Ärger über den Nachbarn

Die großen Werbeschilder der Gemeinde Wedemark in Burgwedel und Isernhagen sorgen für großen Unmut.

Gemeinde Wedemark wirbt in Burgwedel und Isernhagen mit Großplakaten um Erzieher

BURGWEDEL/ISERNHAGEN (r/bs). Mit bemerkenswerten Großplakaten wirbt die Gemeinde Wedemark sowohl in Großburgwedel wie auch in den Isernhagener Ortsteilen FB und HB um Erzieher. Diese Aktion sorgt für erheblichen Ärger in den betroffenen Kommunen.
Was aus Sicht von Wedemarks SPD-Bürgermeister Helge Zychlinski möglicherweise ein gelungener Werbeschachzug ist, ist aus Sicht von Burgwedels stellvertretendem CDU-Vorsitzenden Marc Sinner ein „unfreundlicher Akt“. „Jeder weiß, dass alle Städte und Gemeinden derzeit händeringend Fachkräfte für ihre Kitas suchen. Auch der Großburgwedeler Ortsbürgermeister Rolf Fortmüller empfindet dies als stillos. „Wettbewerb hin oder her – so geht man einfach nicht mit seinen Nachbarn um“, meint seine Kollegin Ortrud Wendt, ebenfalls stellvertretende Vorsitzende der CDU Burgwedel.
Auch Bürgermeister Axel Düker kann seinen Unmut kaum verhehlen: „Es gibt einen ungeschriebenen Konsens unter den Kommunen, dass wir uns gegenseitig keine Fachkräfte abwerben. Egal wie groß die Not ist, für die Aktion des Wedemärker Bürgermeisters habe ich kein Verständnis“.
In Burgwedel gebe es insgesamt 14 offene Stellen für pädagogische Mitarbeiter, so Axel Düker. „Dem gegenüber stehen derzeit vier Bewerbungen. Dennoch kommen wir nicht auf die Idee, in der Nachbarkommune „fischen“ zu gehen“. Auch Isernhagens Bürgermeister Arpad Bogya empörte sich über den Vorgang, immerhin stehen in seiner Gemeinde gleich zwei der riesigen Werbeschilder der Kommune Wedemark. „Unter uns Hauptverwaltungsbeamten gibt es eine stillschweigende Übereinkunft. So etwas tut man nicht“, ärgert sich Arpad Bogya.