6 Millionen Euro zwischen großer und kleiner Lösung

Überrascht nahmen die Ausschussmitglieder zur Kenntnis, dass nach wirtschaftlichen Kriterien eigentlich nur die kleine Lösung infrage kommt. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Stadt soll Wärmeliefervertrag mit E.ON Avacon kündigen

GROSSBURGWEDEL (hhs). Die Stadt Burgwedel hat ein Problem: Das Blockheizkraftwerk, was seit etwa 20 Jahren das Schulzentrum während der kalten Jahreszeit mit Wärme und im Sommer mit dieser Wärme das Freibad beheizt, ist ziemlich marode und muss erneuert werden.
In Bezug auf die Neuregelung dieses Problems tun sich gewissermaßen Abgründe auf an Möglichkeiten für ein vernünftiges Vorgehen. Die Stadt Burgwedel hatte mit der Auslotung der Problematik die Enatec Hannover beauftragt, ein nach eigenen Angaben unabhängiges Dienstleistungsunternehmen im Bereich der Planung und Bauüberwachung von gebäudetechnischen Anlagen. Das Ziel des Unternehmens sei, die Wünsche der Kunden mit Qualität und Ökologie in Einklang zu bringen. Dazu werden durchdachte Konzepte mit einer wirtschaftlichen Umsetzung angeboten. Und das, was Enatec Hannover jüngst dem Burgwedeler Ausschuss für Gebäude, Umwelt und Städtebau vorlegte, war bemerkenswert.
Enatec hatte vier Szenarien durchgerechnet, die im Prinzip von einer großen Lösung, der bestmöglichen energetischen Sanierung aller städtischen Liegenschaften auf der Ramhorst und zusätzlichem Einbau moderner Heizungstechnik, bis hin zur einfachen Erneuerung der Heizungsanlage. Zwischen diesen beiden Extremen liegen ungefähr 6 Millionen Euro an Kosten für die Stadt: 7 Millionen hat das Planungsbüro für die energetische Totalsanierung und neue Blockheizkrafttechnik veranschlagt, eine Million für den einfachen Ersatz der Heizanlage im Klartext.
Würde sich die Stadt Burgwedel für die erste Möglichkeit entscheiden, ergebe die Rechnung der Abschreibungskosten auf 20 Jahre (inklusive Beckenabdeckung für das Freibad, komplette energetische Sanierung des Schulzentrums und weiterer Einkauf der Energie bei E.ON Avacon) eine jährlich zu zahlende Summe von knapp 600.000 Euro.
Sollte sie sich aber für den einfachen Ersatz des alten BHKW durch einen Niedrigtemperaturkessel und neues BHKW entschließen, dann könnte sie den selbst produzierten Strom auch selbst verbrauchen, dann entspräche dies einer Einsparung von gut 90.000 Euro jährlich. Für diesen Fall riet Enatec, die städtischen Liegenschaften auf der Ramhorst nach und nach energetisch zu sanieren, und zwar erst immer dann, wenn ohnehin Schäden zu beseitigen sind. Andernfalls sei das nicht wirtschaftlich. Die Stadt Burgwedel sei gut beraten, einen Schadenskataster anzulegen, und obendrein empfahl Enatec, den Wärmeliefervertrag mit E.ON Avacon umgehend zu kündigen. Der laufe ohnehin im Jahr 2014 aus.