44 Fahrräder kamen am Rathaus unter den Hammer

Fred Tetzlaff, der Mann mit dem Hammer, hatte am Donnerstag keine Mühe, die Besucher der Versteigerung zum Bieten zu animieren. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Fundsachenversteigerung brachte 1357 Euro in die Stadtkasse

GROSSBURGWEDEL (hhs). 44 Fahrräder hatten die Mitarbeiter des Bauhofes am Donnerstag in drei Reihen vor der Rathausterrasse aufgestellt. Alles Fundsachen, die schon ein Jahr im Keller des Fundbüros verbrachte hatten. Auf einem kleinen Tisch lagen noch aufgefundene Kleinteile, ein paar Schmuckstücke, Kassettenrecorder, ein Rollkoffer: „Alles Prullen“, erklärte ein Junge seinem Freund, der sich gerade beim Anschauen dieser Dinge mit einem MP-3 Player anfreunden wollte. „Den lass bloß da, der ist natürlich auch schon länger als ein Jahr hier. Was er meinte: Kein Hightech Gerät, sondern Technik aus der Mottenkiste.
Seit Jahren fungiert Fred Tetzlaff als „Mann mit dem Hammer“ bei dieser Versteigerung. „Wir haben heute nur 44 Fahrräder im Angebot“, erklärte er, was auch daran liege, dass die Stadt im vergangenen Jahr noch einen zweiten Termin im Oktober angeboten habe. „Das werden wir auch in diesem Jahr so handeln“, sagte Tetzlaff. „Unser Keller ist jetzt schon wieder voll und wenn für einen Großteil der Fundsachen die gesetzlich vorgeschrieben Lagerpflicht abgelaufen ist, geht es wieder los“.
Und dann ging es los auf der Rathausterrasse. Gut hundert Interessenten für die Fundsachen hatten sich eingefunden und eine halbe Stunde zuvor damit begonnen, die 44 Fahrräder in Augenschein zu nehmen. Jedes war mit einer Nummer ausgestattet, und offenbar gab es schon zu Beginn der der Versteigerung bei vielen Besuchern feste Absichten darüber, bei welchem Drahtesel sie mit bieten wollten. Fred Tetzlaff sorgte erst einmal für Ordnung im Parkett, damit er die große Schar der Bieter besser im Blick behalten konnte, dann eine kurze Begrüßung und eine ebenso knappe Einführung in die Spielregeln der Versteigerung: „Bieten, wenn der Hammer fällt, hier hochkommen und bezahlen, und dort drüben dann das Rad mitnehmen“: Und schon ging es los mit einem hochwertigen Tourenrad. Hier hatten offenbar mehrere Anwesende Begehrlichkeiten entwickelt und Fred Tetzlaff hatte keine Mühe, den Preis voran zu bringen. Für 75 Euro ging das beinahe neue Rad über an einen neuen Besitzer.
Auch beim zweiten und dritten Fahrrad lief alles wie geschmiert, und bei den erfolgreichen Bietern gab es eigentlich nur zufriedene Gesichter. Auch ein Fahrrad ohne Sattel gelangte dabei in neue Hände. „Meine Frau holt mich gleich ab mit dem Kombi“, freute sich der junge Mann. „Eigentlich wollte ich mit einem ersteigerten Rad nach Hause fahren“, sagte er. „Aber dieses hier ist so gut erhalten, dass ich es auch ohne Sattel genommen habe“. Keine Frage, er hatte ein Schnäppchen gemacht, neu kostet so ein Fahrrad etwa 800 Euro. Er hatte 17 geboten und braucht nun nur noch etwa 30 Euro für einen Sattel.
Am Ende hatten sich für alle 44 Fahrräder neue Besitzer gefunden. Die beiden höchsten Gebote lagen bei 92 und 91 Euro, ein Fahrrad ging für einen Euro weg. Insgesamt nahm die Stadt Burgwedel dabei 1357 Euro ein.