97 Abiturientinnen und Abiturienten am Gymnasium Großburgwedel

Die feierliche Übergabe der Zeugnisse erfolgte auf der Bühne. Jeder Prüfungskurs trat mit seiner Tutorin/seinem Tutor auf und wurde mit entsprechendem Beifall begrüßt. (Foto: Renate Tiffe)

Bühne frei für den Abiturjahrgang 2012/ 16 mal eine 1 vor dem Komma

GROSSBURGWEDEL (ti). Sie hatten drei Monate der Vorbereitungen und Prüfungen hinter sich. Zur Abschiedsfeier hielten sie zu den Klängen des Prince of Denmark`s March vor dem stehenden Publikum ihrer Angehörigen Einzug in die Aula. 97 Abiturientinnen und Abiturienten zählt der Jahrgang 2012 des Gymnasiums Großburgwedel, 16 von ihnen haben im Abiturzeugnis die Note 1 vor dem Komma, zwei schafften die Traumnote 1,0.

Das sei ein hinreichender Grund zur Freude und zum Feiern begann der Schulleiter Armin Witthaus seine Abitursrede, die die letzte vor seiner Verabschiedung aus dem Schuldienst sein sollte. Er hielt sich nicht lange auf mit der verkürzten Schulzeit, fragte stattdessen nach der Entscheidungsstärke der heutigen Absolventen. Sie haben die Chance, zwischen einer Vielzahl von Ausbildungsberufen und etwa 9000 Studiengängen zu wählen - eine Aufgabe, die sie mit Selbstvertrauen, Zuversicht und Optimismus angehen können. Zu fragen sei, wie sie später leben wollen: mit festen Arbeitszeiten oder freiberuflich, wobei auch Arbeitsplätze nicht mehr zuverlässig seien. „Lebt nicht das Leben eines anderen“, riet er, „nutzt Eure Talente und Stärken.“ Was den Einzelnen besonders interessiert und begeistert, sei richtig, unabhängig von gängigen Empfehlungen. Das Machbare sollte versucht werden. Vorher hatte Witthaus den Eltern empfohlen, die Eigenverantwortlichkeit ihrer Kinder zu akzeptieren: „Lassen Sie sie flügge werden und die Welt allein kennenlernen."
An die Einschulung vor acht Jahren nach Abschaffung der Orientierungsstufe erinnerte der Elternvertreter Dietmar Brauner. Damals hätten Kinder auf der Bühne gestanden, heute seien es selbstbewusste junge Damen und Herren, die durch das Lehrerkollegium nachhaltig in ihrem Wissen und ihrer Persönlichkeitsentwicklung unterstützt worden seien. Die mehrmals von Beifall unterbrochene Rede mündete in einen langanhaltenden starker Applaus für den scheidenden Schulleiter: „Chapeau vor Ihrem Lebenswerk“. Armin Witthaus habe immer ein offenes Ohr für die Schüler gehabt, resümierte Schülersprecher Julius Steen. Den Tutorinnen und Tutoren der Prüfungskurse wurden Blumen überreicht.
Mit der Note 1,0 hatten Sarah Scharm und Lennart Fuhse die Reifeprüfung abgelegt, dicht gefolgt von Hendrik Mysegades mit einer 1,2, der im festlichen musikalischen Rahmenprogramm u.a. mit einem Hornkonzert auftrat. Vier Abiturienten wurden für besondere Leistungen ausgezeichnet, jeweils zwei von der Deutschen Physikalischen Gesellschaft und der Mathematischen Gesellschaft. Witthaus übergab die Buchpreise. Lang war die Reihe derjenigen, deren besonderes Engagement in der Schule, im Sport, in der Musik oder in der Theater-AG gewürdigt wurde.
Die feierliche Übergabe der Zeugnisse erfolgte auf der Bühne. Jeder Prüfungskurs trat mit seiner Tutorin/seinem Tutor auf und wurde mit entsprechendem Beifall begrüßt.
Emotionaler als zu seiner Zeit fand Burgwedels Bürgermeister Dr. Hendrik Hoppenstedt die Abiturfeier. Vor genau 20 Jahren hatte er am gleichen Gymnasium die Reifeprüfung abgelegt, was Witthaus nicht ohne Stolz hervorgehoben hatte.