Ärztlicher Rat am Wochenende

Dr. Hendrik Hoppenstedt lässt sich von Rainer Kirchhoff, Antje Hoffmann und Julian Elgeti die Räume des kassenärztlichen Bereitschaftsdienstes zeigen. (Foto: Wiebke Molsen)

Kassenärztlicher Notdienst entlastet Notfallambulanzen

GROSSBURGWEDEL (wim) Muss ich ins Krankenhaus oder reicht eine Behandlung durch einen niedergelassenen Allgemeinmediziner? Diese Entscheidung fällt vielen Patienten schwer.
„Die Menschen sind über körperliche Störungen irritierter, als noch vor 20 Jahren“, bestätigte Dr. med. Antje Hoffmann, ärztliche Direktorin der Krankenhäuser Großburgwedel, Lehrte und Laatzen. Die Notfallambulanzen sind daher oft überfüllt.
„Wir müssen uns auf dieses veränderte Verhalten einstellen“, sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete Hendrik Hoppenstedt, Staatsminister bei der Bundeskanzlerin, bei seinem Besuch im Krankhaus Großburgwedel. Er hält nichts davon, die Menschen erziehen zu wollen. „Ich finde das attraktiv, wenn ich auch am Wochenende zu einem Arzt gehen kann“, sagte Hoppenstedt.
Besonders mit seinen Töchtern hätte er dieses Angebot schon in Anspruch genommen. Hoppenstedt begrüßte daher auch die Einrichtung eines kassenärztlichen Notdienstes im Krankenhaus Großburgwedel. Bei einem Anlaufpunkt im Krankenhaus fühle er sich einfach gut aufgehoben, auch wenn er zu den normalen Sprechzeiten seinen Hausarzt und vor allem die Kinderärztin seiner Kinder sehr schätze.
Mittwochs und freitags von 17.00 bis 21.00 Uhr und am Wochenende von 10.00 bis 14.00 und von 17.00 bis 20.00 Uhr ist der kassenärztliche Notdienst geöffnet. „Am Wochenende behandeln die Ärzte derzeit etwa 20 bis 30 Personen pro Tag“, erläutert Hoffmann. Aufgrund des großen Zulaufs in der Notaufnahme würde sie sich wünschen, dass noch mehr Patienten den Weg zum Bereitschaftsdienst fänden.
„Das Zusammenspiel ist gut, aber es könnte noch ausgeweitet werden“, sagt die ärztliche Direktorin. Ihr ist es wichtig, dass in der Notfallambulanz genug Zeit für die Patienten ist, die da auch wirklich hingehören. „Wir schicken natürlich niemanden weg, unsere eigentliche Aufgabe ist aber die stationäre Versorgung“, macht Hoffmann deutlich.
Ernsthafte Krankheiten und leichte Wehwehchen zu unterscheiden, dabei will die Hotline 116 117 helfen. Dorthin können sich Ratsuchende wenden und ihre Beschwerden schildern. „Jeder Anrufer wird standardisiert ersteingeschätzt“, erläutert Rainer Kirchhoff von der Kassenärztlichen Vereinigung. Je nach Problem werde dann ein Rettungswagen gerufen, der Bereitschaftsdienst empfohlen oder per Terminservice ein Termin innerhalb der nächsten 24 Stunden vergeben.