700 Jahre Kleinburgwedel: Jubiläum erreicht mit Kommers und Festumzug den Höhepunkt

Hoher Gast, der „Balsam auf die Seelen des Organisationsteams fließen ließ“: Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann. (Foto: Hans Hermann Schröder)
 
Nach dem Sternmarsch trafen die Spielmannszüge auf dem Festzelt ein und gaben dort ein Konzert. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Mehr als 200 Musikerinnen und Musiker beim Kreistreffen der Spielmannszüge

KLEINBURGWEDEL (hhs). Mit dem dreitägigem Zeltfest am vergangenen Wochenende haben die Jubiläumsfeierlichkeiten in Kleinburgwedel ihren Höhepunkt erreicht. Knapp 300 Besucher und Gäste beim Kommersabend am Freitag, mehr als 200 Musikerinnen und Musiker bei den Spielmannszügen, die am Samstag unter großer Beachtung der Kleinburgwedeler aus Anlass der 700-Jahr-Feiern dort ihr Kreistreffen hatten, und schließlich der Festumzug am Sonntag, mit den Vereinen und Verbänden der Ortschaft.
Zum Kommers, dem offiziellen Akt zum Dorfgeburtstag, blieb kein Stuhl in dem großen Festzelt leer. Die Gäste, die das Organisationsteam aus Politik und Verwaltung geladen hatten, waren allesamt gekommen. Burgwedels Bürgermeister Dr. Hendrik Hoppenstedt führte durch das Programm. Regionspräsident Hauke Jagau zeigte sich des Lobes voll über den Verlauf der Feierlichkeiten, Innenminister Uwe Schünemann, der Burgwedel zuletzt den Titel „Stadt“ verliehen hatte, war „gern in den liebenswerten Ort“ gekommen, Ortsbürgermeister Jürgen Schodder sagte, er sei „glücklich, aber leicht angespannt“. Das durfte er ruhig öffentlich sagen, denn kaum ein Dorfjubiläum war bisher so wie am Schnürchen gelaufen, wie das in Kleinburgwedel.
Auch die übrigen geladenen Gäste zeigten sich voller Vorfreude auf den Abend. Dr. Karsten Hoppenstedt und Gattin, sein Weggefährte Hannes Schönhoff, die beide lange Jahre Burgwedels Geschicke als Bürgermeister und Verwaltungschef geleitet hatten, die Fraktionsvorsitzenden im Stadtrat, die Kleinburgwedeler Vereinsvorsitzenden, und der Landtagsabgeordnete Prof. Dr. Emil Brockstedt.
Bürgermeister Dr. Hendrik Hoppenstedt fasste sich kurz in seiner Begrüßungsrede: Die Jubiläumsfeier zeige den Stolz der Kleinburgwedeler und sie könnten auch stolz sein auf ihre Gäste. Die Stadt Burgwedel habe ihren Ortsteil Kleinburgwedel in doppelter Hinsicht bei den Jubiläumsfeierlichkeiten unterstützt: Zum einen habe die Stadt eine Ausfallbürgschaft übernommen, die aber nicht benötigt wurde, und einen finanziellen Zuschuss für die Feiern gewährt, zum anderen habe sich der Rat die in diesem Jahr magische Zahl „700“ zu Herzen genommen und 700.000 Euro für die Sanierung der Sporthalle und den Bau der Krippe bewilligt, sagte er auf humorvolle Weise.
Regionspräsident Hauke Jagau lobte zunächst die guten Ideen der Kleinburgwedeler und dachte dabei insbesondere an die Wanderbank. Kleinburgwedels Größe biete Chancen für alle. Er lobte die Landwirtschaft mit 14 aktiven Betrieben, die höchste Anzahl in einem Dorf regionsweit. Und das Jubiläumsprogramm übers Jahr verteilt fand er „toll“.
Innenminister Uwe Schünemann hielt es für wichtig, so ein Jubiläum richtig zu feiern. In Kleinburgwedel könne man leben, arbeiten und wohnen, sagte er. „Sie können Stolz sein, hier Bürger zu sein“. Die Infrastruktur stimme, die Ortschaft sei wirtschaftlich hervorragend aufgestellt mit 50 angemeldeten Gewerbebetrieben, die Struktur stimme. „Es geht darum, vor Ort vernünftige Strukturen zu schaffen. Jeder Ort braucht Arbeitsplätze und das ist hier beispielhaft gelöst“. Kleinburgwedel sei eine liebenswerte Ortschaft: „Vereine, Verbände und das ehrenamtliche Engagement strahlen Wärme aus“.
Schließlich trat Volker Speckmann, der Vorsitzende des Schützenvereins, ans Mikrophon und lüftete ein gut gehütetes Geheimnis: Der Gewinner der Jubiläumsscheibe wurde bekannt gegeben. 50 Teilnehmer hätten an den Schießwettbewerben teilgenommen, nach Speckmann hätten es ruhig mehr sein dürfen. Es wurde mit dem Luftgewehr geschossen. Sieger wurde, wer dem geforderten 700er Teiler am nächsten kam. Im Klartext: Nicht genau ins Schwarze, sondern ein ganz klein wenig daneben, war gefordert. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: mit einem Teiler von 607,9 Volker Speckmann selbst, dann 698,1 Martin Böttcher, mit 701,5 Sascha Hoffmann, dann auf Platz 2 mit 699,5 Ellen Speckmann und Sieger und damit ab Sonntag glücklicher Besitzer der Jubiläumsscheibe wurde Matheusz Marczak. Den hatte man mit einem Bandscheibenvorfall extra aus dem Krankenhaus geholt.
Schlussredner war Ortsbürgermeister Jürgen Schodder. „Ihr seht mich glücklich, aber leicht angespannt“, sagte er eingangs, auf den Kommers könne man stolz sein in Kleinburgwedel, ein Dank gehe an alle, die diese vielen Feiern möglich gemacht und mit geholfen haben. Dem Innenminister dankte er im Besonderen. Er habe mit seiner Rede die Seelen der Mitglieder des Organisationsteams massiert. Dann bat er alle Helfer aufzustehen. Es war schon imposant zu sehen, dass man es in Kleinburgwedel geschafft hatte, die Arbeit auf etwa 150 Schultern zu verteilen.
Der Samstag stand ganz im Zeichen des Kreistreffens der Spielmannszüge nachmittags. Mit dabei war morgens auch der Musikverein Honstetten aus Baden Württemberg. Die Musikerinnen und Musiker hatten morgens einen Apfelbaum vor der Grundschule gepflanzt. Beim Klönen so ganz nebenbei erzählten sie, dass sie noch am Abend vor der Abfahrt die Noten für das Niedersachsenlied erhalten hätten. Man könne es jetzt spielen, schmunzelten sie dabei und dachten schon an den Sonntag mit seinem Festumzug.
Am frühen Nachmittag trafen die Spielmannszüge ein, acht Stück an der Zahl, zwei hatten im letzten Moment abgesagt wegen Personalmangel und Krankheiten. In drei Gruppen zogen sie los sternförmig durch den Ort. Die Ersten vom Sportgeländes des TSV aus, die Zweiten vom Feuerwehrhaus und die Dritten starteten am Schützenkrug und zogen dann nacheinander im Festzelt ein. Dort gab es dann ein Konzert der Spielleute, zunächst ein gemeinsamer Marsch, eindrucksvoll zu hören von mehr als 200 Musikern gespielt. Dann zeigten die einzelnen Gruppierungen ihr Können und sie erhielten kräftigen Applaus auf dem Zelt, dass auch am frühen Sonntagnachmittag sehr gut von Besuchern gefüllt war.