50 NABU-Exkursionsteilnehmer gingen in die Pilze

Dr. Rita Lüder erklärte den Teilnehmern, worauf sie bei der Pilzsuche achten müssen. (Foto: Sina Balkau)

Über 60 Sorten wurden im Sprillgehege gefunden

BURGWEDEL (sib). Die Pilzsaison erreicht momentan ihren Höhepunkt: In den Wäldern schießen sie in ungeahnter Fülle und Vielfalt nur so aus dem Boden. Doch welcher Pilz ist zum Verzehr geeignet und welches Exemplar sollte lieber stehen gelassen werden? Die Teilnehmer der NABU-Exkursion ins Sprillgehege können diese Fragen nun beantworten, denn die Biologin und Pilz-Expertin Dr. Rita Lüder erklärte ihnen alles Wissenswerte über die Köstlichkeiten aus dem Wald.
„Wenn Sie den Pilzfruchtkörper ganz vorsichtig herausdrehen, schaden Sie dem eigentlichen Pilz nicht, denn er liegt als Geflecht unter der Erde“, erklärte Rita Lüder zu Beginn der Exkursion im Sprillgehege, das zwischen Großburgwedel und Fuhrberg liegt. Bei so vielen fleißigen Pilzesammlern, die dem Ruf des Naturschutzbundes Burgwedel und Isernhagen gefolgt waren, war ein wenig Vorsicht auch angebracht: Über 50 Interessierte vom Grundschul- bis zum Rentenalter, mit viel oder kaum Erfahrung, gingen unter fachkundiger Anleitung in die Pilze.
Etwa anderthalb Stunden lang durchforsteten sie den Wald auf der Suche nach schmackhaften Exemplaren – und fragten dabei immer wieder die Expertin um Rat. Denn Pilze sammeln will gelernt sein, eine Verwechslung kann unter Umständen sogar tödlich enden. Rita Lüder empfahl, auf Farbe, Geruch, Sporenpulver sowie das Aussehen der Knolle zu achten. „Ein gutes Auge ist ganz wichtig“, so die Biologin, die schon als Kind mit ihrem Vater Pilze sammelte und seit zehn Jahren Pilzseminare leitet.
Nach dem Sammeln trafen sich alle Teilnehmer wieder auf dem Wanderparkplatz des Sprillgeheges und trugen ihre Funde zusammen. „Das ist eine sagenhafte Ausbeute“, kommentierte Horst Hagenberg, Vorsitzender des NABU Burgwedel und Isernhagen, die unglaubliche Vielfalt.
Weit über 60 Pilzsorten waren gefunden und von Rita Lüder bestimmt worden. Neben den bekannten Pfifferlingen, Stein- und Maronenpilzen waren auch Schmetterlingspilze, Ockertäublinge und Anischampignons dabei. Gemeinsam wurden die Schwammerl, wie die gesunden Leckerbissen auch genannt werden, sortiert und nach essbar, nicht essbar und giftig klassifiziert. Erstere teilten sich die Exkursionsteilnehmer untereinander auf und nahmen sie zur weiteren Verarbeitung mit nach Hause. Sicherlich kamen in vielen Burgwedeler und Isernhägener Haushalten an diesem Abend schmackhafte Pilzpfannen auf den Tisch.