35 Jahre im Dienst der Natur

35 Jahre engagierte sich Paul-Heinz Hille ehrenamtlich als Naturschutzbeauftragter der Region Hannover für Burgwedel.

Naturschutzbeauftragter Paul-Heinz Hille geht in den Ruhestand

Burgwedel/Region (bs). Nach 35 Jahren als ehrenamtlichtlicher Naturschutzbeauftragte der Region Hannover für den Bereich Burgwedel geht Paul-Heinz Hille zum 31. Dezember 2020 in den Ruhestand.
„Nach Neufassung des Bundes- u. Landesnaturschutzgesetzes 1981 wurden geeignete ehranamtliche Naturschutzbeauftragte für die Landkreise gesucht und die seinerzeit einschlägigen Verbände und Organisationen um Vorschläge gebeten“, erinnert sich Hille.
Als damaliger Revierförster in der landschaftlich sehr vielgestaltigen Revierförsterei Kienmoor des Forstamtes Fuhrberg, gelegen zwischen Isernhagen und Fuhrberg, wurde Paul-Heinz Hille gebeten, seinen Hut in den Ring zu werfen.
„Mein täglicher Dienst erforderte Sachkunde, umfangreiche Ortskenntnisse verbunden mit großem Interesse und Engagement für den Natur,- Arten- und Landschaftsschutz; mein Ehrenamt bedeutete also die ideale Ergänzung zu meinem Beruf. Insofern wurde bei mir mit dem Bestellungsvorschlag eine sehr offene Tür „eingerannt“, schmunzelt Hille rückblickend.
Seit 1985 ist der ehemalige Förster der ehrenamtliche Beauftragte für Naturschutz der Region Hannover für das Stadtgebiet Burgwedel. Sein besonderes Augenmerk galt den auf den ersten Blick wenig spektakulären Still- und Fließgewässer. So erhält nun beispielsweise die Hengstbeeke nach langen kontroversen Diskussionen die Aufwertung, die sie besonders im Unterlauf wieder zu einem landschaftsprägenden Bach macht. Eisvogel, Schwarzstorch und inzwischen auch der Kranich als Brutvogel fühlen sich jetzt wieder heimisch.
„Als sehr positiv habe ich den engen Austausch mit der Stadt und ihrem Umweltkoordinator empfunden. Dazu gehört die Möglichkeit bei Ausschusssitzungen nicht nur Fragen stellen zu dürfen, sondern auch einmal eine kurze Stellungnahme oder Empfehlungen aussprechen zu können“, so Paul-Hinz Hille.
Mit der rasanten Entwicklung der Stadt mit ihren sieben Ortsteilen veränderten sich natürlich auch die Aufgaben des Naturschutzbeauftragten.
Rückblickend sei für ihn immer sehr befriedigend gewesen als Mediator zwischen naturschutzbehördlichen Handlungen und Bürgerinteresse wirken zu dürfen. Vor diesem Hintergrund wurde Paul-Heinz Hille wiederholt zu einem neutralen Sachwalter für die Region und beispielsweise Antragstellern im Rahmen von Eingriffen in die Natur. Darüber hinaus gehörte der Austausch mit Bürgern im Rahmen naturschutzfachlicher Beratung zu seinen ehrenamtlichen Aufgaben. Bei den Führungen von Kinder-, Schüler- und Erwachsenengruppen zu besonderen Landschaftskleinoden, habe er stets viel positive Resonanz erlebt.
„Neben der Beratung zur Bebauung, Gehölzrückschnitt und ähnliches nehmen, vermehrt durch klimatische Kapriolen, Hornissen- und Wespenberatung zu“, erläutert Hille die veränderten Anforderungen im Laufe der letzten Jahre.
Seine besondere Aufmerksamkeit gelte dem Schutz, Erhalt und Entwicklung alter Bäume und Alleen im Stadtbild sowie in der freien Landschaft. „Mit meiner Familie durfte ich selbst 30 Jahre unter den prächtigen Alteichen des Amtsparkes wohnen. Sie prägen als wichtige Lebensräume das Siedlungs- und Landschaftsbild und sind sehr wichtige Klimafaktoren“, betont Hille. Sein wichtigstes Anliegen für die Zukunft: „Die Ressource Land und Natur ist endlich, dass darf nicht vergessen werden!“