891 Krankenhausbetten bestellt

Anpassung an übergewichtige Patienten

REGION (r/gg). Das Klinikum Region Hannover soll von der Region Hannover einen Zuschuss über 2,5 Millionen Euro für den Austausch aller nicht elektrisch verstellbaren Betten und Nachtschränke erhalten. In den Kliniken Lehrte, Großburgwedel, Neustadt und Gehrden müssen nach Auskunft von Oliver Brandt, des krankenhauspolitischen Sprechers der CDU, im nächsten Jahr insgesamt 891 Betten inklusive Nachtschränke für rund 2,4 Millionen Euro ausgetauscht werden. Außerdem sollen für die Kliniken Großburgwedel und Gehrden insgesamt 11 Intensivbetten für rund 100.000 Euro angeschafft werden. Dafür hat sich die CDU-Regionsfraktion bei den Haushaltsberatungen 2019 ausgesprochen.
Als Grund für den Investitionszuschuss in neue Krankenhausbetten führt Oliver Brandt an, dass die alten Betten eine erhebliche Arbeitsbelastung für die Pflegekräfte sowie ein erhöhtes Verletzungsrisiko für Patienten und Pflegekräfte bedeuten. Der Anteil an übergewichtigen Patienten in Deutschland steigt stark an und führt zu einer weiteren körperlichen Belastung der Pflegekräfte. Eine Erhebung des Robert Koch Institutes belegt, dass in Deutschland bereits 2012 rund 53 Prozent der Frauen und 67 Prozent der Männer übergewichtig waren. Der Trend ist weiter zunehmend.
Durch die elektrischen Verstellmöglichkeiten wie Höhe des Bettes oder Verstellbarkeit von Kopf- und Fußteil entfallen bislang notwendige manuelle Einstellungen, wodurch patientennahe Tätigkeiten wie beispielsweise die Lagerung, das Aufrichten und Mobilisieren des Patienten oder die Patientenwäsche erheblich erleichtert werden. Hierdurch kann die zum Teil erhebliche Belastung für Rücken und Gelenke der Mitarbeiter verringert und damit das Risiko für Muskel- und Skeletterkrankungen reduziert und eine höhere Arbeitsfähigkeit der Mitarbeiter hergestellt werden. Darüber hinaus führt die verbesserte Laufeigenschaft der Rollen der neuen Betten zu Entlastungen beim Patiententransport im Bett.
Durch die Anschaffung von passenden Nachtschränken wird der Transport bei der Verlegung der Patienten erleichtert. Außerdem verfügen die Nachtschränke über die passenden Vorrichtungen, um das patientenindividuelle Entertainmentsystem anzudocken. Zusätzlich ist die Reinigung von neuen Nachtschränken einfacher und spart dadurch Zeit.
Des Weiteren soll neben der Anschaffung von elektrischen Betten am Standort Nordstadt ein Transfersystem für Krankenbetten pilotiert werden. Dieses Transfersystem besteht aus einer Plattform, auf der sich die Pflegekraft oder der Transportdienst stellen kann und einem System zum Einhaken der Betten. Dadurch kann eine Person alleine 450 Kilo bewegen. Dieses Transfersystem ermöglicht ein effizientes und rückenschonendes Arbeiten. Die Transferarbeiten können dadurch zukünftig von einer Person problemlos alleine gemeistert werden. Da solch ein Gerät innerhalb des Klinikums noch nicht zum Einsatz gekommen ist, wird zunächst ein Gerät für den Standort Nordstadt pilothaft angeschafft und getestet. Im Rahmen dieser Testphase soll geprüft werden, ob diese Geräte alltagstauglich sind.
Außerdem soll nach Auskunft von Oliver Brandt mit der Anschaffung von elektrisch verstellbaren Betten das Wohlbefinden der Patienten gesteigert werden, da diese selbstständig die Bettenpositionen verändern können. Dies wiederrum führt zu einer höheren Selbstständigkeit der Patienten und außerdem zu einer weiteren Entlastung des Pflegepersonals.
Oliver Brandt: „Die alten 891 Krankenhausbetten sollen nach Willen der CDU allerdings nicht verschrottet werden. Die Geschäftsführung des Klinikums muss prüfen, ob und wie man diese Betten zum Beispiel Kliniken in Osteuropa oder Afrika, die eine weitaus schlechtere Ausstattung als deutsche Kliniken haben, kostenlos zur Verfügung stellen kann!“