50 Jahre aktiv für den Naturschutz

Seit 1973 steht der ehemalige Schlauchtrockenturm der Freiwilligen Feuerwehr Großburgwedel im Vogelschutzgehölz des NABU. Pünktlich zum 50-jährigen Bestehen wurde der Turm renoviert. (Foto: NABU)
 
Der aktuelle Vorstand des NABU Burgwedel und Isernhagen: (von links) Prof. Dr. Siegfried Schäfer (Beisitzer), Dieter Gottschalk (Beisitzer), Anne Walter-Bogaerts (Stellv. Vorsitzende), Siegfried Grüneberg, (Beisitzer), Horst Hagenberg (Pressesprecher), Dr. Christian Dulce (Vorsitzender), Dr. Friedrich Dörr (Schatzmeister) und Friedrich Wirtz (Schriftführer). (Foto: NABU)

Jubiläum der NABU-Ortsgruppe Burgwedel und Isernhagen

Burgwedel (bs). Seit nunmehr einem halben Jahrhundert besteht die NABU-Ortsgruppe Burgwedel-Isernhagen. Dr. Fedor Strahl initiierte am 24. Juni 1971 die Gründung als Ortsgruppe des Bundes für Vogelschutz (DBV) und wurde auch deren Vorsitzender. Der zu betreuende Bereich umfasste in den Jahren auch noch die Kommunen Burgdorf und Wedemark.
Gut ein Jahr später hatte der junge Verein bereits 100 Mitglieder. Den Grundstein für vereinseigene Grundstücke legt Fedor Strahl mit der Pacht des Vogelschutzgehölzes und dem aufsehenerregenden Umsetzen des Feuerwehrschlauchturmes im Jahr 1973.
Stolze 400 Mitglieder zählte die Ortsgruppe 1975 als Gründungsmitglied Peter Böer von Werner Moll die Aufgaben des stellvertretenden Vorsitzenden übernahm und ab 1980 dann für 24 Jahre den Vorsitz führte. In seiner Amtszeit wurden zahlreiche schützenswerte Grundstücke, etwa 21 Hektar, gepachtet und angekauft. Mit Gründung der Ortsgruppen Burgdorf und Wedemark konzentrierte sich die Arbeit der Naturschützer auf die noch verbliebenen Kommunen Burgwedel und Isernhagen. 1993 wurde der DBV bundesweit in NABU (Naturschutzbund Deutschland) umbenannt.
Zu den Aufgaben des Nabu Burgwedel und Isernhagen vor Ort zählt der Erwerb und die Betreuung erhaltenswerter Biotope, wie beispielsweise Wiesenflächen im Hastbruch, im Sprillgehege und in Isernhagen sowie Wald- und Moorflächen in Burgwedel. Darüber hinaus nimmt der Bereich Artenschutz immer größeren Raum ein.
Dank aktiver NABU-Arbeitsgruppen konnten Stein-, Rauhfuß- und Sperlingskäuzen Nisthilfen angeboten, Eulen und Falken unterstützt, aber auch Rotkehlchen, Baumläufer und Co erhielten mit etwa 250 Nistkästen Hilfe bei der Aufzucht des Nachwuchses. Doch nicht nur Gefiedertes steht im Fokus der vielfältigen Aufgaben: Mit dem Aufbau von Krötenschutzzäunen und dem Anlegen von Teichen auf vereinseigenen Grundstücken wird aktiver Amphibienschutz praktiziert. Darüber hinaus bietet der NABU auch Beratung bei Fragen zu Hornissen und Wespen an.
Die Arbeitseinsätze auf den vereinseigenen Grundstücken, die regelmäßige Kartierung und Dokumentation von Pflanzen und Tieren, die jährliche Reinigung der Nistkästen und vieles andere mehr bedingen viele helfende Hände. „Jeder ist bei unseren vielfältigen Tätigkeiten für den Natur- und Artenschutz herzlich willkommen“, wirbt Christian Dulce und hofft auf eine Verjüngung von Mitgliedern und Aktiven: „Neue Ideen und Initiativen finden bei uns offene Ohren“!
Nach einem erheblichen Rückgang der Mitgliederzahlen in den 90er Jahren, hat in den vergangenen Jahren das Engagement für Natur- und Artenschutz wieder zugenommen. Inzwischen hat die NABU-Ortsgruppe Burgwedel und Isernhagen rund 760 Mitglieder, Tendenz steigend. „Das lässt uns hoffnungsvoll in die Zukunft blicken“, so der hiesige NABU-Vorsitzende Christian Dulce.
Dabei hat Dulce insbesondere die Kinder- und Jugendgruppe im Blick, die Corona-bedingt wieder aufgebaut und mit spannenden Inhalten für den Nachwuchs gefüllt werden muss. „Hier benötigen wir kreative Köpfe mit neuen Ideen. Selbstverständlich stehen wir ' Alten Hasen' dabei mit Rat und Tat unterstützend zur Seite“, versichert Dulce, der im kommenden Jahr auch den Vorsitz gern in jüngere Hände abgeben möchte.
Alle geplanten Veranstaltungen des 1. Halbjahres mussten Pandemie-bedingt ausfallen. Dabei sind gerade Exkursionen und Vorträge geeignet, die Mitbürger für Natur und Umwelt zu sensibilisieren. „Denn nur was man kennt, kann man auch schützen“, so Dulce rückblickend auf den jährlichen Besucheransturm zum Tag der offenen Tür im Vogelschutzgehölz des NABU. Doch mit sinkender Inzidenz werden Vorträge und Exkursionen in der 2. Hälfte des Jahres 2021 auch wieder auf dem Programm der Naturschützer stehen.
Besonders erfreulich im NABU-Jubiläumsjahr ist die Aufnahme des Naturschutzgebietes Trunnenmoor in das integrierte LIFE-Projekt „Atlantische Sandlandschaften“ der europäischen Union. Ziel ist die Instandsetzung und Neuentwicklung nährstoffarmer Stillgewässer mit ihren typischen und stark gefährdeten Pflanzengesellschaften, wie sie noch in den 70er Jahren im Trunnenmoor dokumentiert wurden und ihren charakteristischen Tierarten, wie beispielsweise der seltenen
Schlingnatter.
Hierfür sollen die Gewässer unter anderem stärker von Gehölzen freigestellt, steile Uferkanten auf mindestens die Hälfte des Gewässerrandes gebrochen und diese etwa fünf Meter breit flach abgezogen werden. Die mit öffentlichen Fördermitteln finanzierte Maßnahme hat ein geschätztes Kostenvolumen von rund 95.000 Euro. Der NABU-Burgwedel und Isernhagen als Eigentümer der Fläche hat inzwischen sein Einverständnis zu den geplanten Maßnahmen gegeben.



In dessen Rahmen soll Flora und Fauna aufgewertet werden, um Lebensraum zu schaffen für Zauneidechse, Kreuzkröte und Schlingnatter.