sogar zu Hause besucht und mir
geholfen, weil ich manchmal Probleme hatte, die Aufgaben zu bearbeiten und an
Videokonferenzen teilzunehmen“. Hier habe sie gemerkt, wie sehr sie durch die Lehrer
und Schulsozialarbeiter und damit einhergehend durch das Schulsystem der IGS
Unterstützung erfährt. „Die Kinder haben durch die Aktion Rote Hand einerseits ihre
Privilegien reflektieren können. Andererseits haben sie Rechte kennengelernt, die ihnen
vorher nicht bekannt waren“, sagte Tuba Sinem Erden, die Initiatorin dieses Projektes und
Klassenlehrerin der 6b. Auch Marit Hölscher und Antje Behrens, Klassenlehrerinnen der 6a
und 6c waren begeistert von der Aktion: „Es ist immer schön, sinnvolle Projekte außerhalb
des Regelunterrichts anbieten zu können.“