9. Rasenmäherrennen: Nur 12 statt 24 „Stunden von Thönse“

Nach dem Dauerregen glich die Rennstrecke einem Schlammloch und war am Sonntag nicht mehr befahrbar. (Foto: Sina Balkau)
 
Obwohl es kein Rennen mehr gab, blieben viele Besucher noch auf dem Renngelände und genossen das kulinarische Angebot. (Foto: Sina Balkau)

Matschiger Boden wurde zum Sicherheitsrisiko

THÖNSE (sib). Die Wetterprognosen waren schlecht und sollten sich bewahrheiten: Aufgrund des durch den Dauerregen stark aufgeweichten Bodens entschied sich die Rennleitung der „24 Stunden von Thönse“ am Sonntagmorgen dafür, aus Sicherheitsgründen alle Rennen des Tages abzusagen. Da am Vortag aber immerhin zwei Rennen gefahren werden konnten und es somit einen Sieger gab, waren die Organisatoren dennoch recht zufrieden mit ihrem neunten Rennwochenende.
Merkwürdig still war es am Sonntag auf dem Acker, der wie jedes Jahr als Rennstrecke für das Rasenmähertreckerrennen diente. Besucher, die sich auf dröhnende Motoren eingestellt hatten, horchten schon auf dem Parkplatz verwundert auf. Auf dem Renngelände gab es dann Gewissheit: Im neunten Jahr des beliebten Motorsportevents gab es statt der „24 Stunden von Thönse“ leider nur zwölf Stunden Rennspaß.
„Nach dem Regenguss kurz vor dem Nachtrennen am Samstagabend war die Strecke nach drei Runden nicht mehr befahrbar und wir mussten das Rennen nach etwa zehn Minuten abbrechen“, berichtete Thönse 24-Vereinsvorsitzender Heiko Wöhler. In dem aufgeweichten Boden drehten die Räder der Rasenmähertrecker durch, teilweise blieben die Boliden auch in Schlammlöchern stecken und kamen ohne Hilfe nicht mehr von der Strecke.
Da die Wetterberichte für den Sonntagmorgen ebenfalls Regen angesagt hatten und der tiefschwarze Himmel ihnen Recht gab, entschied die Rennleitung, das Rennen aus Sicherheitsgründen abzubrechen. „Bisher gab es keine größeren Unfälle an unseren Rennwochenenden, das soll auch so bleiben“, erklärte Wöhler diesen Schritt.
Trotz des frühzeitigen Endes der Veranstaltung war das Organisationsteam vom Verein Thönse 24 e.V. nicht sehr bekümmert. „Nachdem das Wetter am Donnerstag und Freitag ja danach aussah, dass wir das Rennen komplett absagen müssen, sind wir eigentlich zufrieden. Wir haben einen Sieger und die 90 angetretenen Team hatten Spaß“, resümierte der Vereinsvorsitzende. Da sich die Fahrer am Samstag heldenhaft durch den Matsch quälten und größtenteils – zwar schlammbespritzt – ins Ziel kamen, konnten immerhin zwei volle Rennen gewertet und so Sieger ermittelt werden, die anschließend in der Siegerehrung gekürt wurden.
In der Main Class gewann das Team „Nigthmäher Thönse“, Platz zwei belegten die „Schwarzfahrer“ und Dritte wurden die „Wedemark Warriors“, die dieses Jahr zum ersten Mal dabei waren. Die Power Class gewann der Vorjahressieger und Lokalmatador „R2D2“. Zum dritten Mal nahm das Team den Pokal „Schrott auf Mehrschichtplatte“ entgegen. Silber und Bronze machten „MTS Racing“ und „Fuhrmann Racing“. Im Duell traten ein zur Badewanne umgebauter Rasenmäher und ein Holztrecker gegeneinander an. Acki Ebeling hatte eine Badewanne unten aufgeschnitten und auf den Boliden gesetzt, dafür bekam er den Jurypreis.
Über zu wenig Publikum konnten sich die Organisatoren nicht beschweren: Dicht an dicht standen die Zuschauer am Samstag in Sechserreihen in der Boxengasse, um die Teams anzufeuern. Und auch das Feiern kam am neunten Rennwochenende nicht zu kurz. Bis halb fünf Uhr in der Früh war das Zelt auf dem Renngelände rappelvoll. Die Kultparty mit Stefan Flück hatte Hunderte Feierwütige angezogen, die sich von so ein bisschen Regen nicht die Stimmung verderben ließen.