55 Fahrräder kamen auf der Rathausterrasse unter den Hammer

Für drei Euro ging das zweite Fahrrad aus der Fundsachenversteigerung auf der Rathaustreppe an seinen neuen Besitzer. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Fundsachenversteigerung brachte 1.402 Euro in die Stadtkasse

GROSSBURGWEDEL (hhs). Zweimal jährlich steht die Fundsachenversteigerung der Stadt Burgwedel an. Der doppelte Frühjahrstermin war notwendig geworden, weil der Lagerraum zu klein geworden ist im Laufe der Jahre, oder anders ausgedrückt: Immer mehr Fundsachen gehen beim Ordnungsamt der Stadt ein und nehmen dann für ein Jahr ihren Platz im Keller des Rathauses ein. Am Donnerstag war es wieder soweit: 55 Fahrräder standen zur Versteigerung bereit, Räder aller Größen und Qualitäten, alte Drahtesel, Nobelmodelle und Durchschnittsware. Dazu ein paar Armbanduhren, Jacken und eine Klappkarre für den jüngsten Nachwuchs.
Fred Tetzlaff und sein Helferteam hatten in diesem Jahr für etwas mehr Überblick gesorgt. Die Räder standen eine Stunde vor der Eröffnung der Aktion hinter der Rathaustreppe bereit zum Anschauen für die Interessenten. Da wurden schon erste Ersteigerungsstrategien festgelegt. „Bei 30 Euro steige ich ein“, erläuterte ein älterer Herr einem Bekannten seine Taktik. „Das hat vor ein paar Jahren auch geklappt“. Gemeint war das Rad mit der „Nummer 1“ auf dem Sattel, ein Prachtstück von gediegener Eleganz. Und was man zu diesem Rad alles wissen musste, das stand auch drauf: „Kettler Aluminiumfahrrad“, war da zu lesen, diese beiden magischen Worte für jeden Liebhaber, die für Leichtgewicht und -gängigkeit stehen und für grundsolide Qualität.
Mit dieser „Nummer 1“ eröffnet Fred Tetzlaff die Versteigerung. Mit Euroschritten gingen die Gebote ein und sie schossen schnell den angesprochenen 30 Euro entgegen. Der ältere Herr stieg wie versprochen bei dieser Marke ein, aber auch bei 50 Euro wieder aus. Das erste Fahrrad fand in munterer Bieterrunde für 80 Euro seinen neuen Besitzer.
Ganz anders das zweite Rad. Es war sehr verschmutzt, der Sattel wackelte hin und her. Der erste Blick verriet, es hatte offensichtlich eine strapaziöse Vergangenheit. „Das Rad ist sehr Gelände gängig“, begann Tetzlaff den Drahtesel anzupreisen. In Ein-Euroschritten sollte es weitergehen. Das erste Gebot kam, dann ein weiteres, und bevor nun der Hammerschlag den Kauf besiegelt, noch ein drittes. Der neue Besitzer strahlte übers ganz Gesicht, als er bezahlt hatte. Wahrscheinlich hatte er sein Wunschrad gefunden oder er brauchte irgendein Ersatzteil davon. Jedenfalls war seine Freude über den Kauf unübersehbar.
Die beiden teuersten Fahrräder gingen für 125 bzw. 100 Euro weg, die übrigen zwischen einem und 60 Euro. Auch zwei Ringe befanden sich unter den Fundsachen, sie brachten 20 und 30 Euro, eine Münzsammlung fand für 45 Euro einen neuen Besitzer. Insgesamt kamen 1.402 Euro in die Stadtkasse, etwas mehr als bei der letzten Versteigerung. Auf zwei Fahrrädern blieb Fred Tetzlaff sitzen, sie werden nun verschrottet.